13.000 Besucher an der Strecke
Unter den begeisterten Zurufen der Zuschauer, die sich bei wechselhaftem Wetter in Saalfelden Leogang einfanden, zeigten die Athleten ein Maximum an Leistung und boten ein spektakuläres Rennen. Etwa 13.000 Besucher kamen am verlängerten World-Cup-Wochenende nach Leogang, um bei diesem internationalen Radsport-Highlight live mit dabei zu sein.
Nasse Wurzeln zum Zähneausbeißen
Der Kurs des UCI Downhill World Cup in Leogang zeichnete sich im Besonderen durch seine anspruchsvollen Passagen aus, die den Fahrern ein hohes Maß an Konzentration und Können abverlangten. Besonders der letzte, mit Wurzeln gespickte und durch den Regen sehr rutschige Streckenabschnitt, erwies sich als Herausforderung für die Athleten. Der etwa 2600 Meter lange und sich über 836 Höhenmeter erstreckende Kurs war in diesem Jahr deutlich schneller als im Vorjahr, auch wenn der Schlamm die Fahrer etwas verlangsamte.
Pugin drei Sekunden schneller als Rachel Atherton
Der Sonntagnachmittag wurde um 13.15 Uhr mit dem großen Downhill-Finale der Damen eingeläutet. Obwohl das Finale selbst bei trockenem Wetter ausgetragen wurde, war der Kurs durch den Regen aufgeweicht. Gerade die Wurzelsektion bereiteten vielen Starterinnen und auch den nachfolgenden Herren einige Probleme. Floriane Pugin (FRA) legte bei den erschwerten Bedingungen einen absolut beeindruckenden Run hin und überholte mit ihrer Bestzeit von 4:29.427 die beiden Britinnen Rachel Atherton (2. Platz/4:32.010) und Tracey Moseley (3. Platz/4:32.119). Sie gewann bei ihrem ersten World-Cup-Stop mit einem großen Vorsprung von über zwei Sekunden. Das Rennen war bis zum Schluss spannend, da sich die Damen auf dem Hot Seat reihenweise ablösten. Gerade die letzten drei Starterinnen nahmen jeweils die begehrte Position ein und mussten ihrer jeweiligen Nachfolgerin Platz auf dem begehrten Sitz machen. Die Gewinnerin des letzten World Cup Stops in Fort William, Tracy Moseley, gab ihren Sitz nur ungern an Atherton ab, die dann den ersten Platz für die letzte Starterin räumen musste. Österreichische Hoffnungsträgerin Petra Bernhard kam auf den sechsten Platz und kletterte im Gesamtranking somit auf Platz neun.
1st PUGIN Floriane FRA 4:29.427
2nd ATHERTON Rachel GBR 4:32.010
3rd MOSELEY Tracy GBR 4:32.119
4th NICOLE Myriam FRA 4:39.233
5th JONNIER Sabrina FRA 4:40.162
6th BERNHARD Petra AUT 4:43.384
7th SIEGENTHALER Emilie SUI 4:48.904
8th GATTO Micayla CAN 4:50.707
9th GROS Céline FRA 4:52.681
10th CHARRE Morgane FRA 4:55.535
Aron Gwin hängt Gee Atherton ab
Direkt im Anschluss folgte das Downhill-Finale der Herren. Zur großen Freude der österreichischen Zuschauer übernahm Markus Pekoll (AUT) zwischenzeitlich die Führung und konnte diese gegen mehrere Fahrer verteidigen, bevor er dann den Hot Seat für Brook MacDonald (NZL/3:54.796) räumen musste. Pekoll schaffte es schließlich auf Platz 16. Zunächst sah es so aus als ob Steve Peat (GBR) die Führung übernehmen würde, doch dann verlor er aber seine Ideallinie und musste sich mit dem 12. Platz (3:58.984) zufrieden geben. Mehrfacher Downhill-Weltmeister Sam Hill (AUS/3:53.406) war bereits bei der ersten Zeitmessung über zwei Sekunden schneller als MacDonald und zwang ihn dann auch den Seat zu räumen. Jedoch war der Vorsprung nicht groß genug, sodass der Australier es sich dort nicht wirklich bequem machen konnte. Nach dem Lauf vom letztjährigen Gewinner in Leogang, Greg Minnaar (RSA/3:49.902), war es dann soweit, denn bei beeindruckenden fast vier Sekunden Vorsprung war die erste Position absolut verdient. Fabien Barel (FRA) verlor bei einem Sturz wertvolle Zeit, was wieder einmal zeigte, dass der anspruchsvolle Kurs selbst für die absoluten Superstars der Szene keine einfache Aufgabe darstellte. Nach dem großen Vorsprung von Minnaar hatten sich bereits viele auf einen Sieg des Südafrikaners eingestellt, aber Gee Atherton (GBR/3:46.294) konnte die ohnehin schon unfassbare Zeit noch einmal um weitere drei Sekunden unterbieten. Der Schnellste aus dem Qualifying Aaron Gwin (USA/3:44.181) sorgte ganz am Ende noch einmal für eine gehörige Überraschung: Er übertraf die schnellste gefahrene Zeit noch einmal um unglaubliche zwei Sekunden bei einem Rennen, wie es spannender nicht hätte sein können.
1st GWIN Aaron USA 3:44.181
2nd ATHERTON Gee GBR 3:46.294
3rd MINNAAR Greg RSA 3:49.902
4th SMITH Steve CAN 3:52.123
5th HILL Samuel AUS 3:53.406
6th HART Danny GBR 3:53.434
7th GRACIA Cédric FRA 3:53.538
8th LEOV Justin NZL 3:54.165
9th BLENKINSOP Samuel NZL 3:54.344
10th MACDONALD Brook NZL 3:54.796
Fotos: Victor Lucas.
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