Hochtouren Ötztal BIKe 8/2016 Hochtouren Ötztal BIKe 8/2016

Bike-Touren im Hochgebirge: Dolomiten, Karwendel, Ötztal

Die 3 besten MTB-Hochtouren in den Alpen

Gitta Beimfohr am 24.02.2017

Das Zeitfenster für Hochgebirgs-Touren ist kurz. Wir haben drei Touren-Profis gefragt, welche Tour sie in den Alpen als erstes angehen, sobald der letzte Schnee von den Pässen geschmolzen ist.


Die GPS-Daten der drei Hochtouren im Ötztal, im Karwendel und in den Dolomiten können Sie im Download-Bereich unterhalb dieses Artikels kostenlos herunterladen.


1. Vom Talschluss des Ötztals über den Gletscher bis zur Similaun-Hütte und am nächsten Morgen übers Schnalstal wieder zurück. Eine hochalpine Tour mit gleich zwei absoluten Traum-Trails. (Foto oben)

Ich bin so gern im Ötztal, weil man einfach hinkommt und sich direkt mitten im richtigen Hochgebirge befindet – mit durchaus fahrbaren Trails. Und obwohl diese Runde keineswegs unbekannt ist, bin ich noch nie einem anderen Biker begegnet.

Start ist im Talschluss im Bergsteigerdorf Vent, das schon auf 1890 Metern liegt. Bis zur Martin-Busch-Hütte auf 2500 Metern Höhe kurbelt man einen einsamen Karrenweg hoch und kann die Höhenmeter an der Atmung festmachen, die langsam schwerer fällt. Dafür wächst aber das 3000er-Panorama ringsum. Das Übernachtungsziel, die Similaun-Hütte an der Grenze zu Südtirol, thront auf 3019 Metern Höhe. Dorthin folgt man einer Fahr-Schiebe-Tragepassage samt Gletscherschneefelder, die man am Schluss noch überqueren muss. Aber das ist schaffbar – vor allem, wenn man weiß, unweit wartet eine richtig geile Hütte mit bester Verpflegung, Sonnenterrasse und Wintergarten mit Blick auf den Ortler.

Ich war jetzt fünf Mal dort oben und meistens der einzige Biker zwischen all den Bergsteigern, die in aller Herrgottsfrüh zu ihren Touren aufbrechen. Wenn die Wanderer dann gegen 10 Uhr zurückkommen, starte ich auf einen der besten Abfahrts-Trails der Alpen. Die ersten 300 Höhenmeter sind noch technisch, aber dann geht’s flüssig und schnell dahin. Das ist das, was ich meine: Es ist sensationell, so weit oben im Hochgebirge biken zu können, ohne Vollprofi sein zu müssen. Man quält sich nicht durch zig Schlüsselstellen, sondern schießt unten raus einfach nur noch durch. Dazu strahlt der türkisblaue Vernagt-Stausee herauf, den man die ganzen 1300 Tiefenmeterfahrt niemals aus den Augen verliert. Von dort kurbelt man dann eine gute Stunde nach Kurzras, dem letzten Dorf im Schnalstal oberhalb von Meran. Das nächste Ziel ist das Rifugio Bellavista. Entweder kämpft man sich 800 Höhenmeter die sacksteile Straße hinauf – oder man fragt an der Gondel nett, ob man auch mit Bike hoch dürfte. Von der Hütte überblickt man wirklich das ganze Tal und große Teile der Abfahrt. Letztere wartet mit einigen Gegenanstiegen und bis zum Hochjochhospiz auch mit einigen tricky Abschnitten auf. Doch dann die Achterbahn: ein steinfreier Pfad, perfekt ausgetreten von den vielen Wanderern – die aber um die Zeit nicht mehr unterwegs sind. Ein finaler Traum-Trail auf dieser absoluten Traum-Tour.

Hochtour Ötztal – Bewertung

Hochtour Ötztal – Bewertung

Fabian Gleitsmann war als 13-Jähriger erstmals auf der Similaun-Hütte – allerdings zu Fuß. 20 Jahre später ist das Ötztal sein favorisierter Bike-Abenteuer-Spielplatz.

Fabian Gleitsmann

Fabian Gleitsmann


Seite 1 / 3
Gitta Beimfohr am 24.02.2017
Kommentare zum Artikel