Nach dem elektronischen Lockout von Fox (ICD) steigt nun auch Rock Shox mit einem elektronischen Fahrwerk ein. Die drei Accell-Firmen Ghost, Haibike und Lapierre haben zusammen das automatische und intelligente EI-Shock-System entwickelt. Es basiert auf einem Monarch RT3-Dämpfer, an dem ein Stellmotor automatisch zwischen fünf verschiedenen Dämfper-Modi hin- und herschaltet. Seine Signale bekommt er dabei von der Steuerungszentrale. Die wiederum bekommt von drei Sensoren Input:
- ein Sensor am Tretlager gibt weiter, ob getreten wird oder nicht
- ein Beschleunigungssensor sitzt unter der Steuersatzkappe...
- ...ein weiterer im unteren Bereich der Federgabel. Diese beiden kontrollieren die Intensität und Häufigkeit der Schläge und geben die Signale 10-mal pro Sekunde an den Dämpfer weiter.
5 Jahre Entwicklung und viel Potenzial für die Zukunft
Knapp fünf Jahre haben die Bike-Firmen der Accell-Gruppe mit Rock Shox und Trelock an dem batteriegetriebenen System gearbeitet. Die erste Idee und viel Input kamen von der "Ecole Centrale Lyon". Auch der Monarch RT3-Dämpfer wurde von Rock Shox nochmals komplett überarbeitet. Zudem wurde der Stellmotor, der die verschiedenen Modi des Federbeins einstellt, in den Dämpferkopf integriert. So wiegt das EI-Shock-System nur 350 Gramm mehr als ein normaler Monarch-Dämpfer ohne Lockout-Hebel.
Batterie und Computer
Der Akku wird je nach Bike-Modell auf dem Unterrohr oder in den Flaschenhalter-Ösen befestigt. Er soll 25 Fahrstunden halten und benötigt drei Stunden zum Laden. Falls er mal auf Tour leer sein sollte, verharrt der Dämpfer im zuletzt gewählten Dämpfermodus. Im Notfall lässt sich mit einem kleinen Inbus-Schlüssel (2,5 mm) auch manuell zwischen den Einstellmöglichkeiten hin- und herschalten.
21 Modelle mit der EI-Shock-Technologie
Insgesamt wird es 21 Bikes mit der neuen Technologie von Ghost, Haibike und Lapierre geben. Von Ghost werden das beispielsweise das neue Lector 29er-Fully sein, das AMR, das AMR+ und das neue Cagua mit 650B-Laufrädern. Haibike wird fünf Modelle anbieten: Zwei beim Sleek 26, zwei Bikes des neuen Sleek 29er-Fullys und das Heet RX. Zu den Preisen schwiegen sich die Hersteller noch aus. Aber es hieß: es soll bezahlbar bleiben.
Erster Fahrbericht des EI-Shock Systems: Die Hände bleiben am Lenker
Nachdem ich am RT Lector 2990 von Ghost - dem neuen 100-Millimeter-Fully - Dämpfer und Gabel justiert habe, klicke ich mich kurz durch das Menü des Computers bis ich zur "Sensibilität" komme. Die stelle ich auf Stufe 1 von 5, d.h. dass das EI-Shock-System im Automatik-Modus sehr sensibel auf Schläge reagiert und den Dämpfer eher öffnet als in Stufe 5.
Die ersten Meter auf der Asphaltstraße trete ich richtig in die Pedale. Das quittiert das System sofort mit einem leisen Surren und blockiert damit den Dämpfer. Das Geräusch hört sich an, wie wenn Shimanos Di2 vorne das Kettenblatt wechselt. Sobald wir in den Trail einbiegen und ich zu Treten aufhöre, signalisiert mir das leere Dämpfer-Symbol auf dem Computer, dass er sich nun in der offenen Stellung befindet. Beim Antreten nach Wurzeln oder Steinen braucht die Sensorik etwa eine Kurbelumdrehung, bis der Monarch-Dämpfer blockiert. Wer im ruppigen Gelände pedaliert, muss das nicht mit einem blockierten Federbein tun. Die Gabel registriert die Schläge und zusammen mit dem Signal, dass getreten wird, entscheidet es, den Dämpfer nur halb zu blockieren.
Speziell in welligem, sehr abwechslungsreichen Terrain sorgt das EI-Shock-System dafür, dass man immer extrem effizient fährt. Wer lieber einen festen Modus wählen will, kann das mit ein paar Klicks am Daumenhebel vom Handgriff aus tun.
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