Entlang der Mosel von Zell nach Trier in drei Tagesetappen. In den berühmten deutschen Weinbergen erfahren Biker, was Flow bedeutet. Mit GPS-Daten zum Gratis-Download.

Alle reden von Flow. Auch der Typ am Telefon will mich mit dem anglizistischen Fachvokabular ködern. Von "flowigen" Supertrails erzählt er, die angeblich direkt vor seiner Haustür durch die Landschaft kurven. Kilometerweise. Und dabei warten sie nur auf grobstollige Reifen. Wo bitte soll das sein? An der Mosel? Nu is’ aber gut. In meiner Vorstellung von dieser Gegend spielen Trails und Flow eine eher untergeordnete Rolle. Ich denke da vielmehr an schummrige Weinstuben im Eiche-rustikal-Ambiente, bevölkert von schunkelnden Kegelclubs und an der Wand Sprüche wie "Alter Wein und junge Weiber sind die besten Zeitvertreiber". Aber Ralph lässt nicht locker, erzählt was von einer Etappen-Tour, die er und sein Kompagnon Achim ausgearbeitet haben. Immer am Hochufer der Mosel entlang, zu fahren mit größtmöglichem Bike-Vergnügen und gespickt mit absolut postkartentauglichen Aussichtspunkten. Weinprobe am Abend? Lässt sich arrangieren! Und irgendwie werde ich doch langsam schwach. Gebongt, dann werden wir den Flow-Faktor vor Ort mal fachmännisch überprüfen.

"Der liebe Gott hat nicht gewollt, dass edler Wein verderben soll, drum hat er mit den Reben, auch uns den nötigen Durst gegeben". Hab ich’s doch geahnt. Unser erster Tag an der Mosel ist keine zwei Minuten alt, da knallt mir schon der erste Schüttelreim von der gegenüberliegenden Hauswand entgegen. Knapp dahinter wird mein morgendlich trüber Blick von einer grün bewachsenen Wand ausgebremst. Die Zeller Weinberge sind so steil, dass sie – bestünden sie aus nacktem Fels – ohne Weiteres als Kletter-Eldorado durchgingen.

Die gesamte Mosel-Tour mit diesen GPS-Daten finden Sie unten als Download:
• 1. Etappe: Strecke 51,1 km, 1.350 hm, Fahrzeit 5 h, Schwierigkeitsgrad mittel - schwer
• 2. Etappe: Strecke 49,9 km, 1.250 hm, Fahrzeit 5:30 h, Schwierigkeitsgrad mittel - schwer
• 3. Etappe: Strecke 58,7 km, 1.210 hm, Fahrzeit 5 h, Schwierigkeitsgrad mittel - schwer

Gitta Beimfohr am 31.10.2012