Italien: Garda Ronda - Lago-Umrundung mit dem EMTB Italien: Garda Ronda - Lago-Umrundung mit dem EMTB

Italien: Garda Ronda - Lago-Umrundung mit dem E-MTB

Mit dem E-Mountainbike um den Gardasee

Uli Stanciu am 19.12.2016

Eine Umrundung des Gardasees in sechs fantastischen Etappen – zusammengestellt von EMTB-Herausgeber Uli Stanciu, dem Gardasee-Kenner schlechthin, speziell für E-Mountainbiker.

Unter Garda Ronda stellt man sich auf den ersten Blick vielleicht eine schnelle Runde um den Lago auf der Straße vor. Das wären ziemlich genau 158 Kilometer ohne nennenswerte Höhenmeter. Rennradler schaffen das an einem Tag. Doch das Konzept dieser Garda Ronda für Biker und E-Biker ist weit davon entfernt. Mal abgesehen davon, dass die Hauptstraßen um den See sehr verkehrsreich sind, führen die Gardesana Orientale und Occidentale im Osten und Westen durch lange, teils finstere Tunnel. Die Gefahr, hier vom Auto abgeräumt zu werden, ist einfach zu hoch. Bei dieser Garda Ronda aber berührt man diese Straßen nicht, allenfalls überquert man sie mal in den Hauptorten.
Die Idee dieser Garda Ronda liegt vielmehr im grandiosen Landschafts- und Trail-Erlebnis um den Lago. Die Route verbindet fast alle Highlights: vom Monte Baldo über Monte Caplone und Tremalzo. Dabei lässt sich die Strecke ganz unterschiedlich gestalten. Die hier beschriebene Route im Uhrzeigersinn gehört zu den schönsten und ist speziell für E-Mountainbiker konzipiert: Die maximal sechs Etappen lassen sich durchweg – bei Einsatz von allerhand Muskelkraft – mit einer normalen Batterie schaffen.

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GARDA RONDA – DIE STRECKE

Schaut man sich den Gardasee aus der Vogelperspektive an, dann sieht man im Osten und im Westen die schroffen, markanten Berge, im Norden zwischen Riva und Torbole das Sarcatal und im Süden zwischen Garda und Salo den großen, flachen Teil der nördlichen Po-Ebene. Gestandene Mountainbiker werden bei diesem südlichen Teil die Nase rümpfen – alles topfeben, viel Tourismus und viel Verkehr, für Biker uninteressant. Falsch. Die Garda Ronda führt hier abseits der Hauptverkehrsrouten teils direkt am See entlang, überwiegend aber durch Olivenhaine und Weinberge, durch einsame Zypressenalleen, zum guten Teil auf Trails und Waldwegen. Gerade dieser Teil ist schöner und spannender als man denkt. Natürlich könnte man das alles auslassen, indem man von Torri del Benaco nach Toscolano Maderno die Fähre nimmt. Das würde die Fahrt um zwei Tage verkürzen. Aber man würde etwas versäumen.

Nicht so ganz einfach zu gestalten ist dagegen die Streckenführung im Osten und im Westen. Fangen wir mit dem Osten an: Als erstes Bollwerk liegt da der Monte Altissimo, an dessen Nordflanke man speziell mit dem
E-MTB auf schmalem Asphaltweg locker aufwärtsrollt. Möchte man von dort über den bekannten, anspruchsvollen Navene-Trail wieder zum Lago abfahren, so kommt man von hier nur auf dem Radweg am See entlang weiter nach Süden – schön, aber fahrtechnisch nicht prickelnd. Die wenigen Schotterwege und Trails an der Westflanke des Monte Baldos oberhalb von Malcesine bis Brenzone sind durchweg so ruppig und so steil, dass man sie selbst mit dem E-MTB nur mit längeren Schiebepassagen schafft.

Die Lösung für diesen Teil der Lago-Runde liegt ganz klar auf der Ostseite des Monte Baldos. Hier gibt es gleich mehrere Varianten, von der schmalen Strada Graziani zwischen Rifugio Graziani und Spiazzi bis zu den hübschen Trails am Lago Pra da Stua, an der Madonna della Neve und am Passo Cerbiolo. Kennen Sie alles nicht? Ein Grund mehr, die Garda Ronda in Angriff zu nehmen. Auf dieser Seite hat man zwar kein Lago-Panorama, aber dafür sind die Blicke hinunter ins Etschtal ähnlich faszinierend. Erst weiter im Süden quert man dann die Schulter des Monte Baldos Richtung Lago. Auf der langen Abfahrt von der Malga Zocchi zum Dörfchen Campo sind die Weitblicke über den Gardasee dafür umso berauschender. Da gibt es Stellen, von denen aus man Monte Brione ganz im Norden und Sirmione ganz im Süden gleichzeitig sehen kann. Besser geht’s nicht.

Die Westseite des Lagos bietet deutlich mehr Möglichkeiten: Die faszinierend schroffen Berge im lombardischen Teil des Gardasees sind durchzogen von Schotterstraßen und Trails. Zum größeren Teil fährt man hier auf Militärwegen aus dem ersten Weltkrieg. Hier hat man eine große Auswahl an Routen – von ganz leicht am See entlang bis hin zu langen Anstiegen und Abfahrten durch traumhafte Landschaften am Monte Caplone und am Tremalzo.

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Garda Ronda – Impressionen

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Uli Stanciu am 19.12.2016
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