Das Revier
Das Zillertal ist das breiteste Seitental des Inns. Auf seiner Länge von knapp 50 Kilometern verzweigt es sich in Gerlostal, Tuxertal, Zemmtal, Stilluptal und Zillergrund. Diese Verästelungen in alle Himmelsrichtungen machen das Zillertal vor allem für Touren-Biker interessant, da sich mit jedem erklommenen Berg ein neues Panorama öffnet. Da die Zillertaler Alpen mitten im Alpenhauptkamm liegen, sind die Anstiege in die Gipfelregionen lang und oft auch steil. Gerade Einsteiger können hier konditionell schnell an ihre Grenzen stoßen – wenn es die Seilbahnen nicht gäbe. Acht Bergbahnen liften nämlich im Sommer auch Bikes mit auf den Berg – zum Gratistarif.
Oben angekommen können Biker dann den oft kilometerlangen Panoramawegen folgen. Im ständigen Auf und Ab kommen auch so noch jede Menge Höhenmeter zusammen. Aber apropos Sommerbergbahnen: Auch Skifahren ist im Zillertal im Sommer möglich. Die Pisten am Hintertuxer Gletscher sind das ganze Jahr über geöffnet. So könnte man hier am Vormittag Skifahren und am Nachmittag zu einer Bike-Tour aufbrechen.
Offiziell erlaubt sind in ganz Tirol nur speziell für Mountainbiker ausgewiesene und gekennzeichnete Wege. Im Zillertal wurden bisher 1200 Kilometer ausgeschildert. Darunter auch die zwei angelegten Flowtrails an der Wiesenalm und am Isskogel.
Anfahrt
Mit dem Auto: von Deutschland entweder über die Inntalautobahn bis zur Ausfahrt Wiesing/Zillertal und weiter auf der Zillertal-Bundesstraße B169 (von München 170 km). Landschaftlich schöner und ohne Pickerl fährt man über Bad Tölz, Lenggries und den Achensee-Pass. Die Straße mündet im Inntal direkt am Eingang des Zillertals.
Mit dem Zug: von Kufstein und Innsbruck bis Jenbach. Dort einfach umsteigen in die Zillertalbahn.
Beste Touren-Zeit
Je nach Schneelage dauert es im Alpenhauptkamm immer etwas länger, bis die Wege ab 1800 Metern Höhe frei befahrbar sind. Die Seilbahnen und Hütten nehmen ihren Sommerbetrieb aber meist Anfang Juni auf und schließen etwa Mitte Oktober.
Im Hochsommer ist mit lokalen Wärmegewittern zu rechnen, die sich durch starke Sonneneinstrahlung gerade in felsigen Gipfelregionen bilden. Die Wolken haken sich dann in den Felsen fest und schütten sich aus, während unten im Tal das schönste Wetter herrscht. Daher ist es wichtig, über das aktuelle Bergwetter informiert zu sein: www.alpenverein.at
Unterkünfte
Bike-freundliche Betriebe aller Kategorien findet man im gesamten Zillertal. Vom 5-Sterne-Sporthotel, über Chalets und Appartements für Selbstversorger bis zu kleinen und feinen Frühstückspensionen ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei.
Infos unter www.zillertal.at, Tel. 0043/5288/87187
Karten
Kompass-Karte "Zillertaler Alpen–Tuxer Alpen", Blatt 37 im Maßstab 1:50000. Infos: www.kompass.de
In den Tourismusbüros ist eine neue Übersichtskarte gratis erhältlich, in der alle Zillertal-Touren eingezeichnet sind.
Touren und GPS-Daten
Die GPS-Daten der ausgewiesenen MTB-Touren im Zillertal finden Sie im interaktiven Touren-Planer von: www.zillertal.at
Zillertalbahn & Wanderbus
Damit man die verschiedenen Touren-Startpunkte innerhalb des Zillertals nicht mit dem Auto ansteuern muss, kann man zwischen Strass und Mayrhofen jederzeit in die Zillertalbahn oder in die Wanderbusse steigen. Die Bikes werden jeweils kostenlos transportiert.
Außerdem verläuft neben den Schienen der Zillertal-Radweg, auf dem man ebenfalls schnell von Ort zu Ort gelangt.
Zillertal Activcard 2016
Wer länger als fünf Tage im Zillertal Urlaub macht, für den lohnt sich der Kauf einer Activcard. Die Vorteile: täglich eine Berg- und Talfahrt mit einer von elf Seilbahnen, freier Eintritt in sechs Freischwimmbäder, freie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel (außer dem Dampfzug), Eintritt zur Sternwarte in Königsleiten und Preisermäßigungen bei verschiedenen Partnerbetrieben. Preis für sechs Tage: 61,50 Euro, Kinder 30,50 Euro. Vom 26.5.–9.10. erhältlich in allen Tourismusbüros, Bergbahnen und Bahnhöfen.
Geführte Bike-Touren
Das Zillertal steckt noch voller Bike-Geheimnisse, die bisher in keinem Touren-Buch aufgetaucht sind. Und diese kennt wohl niemand besser als ein Bikeguide, der hier schon als Kind auf Trail-Pirsch war:
Bike School Zillertal, Stefan Eberharter, www.bikeschool-zillertal.at
Bikearena Zillertal, www.bikearena-zillertal.at
Bicycle Holidays Max Hürzeler, www.huerzeler.com
Bikeguide Zillertal, Stefan Kröll, www.bikeguide-zillertal.at
Infos allgemein
Das Zillertal ist in vier Tourismusregionen unterteilt: Fügen–Kaltenbach, Zell/Gerlos, Mayrhofen–Hippach undTux–Finkenberg. Auskünfte, eine Liste mit Hotels, die regelmäßig geführte Touren anbieten und Infos über die Regionen gibt es über www.zillertal.at
2338 m ist das Tuxer Joch hoch. Alpenüberquerer mit guter Fahrtechnik lieben seine verblockte Abfahrt ins Wipptal. Leichter ist das Pfitscherjoch (2246 m) nach Sterzing.
8 Seilbahnen transportieren Mountainbikes kostenlos den Berg hinauf. Ein Service, den man nutzen sollte, denn die Energie, die man so spart, kann man in aussichtsreichen Höhen gut gebrauchen.
8 Minuten braucht die neue 3S-Penkenbahn von Mayrhofen zum Aussichtsberg Penken hinauf. Und sie hat sogar WLAN.
2400 Arbeitsstunden haben die Konstrukteure von Velosolutions für den Bau der neuen Trails am Isskogel investiert. Seit August 2015 dürfen die Trails nun befahren werden.
1200 Kilometer ausgeschilderte Bike-Strecken durchziehen das gesamte Tal von Strass bis zum Hintertuxer Gletscher. Alle Routen gibt es im interaktiven Touren-Planer gratis als Download: www.zillertal.at
20000 Quadratmeter Gletschereisfläche werden im Sommer mit einer Vliesplane abgedeckt, um das Eis vor dem Schmelzen zu schützen. 1,6 Meter Eisdicke können damit pro Jahr gerettet werden.
Anzahl der Gletscher insgesamt: 85
20 Almabtriebe im Herbst: Ende September werden die glücklichen Kühe mit Blumen und Glocken geschmückt und ins Tal hinuntergetrieben. Für die Einheimischen war das schon immer ein Fest, heute reisen auch Touristen von weit her an, um dieses Spektakel miterleben zu können.
380 Heumilch-Bauern füttern ihre Kühe nur mit frischem Almgras oder Heu. Daher enthält die Heumilch deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren, und das schmeckt man auch in Joghurt und Käse.
5,2 Kilometer lang ist der Wiesenalm-Trail von der Mittelstation der Rosenalmbahn hinunter. Eingedröselt auf 700 Höhenmeter enthält der Trail alle Kurvenarten, die man sich nur vorstellen kann.
152 bewirtschaftete Hütten kann man im Zillertal auf Tour ansteuern. Gekocht wird stets mit regionalen Produkten. Ob es zum Essen Kristall-Secco oder Heumilch gibt, hängt von der gewählten Hütte ab.
9:24,21 Stunden Rekordzeit bei der Zillertal Bike Challenge: Gehalten wird diese Fabelzeit von Marathon-Profi Markus Kaufmann. Dreimal gewann er bereits das dreitägige Rennen mit insgesamt 203 Kilometern und 9180 Höhenmetern. Infos zur neuen Strecke gibt's
hier
35 % Steigung warten auf den letzten Metern zum Übergangsjoch hinauf. Und das ist nur eine von vielen Härteprüfungen der Zillertal Bike Challenge. Das Rennen wird 2016 zum achten Mal ausgetragen.
Auf den Mountainbike-Touren sieht man viel vom Zillertal, doch jenseits der ausgeschilderten Routen warten ein paar Highlights, für die man das Bike besser im Hotel stehen lässt. Perfekt für Familien oder an bike-freien Tagen.
In drei Tagen das gesamte Zillertal durchqueren und dabei kein landschaftliches Highlight auslassen – Die Zillertal Bike Challenge führt in drei Etappen von Fügen zum Hintertuxer Gletscher. Damit alle Racer in den Panoramagenuss kommen, dürfen zwei Kategorien den Lift nutzen. Wie viel Renntempo man also vorlegt, bleibt jedem Teilnehmer selbst überlassen.
Der dreimalige Sieger Markus Kaufmann vom Centurion-Vaude-Team dürfte dem Gletscherpanorama während des Rennens jedenfalls nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt haben. Der 34-jährige Marathon-Profi hat die gesamte Strecke, vom Taleingang in Fügen bis zum Hintertuxer Gletscher hinauf, bereits in 9:24,21 Stunden zurückgelegt.
Hobby-Fahrer lassen sich da schon deutlich mehr Zeit, denn die Zillertal Bike Challenge gehört mit zu den härtesten Rennen, die man sich in den Alpen vornehmen kann. Schließlich findet das Rennen mitten im Alpenhauptkamm statt. Das bedeutet, die Anstiege sind lang und zum Teil steil bis extrem steil. Dreimal kratzt die Strecke an der 2000-Meter-Marke, zweimal schießt sie weit drüber hinaus. Wer am Ende das Tuxer-Ferner-Haus auf 2660 Metern Höhe erreicht, hat sich drei Tage nacheinander 3000 Höhenmeter in die Beine gepumpt und darf zu Recht stolz auf sich sein.
Aber wie bei jedem guten Marathon gibt es natürlich auch im Zillertal zwei leichtere Varianten. Nur werden die hier nicht einfach auf halber Höhe durch den blickdichten Wald gelegt. Bei der Zillertal Bike Challenge dürfen die Teilnehmer in die Bergbahnen steigen. Das reduziert Höhen- und Kilometer, aber nicht die Aussicht. So kommen alle Teilnehmer in den Genuss der Zillertaler Panoramawege.
3 Renntage, 203,5 km/9180 hm bergauf/ 7130 hm bergab, 0 Bergbahnen
Etappe 1: Fügen – Zell am Ziller
67,8 km/3000 hm bergauf, 2970 hm bergab, max. Steigung: 28 %
Die erste Etappe von Fügen nach Zell bekommt dieses Jahr ein neues Gesicht: Von Fügen geht es nach Hochfügen hinauf, doch dann dreht der Kurs nun zur Talstation der neuen Panoramabahn Geols und weiter auf das Onkeljoch (1850 m). Von dort hinunter nach Hochfügen und über die Schotterstraße im Finsinggrund nach Ried/Kaltenbach. Weiter durch die Orte Kaltenbach und Stumm, dann wartet wie immer der Stummerberg und der Kapaunsalm-Panoramaweg. Die Belohnung des Tages: Die Abfahrt nach Zell am Ziller führt über Teile des Wiesenalm-Flowtrails!
Etappe 2: Zell am Ziller – Mayrhofen
69,4 km/3070 hm bergauf, 3100 hm bergab, max. Steigung: 35 %
2000 Höhenmeter gleich nach dem Frühstück. Dabei sind die ersten 1500 Höhenmeter zur Kreuzjochhütte noch ganz gut zu kurbeln, doch mit einer 35-Prozent-Rampe wie der hier zum Übergangsjoch hinauf, dürften die wenigsten schon mal konfrontiert worden sein. Dafür überblickt man von hier oben die komplette Gletscherlinie des Zillertals und: Auf der Abfahrt geht’s durch die geshapten Anlieger der Isskogel-Trails nach Gerlos hinunter. Dort noch mal 600 Höhenmeter zur Kreuzwiesenalm hinaufbeißen, den Panoramaweg genießen, Abschnitte des Wiesenalm-Trails bergab durchzirkeln und schließlich auf dem Zillertal-Radweg den Etappenzielbogen in Mayrhofen anpeilen.
Etappe 3: Mayrhofen – Tuxer-Ferner-Haus
50,5 km/2900 hm bergauf, 900 hm bergab,max. Steigung: 29 %
Nach einer kurzen Rundfahrt durch Mayrhofen geht es über Finkenberg und Astegg auf das Penkenjoch. Den Blick schon fest auf den gleißenden Gletscher gerichtet, geht’s noch mal steil zur Wanglalm hinauf, bevor man die grobe Schotterstraße nach Vorderlanersbach hinunterkurvt. Die angenehm ansteigende Talstraße führt nach Hintertux hinauf, wo der Schotterweg zur Bichlalm abzweigt. Hier liegt der Tuxer Ferner wirklich in ganzer Pracht und zum Greifen nahe vor dem Lenker. Doch die Entfernung täuscht. Ab dem Sommerberg muss man für die letzten 500 Höhenmeter ins Ziel noch einmal bis auf die Sattelspitze rutschen, so steil ist der Weg. Doch am Tuxer-Ferner-Haus wartet schließlich der Zielbogen!
3 Renntage, 159,5 km/4255 hm bergauf, 9085 hm bergab, 5 Bergbahnen
Die drei Etappen der Prince- und Princess-Kategorie fahren fast die gleiche Strecke wie die Kings und Queens, mit dem Unterschied, dass Sie mit fünf Liften insgesamt knapp 4000 Höhenmeter einsparen dürfen: Panoramabahn Geols, Rosenalmbahn I + II, Isskogelbahn, Penkenbahn, Gletscherbus in Hintertux
3 Renntage, 122,5 km/3580 hm bergauf, 4715 hm bergab, 4 Bergbahnen
In der leichtesten Kategorie dürfen vier Seilbahnen genutzt werden, und die Strecke ist zusätzlich um einige Steilrampen entschärft. So hilft am letzten Tag zum Beispiel der Gletscherbus 1, doch den finalen Schlussanstieg zum Tuxer-Ferner-Haus müssen sich die Lords und Ladies schon noch selbst hochkämpfen.
Man kann zum Rennen auch im Team antreten. Von mindestens fünf Teilnehmern werden am Ende der dritten Etappe die drei schnellsten Zeiten gewertet. Insgesamt werden bei der Zillertal Bike Challenge 15000 Euro Preisgeld ausgeschüttet. Alles zu den Strecken, den Teilnahmebedingungen und zur Anmeldung: www.zillertal-bikechallenge.com
Die Zillertal Bike Challenge hat sich als Kletter-Prüfung etabliert. Wir verlosen zwei Starterpakete für das 3-Tages-Event inkl. Startplatz und Übernachtung im 4-Sterne-Hotel.
Zum Gewinnspiel hier klicken

Redakteurin