© Thomas Rögner
No Man's Land – die Transkei in Südafrika
Südafrika: Transkei

Uber der Transkei in Südafrika ist der Himmel weiter als anderswo, die Trails unendlich und das Licht überirdisch. Willkommen im Niemandsland, dem wahrscheinlich größten Singletrack-Revier der Welt.

„So versteht dich keiner“, sagt Rohan und lacht, „Das Klicken muss mit der Zunge am Gaumen gemacht werden.“ Also noch mal: „Ndiya zama utheta isi-X-Klick-hosa“. Das lerne ich nie. isiXhosa, die Stammessprache im Eastern Cape in Südafrika, kennt 21 verschiedene Klicklaute. Ich bekomme nicht mal einen davon hin, denn ich kann nur sprechen oder schnalzen, jedoch nicht beides gleichzeitig. Aber ich habe ja noch ungefähr 300 Kilometer Singletrail und geschätzte 5000 Schulkinder vor mir, an denen ich meine neuen Sprachkenntnisse erproben kann.

Wir sind unterwegs im afrikanischen No Man’s Land in der nördlichen Transkei, das Land jenseits des Flusses Kei. Von Durban am Indischen Ozean zu den Riesen der Drakensberge von Lesotho verläuft die Route, die Rohan Surridge für uns geplant hat. Adventure trail riding nennt der gebürtige Südafrikaner unseren Trip, in diesem Fall ein Abenteuer mit VW-Busbegleitung, Mittags-Picknick und einem Guide, der glücklicherweise drei afrikanische Dialekte fließend spricht. Wir schwitzen gerade unter der afrikanischen Sonne auf einer langen, komplett schattenlosen Schotterstraße, als Rohan erzählt, wie er auf die Idee für seine geführten Touren kam. „Ich saß frierend bei minus zwei Grad in einer Hütte vor dem Lehana-Pass, als es früh um vier Uhr zu schneien begann, und mein Kumpel und ich überlegten, ob wir wirklich weitermachen sollten.“

Rohan und sein Freund Steve Thomas bestritten die Freedom Trail Challenge, ein Rennen über 2350 Kilometer von Pietermaritzburg ans Kap der Guten Hoffnung, das ohne Unterstützung von außen in 26 Tagen absolviert werden muss. „Damals dachte ich mir, die Trails hier in dieser Gegend sollten auch andere Mountainbiker genießen können, bei schönem Wetter und ohne den Druck eines Rennens.“ Hervorragender Gedanke. Nach dem langen Anstieg auf Schotter biegt Rohan nach der letzten grünen Rundhütte wieder auf einen dieser super schmalen, mit Lehm festgebackenen Singletrails ab, und wir cruisen kilometerlang durch das stoppelige Grasland der Kuhweiden hinab zum Mkomazi. Der Fluss, der zum Indischen Ozean fließt, hat tiefe, weite Täler in die Landschaft gegraben. Ständig öffnen sich neue schmale Trails, deren Verlauf durch die Hügel unübersehbar wird. Rohan rollt vor uns, hangelt sich in diesen Verästelungen immer weiter, wie ein Eichhörnchen, das von Zweig zu Zweig springt. Tausende von Ziegen, Schafen, Pferden, Kühen und Menschen haben diese Linien in den trockenen Boden gestempelt. Ein archaisches Kommunikations- und Handelsnetz, ohne Planung oder Beschilderung. Die Orientierung erfolgt nach der Himmelsrichtung, Landmarken wie Hügel, Sendemasten und Flusstälern und nach Rohans’ Gedächtnis, sowie sporadischen GPS-Aufzeichnungen.

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Text:Thomas Rögner25.05.2012

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