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Kultstätten des Bikesports: Moab (Utah)

USA-Roadtrip zu den MTB-Kultstätten: Moab/Utah

Henri Lesewitz am 07.08.2011

Im zweiten Teil seines USA-Roadtrips besucht Lesewitz Moab, das vergessene Szene-Mekka in der Wüste von Utah. Für alle, die sich den Mountainbike-Traum von Moab auch irgendwann erfüllen wollen.

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Fotostrecke: USA: MTB-Roadtrip Moab in Utah

Allgemeine Infos zu Moab (Utah)

Die Stadt

Moab ist eine Kleinstadt mit 5000 Einwohnern in der Wüste des US-Bundesstaats Utah. Die Stadt liegt auf 1200 Meter Höhe direkt am Colorado-River. Der Arches Nationalpark und der Canyonlands Nationalpark gehören zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der USA, weswegen der Ort über eine perfekte Infrastruktur am Hotels, Motels und Camping-Parks verfügt. Moab und Umgebung gelten als Abenteuer-Paradies. Jährlich pilgern hunderttausende Paragleiter, Wanderer, Jeep-Fahrer, Motocrosser und Wildwasserkanuten nach Moab. Berühmt ist die Stadt aber vor allem als Mountainbike-Mekka. Die Trails gehören zu den besten in der Welt und genießen einen legendären Ruf.

Allgemeine Informationen: www.moab-utah.com

Beste Reisezeit

Beste Reisezeit ist von März bis Oktober. Im angrenzenden Hochgebirge kann bis Anfang Mai Schnee liegen. Die Trails in den unteren Höhenlagen sind da aber bereits fahrbar. Im Sommer wird es tagsüber krachend heiß. Teilweise bis deutlich über 40 Grad. Dann sollte man in den frühen Morgenstunden oder abends starten.

Anreise

Moab liegt abseits der großen Flughäfen. Ohne Mietauto geht gar nichts. Ob man auf dem internationalen Flughafen in Denver aus dem Flugzeug steigt, oder noch weiter fliegt bis ins etwas nähere Grand Junction, spielt eigentlich keine Rolle. Zwischen vier und sechs Stunden dauert die Anfahrt in jedem Fall. Von Deutschland aus kostet ein Flug zwischen 800 und 1000 Euro, für das Mountainbike werden noch mal 300 Euro fällig. Reporter Lesewitz flog nach seinem Roadtrip durch Kalifornien von San Francisco aus nach Denver. Der Inlandsflug war im Gesamtflugpreis Deutschland/USA inbegriffen. Für den Radtransport verlangte die Fluggesellschaft aber 150 Dollar, also etwa 120 Euro.

Mietauto

Mietautos sind in den USA verhältnismäßig günstig, geräumige Autos gibt es ab 300 Euro die Woche. Am besten das volle Versicherungspaket buchen. Das spart im Schadensfall Ärger. Reporter Lesewitz zum Beispiel rammte einen Elch. Das stattliche Tier rappelte sich zum Glück unverletzt auf und lief davon. Die Front des Mietautos war jedoch verbogen. Unfälle wie diese sind in dieser Gegend an der Tagesordnung.

Unterkunft

Moab verfügt über eine riesige Betten-Kapazität, doch an den Wochenenden und während der Ferien werden die Zimmer schon mal knapp. Deshalb sollte man in jedem Fall schon vor dem Abflug buchen. Zimmer gibt es ab etwa 40 Euro/Nacht. Berechnet wird nach Zimmer und nicht nach Person, weswegen sich der Preis quasi halbiert, wenn man zu zweit im Zimmer ist. Frühstück gibt es meist nicht. Die Stärkung für den Tag holt man sich in den USA traditionell in einem Diner. Das typische Angebot wie Eier, Bratkartoffeln und Burger verlangt nach einem robusten Magen. Kult ist das garantiert sportwissenschaftlich-unkorrekte Mountainbike-Breakfast im Moab Diner. www.moabdiner.com

Die Hotelbuchung lässt sich am bequemsten im Internet erledigen. Zum Beispiel hier:
www.trivago.de  /   www.expedia.de  /  www.hotel.de

Bike-Shops in Moab

Das Mekka der Mountainbike-Szene ist natürlich voll von kultigen Shops, in denen man Räder mieten, Teile und Karten kaufen, oder Touren buchen kann. Hier sollte man unbedingt reinschauen:

Chile Pepper Bike Shop (Kaffee-Theke!) www.chilebikes.com

Poison Spider Bicycle Shop www.poisonspiderbicycles.com

Rim Cyclery (ältester Shop in Moab, seit 1983!) www.rimcyclery.com

Moab Cyclery www.moabcyclery.com

Geführte MTB-Touren / Shuttle

Matt Hebbert, Mountainbike-Pionier und Mitglied in der MTB Hall of Fame, ist eine Legende unter den Guides in Moab. Mit seiner Firma Rim Tours bietet er von Tagestouren bis zum Mehrtages-Trip jede Art von Mountainbike-Vergnügen an. www.rimtours.com

Mark Sevenoff und die Guides seiner Firma Western Spirit zelebrieren den Mountainbike-Spirit in jeder Minute des Tages. Im Programm von Western Spirit findet man die unterschiedlichsten Mountainbike-Abenteuer. Tagestouren, Abenteuer-Trips und natürlich die Trail-Klassiker von Moab. www.westernspirit.com

Tägliche Shuttle zu den Startpunkten der bekanntesten Touren bietet Jesse Alan Marshall mit den bunt lackierten VW-Bussen seiner Firma Coyote Shuttle an. www.coyoteshuttle.com

Die MTB-Trails in Moab

Die Zahl an legendären Trails rund um Moab ist so groß, dass man Monate bräuchte, um sie alle zu fahren. Alle sind der Traum. Man kann einfach nichts verkehrt machen. Einen Überblick inklusive Beschreibungen gibt es auf der Homepage vom Tourismusamt in der Spalte “Activities”. www.discovermoab.com

Die beiden größten Attraktionen, die sich kein Biker entgehen lassen darf, sind der Slickrock-Trail sowie der Porcupine Rim Trail. Diese beiden Trails gelten als die legendärsten der Welt. Sensationell ist auch der Pipe Dream Trail, der erst vor einiger Zeit gebaut wurde.

Slickrock-Trail

Die Slickrocks, also die Sandsteinfelsen, sind das Wahrzeichen von Moab und befinden sich oberhalb des Ortes. Sie überziehen mehrere Quadrat-Kilometer, sind aber relativ kompakt. Die glatte Optik täuscht, denn in Wahrheit ist die Oberfläche überzogen von Stufen und Kanten. Um den Tourismus anzukurbeln, wurde Ende der Sechziger/Anfang der Siebziger eine gestrichelte Linie auf die Slickrocks gepinselt. Ein Irrsinnsunterfangen, denn nur diese knapp 20 Kilometer lange Linie führt sicher durch das Gewirr von Steilwänden und Schluchten. Obwohl an manchen Stellen ein ganzes Marathon-Feld nebeneinander fahren könnte, würde nur der Fahrer auf der Linie die Runde überleben. Alle anderen würden abstürzen, oder an einer Felswand zerschellen. Die Führungslinie war ursprünglich für Motorradfahrer gedacht, doch in den Achtziger wurde der Trail zum Wallfahrtsort für Biker. Der Grip auf dem Sandstein ist sagenhaft. Man kann steilste Rampen hochklettern, wobei man nur aufpassen muss, nicht rückwärts vom Rad zu fallen.

Porcupine Rim Trail

Ursprünglich als Wanderweg angelegt, war der Trail bis vor wenigen Jahren für Biker illegal. Der Trail verbindet Moab mit dem mächtigen Hochgebirge, das hinter dem Ort aufragt. Man kann ihn von unten nach oben fahren. Klassischerweise fährt man aber von oben nach unten. Der Shuttle mit dem Bus dauert eine Stunde. Dann katapultiert einen ein breiter Downhill direkt an die spektakuläre Canyon-Kante, an der entlang der Trail nun kilometerlang verläuft. Der Untergrund ist stufig bis lose. Die Blicke in die weiten Canyon-Täler sind episch! Nach etwa der Hälfte geht der Trail in den sogenannten Jeep-Track über, der sich noch radikaler dem Fahrer entgegenstellt als alle anderen Passagen bisher. Im unteren Teil hat man immer wieder den Colorado-River vor Augen, während tückische Stufen hungrig nach den Reifen schnappen. Die Tour dauert bei sportlicher Fahrweise drei bis vier Stunden.

Achtung! Immer wieder sterben Mountainbiker auf dem Porcupine Rim Trail, weil sie sich unterwegs verfahren und dann verdursten. Fahren Sie NIEMALS alleine. Nehmen Sie MINDESTENS vier Liter Flüssigkeit mit. Geben Sie vor Abfahrt IMMER jemandem Bescheid, welche Tour sie fahren. In den Bergen rund um Moab hat man selten Handy-Empfang. Und falls Sie sich doch verfahren: Lieber auf Hilfe warten, als alleine rumzuirren. Selbst wenn Sie in der Ferne die Stadt erkennen. Es besteht in der Canyon-Landschaft enorme Absturzgefahr.

Das perfekte Moab-Bike / Ausrüstung

Wer sonst auf Hardtail schwört, wird solch ein Bike in Moab verfluchen. Die Trails, einschließlich Slickrock, sind allesamt ruppig. Ein Fully mit 100 Millimeter Federweg ist okay, 120 bis 140 Millimeter sind perfekt. Viel beansprucht werden auch die Bremsen. Je größer die Bremsscheiben, je besser. Noch wichtiger ist ein Trinkrucksack. In einem Gebiet, wo die Sonne unbarmherzig brennt und es unterwegs keine Möglichkeit zum Nachfüllen gibt, sollte man genug Flüssigkeit dabei haben. Zwei Liter sind für eine Slickrock-Runde Minimum. Bei längeren Touren wie dem Porcupine Rim Trail dürfen es gerne vier Liter oder mehr sein.

Allgemeine Tipps

Bogenpark

Nur zwei Kilometer vom Stadtzentrum Moab entfernt befindet sich der spektakuläre Arches Nationalpark mit hunderten natürlichen Sandsteinbögen. Die Campingplätze sind spektakulär in die Landschaft platziert. An so eine Nacht im Zelt oder im Wohnmobil werden Sie sich Ihr Leben lang erinnern.
www.arches-national-park.com

Brauhaus

Was das Hofbräuhaus in München, ist die Brewery in Moab. Das urige Gasthaus ist dekoriert mit Bikes. Inhaber Michael Miller und seine Crew braut selbst, darunter diverse, leckere Sorten Mountainbike-Bier wie das malzige “Derailleur Ale”, oder das erfrischende “Rocket Bike Wit”. www.themoabbrewery.com

24-Stunden-Marathon

Das 24 Stunden Rennen von Moab gehört zu den kultigsten Marathons der Welt. Die etwa 25 Kilometer lange Runde in grandioser Kulisse bietet von steilen Kletterpassagen, über technische Abfahrten bis hin zu feinen Trails alles auf. Die Atmosphäre im Start/Ziel-Bereich ist geprägt von lässigem Lagerfeuer-Ambiente. Termin ist der 8./9. Oktober. Infos: http://www.grannygear.com/Races/Moab/index.shtml

Henri Lesewitz am 07.08.2011