© Daniel Klawczynski
Soldaten und ihre Pferde machten die Pfade im Gebirge fahrbar.
Georgien

Die Nachrichten aus dem Kaukasus sind meistens schlecht. Die Trails des höchsten Gebirges Europas aber sind ein Abenteuer. Drei Polen machten sich auf in den tiefsten Osten Georgiens.

Als Gott die Länder unter den Menschen verteilte, vergaß er glatt die Georgier. Als diese darauf ein herzzerreißendes Klagelied anstimmten, war Gott so gerührt, dass er ihnen ein Stück von dem Land abgab, das er für sich selber vorgesehen hatte. So geht eine Geschichte, die man sich in Georgien erzählt. Nach der Landung in der Hauptstadt Tiflis stehen wir erst einmal in einer Sauna. Es ist nicht paradiesisch sondern heiß. Das Thermometer zeigt 45 Grad – damit hatten wir nicht gerechnet. Wir wissen noch nicht viel über Georgien: dass das Land etwa so groß ist wie Bayern und im Osten ans Schwarze Meer grenzt. Und, dass es fast komplett von einem wirklich hohen Gebirge bedeckt ist – dem Kaukasus. Von dieser heißen, klebrigen Luft aber hatte uns niemand erzählt. Wie ein schmieriger Film legt sie sich auf die Haut.

Gerade zerren wir unser Gepäck aus dem Flughafen, da eilt ein Mann auf uns zu und begrüßt uns wie alte Freunde. Nico, den wir nur digital aus dem Downhill-Forum kennen, hat uns an unseren Bike-Kartons erkannt. Jetzt geht er uns wieselflink zur Hand, organisiert, plant und delegiert. Uns ist das recht: Nico weiß, wo wir am Flughafen die Kartons verstauen, wo wir am besten Proviant einkaufen – und dass dieses morsche Seil ausreicht, um unsere Bikes auf dem Dach seines ebenso maroden Autos festzuzurren. Als wir schließlich im Auto die erste Pass-Straße hinaufkurven, reicht uns unser neuer Freund ein paar Flaschen „Borjomi“ nach hinten. Das beste Mineralwassers des Landes. Erst später lernen wir, was für ein Geschenk das war: Dieses Wasser ist hier teurer als Coca-Cola. Wir sind auf dem Weg nach Tuschetien, ganz im Osten des Landes. Selbst für Georgien ist dort das Ende der Welt. Aber auch die spannendste Region zum Biken. Kaum ein Gipfel unter der 3000-Meter-Marke. Unsere Route führt uns von Tiflis über den Großen Kaukasus. Die Straße ist noch gar nicht so alt und das abenteuerlichste, was ich je an Straßenbau erlebt habe. Eng gewickelt und ausgesetzt schraubt sich das Band die Bergflanken hinauf.

Die ganze Story über das Abenteuer Georgien finden Sie unten als PDF-Download.

Nach anfänglicher Durststrecke, bald ständig nasse Füße...
Georgien 2011
Nach anfänglicher Durststrecke, bald ständig nasse Füße...
© Daniel Klawczynski

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Text:Daniel Klawczynski 19.12.2011

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(6 Seiten, 2,39 MB, Ausgabe: 12/2011)

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