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BIKE-Redakteur Peter Nilges erklärt den Rollwiderstand von Reifen.
Rollwiderstand von Reifen

Wenn ein Reifen wie Kaugummi am Boden klebt und die Kraft aus den Beinen saugt, liegt’s am hohen Rollwiderstand. BIKE-Redakteur Peter Nilges erklärt das Phänomen.

Wer jemals einen weichen, stark dämpfenden Downhill-Reifen bewegt hat, kann bestätigen, dass der Rollwiderstand ein mächtiger Gegner sein kann, sobald das Gefälle nachlässt. Jeder Tritt verpufft, als würde man über Knete fahren.

Doch was ist überhaupt Rollwiderstand?

Wenn ein Fahrer auf dem Bike sitzt, werden die Reifen am Kontaktpunkt mit dem Boden (Bodenaufstandsfläche) durch die Gewichtskraft eingedrückt. Mit jedem Abrollen eines Reifens geht Energie verloren. Der Verlust entsteht durch die permanente Verformung des Reifens beim Durchlaufen dieser Bodenaufstandsfläche. Dabei wird mechanische Energie in thermische umgewandelt. Wie hoch der Rollwiderstand eines Reifens tatsächlich ist, hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Einen Reifen zu konstruieren, der nur leicht rollt, ist für die meisten Hersteller keine unlösbare Aufgabe. Aber ein niedriger Rollwiderstand ist leider nicht die einzige Anforderung an einen Reifen. Dadurch, dass Brems-, Kurven- und Lenkkräfte übertragen werden müssen, entsteht ein Zielkonflikt. Durch die Reduzierung der Rollreibung um zehn Prozent würde sich auch der Bremsweg unter bestimmten Bedingungen um den gleichen Betrag erhöhen. Ein schlechter Tausch. Der Reifenaufbau entscheidet, ob er leicht und geschmeidig abrollt oder am Boden klebt.

1. Gummimischung
Sie macht den Löwenanteil am Rollwiderstand aus. Ein Schwalbe Hans Dampf mit Pace-Star-Gummimischung rollt beispielsweise mit 29,7 Watt. Der gleiche Reifen mit griffigerer Trail-Star-Mischung kommt dagegen auf 41,8 Watt. Satte 29 Prozent Unterschied.
2. Karkasse
Der Aufbau der Karkasse kann den Rollwiderstand um circa zehn Prozent beeinflussen. Eine feine Karkasse mit 127 Ends per Inch (EPI) ist flexibler als eine grobe 30-EPI-Karkasse, die bei günstigen Reifen zum Einsatz kommt, wodurch weniger Energie zum Verformen benötigt wird.
3. Radgröße und Luftdruck
Je größer das Rad, desto leichter rollt es, wie die Tests auf dem Rollenprüfstand belegen. Bei kleineren Reifen wirkt sich die Reifenverformung im Verhältnis stärker aus. Der Reifen wird unrunder. Nur auf der Rolle oder auf Asphalt sorgt ein hoher Luftdruck für weniger Widerstand. Im Gelände ist es umgekehrt. Mit weniger Luft rollt es deutlich besser.
4. Reifenbreite
Breitere Reifen rollen besser als schmale. Die Bodenaufstandsfläche ist bei gleichem Luftdruck und Gewichtsbelastung zwar gleich groß, besitzt aber eine andere Form. Beim breiten Reifen (links) ist die Fläche kürzer und damit auch der bremsende Hebelarm. Außerdem federt der schmale Reifen tiefer ein, wodurch mehr Material verformt werden muss.
5. Profil
Das Profil hat den geringsten Einfluss auf den Rollwiderstand. Vor allem auf glatten Böden rollen grobe Profile mit viel Platz zwischen den Stollen etwas schlechter als Profile mit hohem Positiv-Anteil.

Unten finden Sie ein PDF mit den Inhalten dieses Artikels und einer Tabelle über verschiedenen Reifenmodelle und deren Rollwiderstand.

Text:Peter Nilges14.01.2013

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(1 Seiten, 0,28 MB, Ausgabe: 1/2013)

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