Vier Stunden lang hatten die Münchner Mountainbiker auf der Ostseite der Isar zwischen der Großhesseloher und der Grünwalder Brücke eingesammelt, was da nicht hingehört. Wenig verwunderlich: Radlermüll war nur wenig dabei. Überreste von Feiern und – noch schlimmer – Sondermüll stellten den Großteil des Unrats, der bei der Säuberungsaktion aus dem Wald gezogen wurde. Für die fachgerechte Entsorgung des Drecks sorgte anschließend das Abfallwirtschaftsamt München, das die Helfer mit Arbeitshandschuhen und Mülltüten ausstaffiert und zur Unterstützung zwei Kleinlaster samt Personal in die Isarauen entsandt hatte.
Organisiert wurde das große Aufräumen auf und neben den Isartrails von "M97", der Mountainbike-Gruppe der Alpenvereinssektion München, sowie von der IG München & Umland der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB). Unterstützt wurden sie von Partnern der „Resolution zum Schutz des oberen Isartals” wie der Ornithologischen Gesellschaft Bayern, dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern/Kreisgruppe München Stadt und Land, dem Bund Naturschutz in Bayern/Kreisgruppe München, dem Isartalverein sowie der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises München.
Sonderbarer Sondermüll in der freien Natur
"Ich frage mich, was für ein Verständnis die Leute vom Wald haben", rätselte Alexandra von M97 ob der Vielzahl seltsamer Fundstücke. Statt zum Wertstoffhof bringen manche Menschen ihren Sperr- und Sondermüll scheinbar lieber in den Wald, um ihn dort mit teils enormem Aufwand in die Natur zu werfen. Der zehnjährige Yannick fand beispielsweise eine Autobatterie, Milo sogar eine Autoachse samt Differenzialgetriebe. Außerdem kamen unter den Büschen auch noch ein Stoßfänger, eine Metallplatte, ein Starkstromkabel, ein Ablaufrohr, ein Teppich, eine Decke, ein ausrangiertes Zelt samt Luftmatratze und die immer gleichen obligatorischen Unterhosen zum Vorschein.
Unterhalb der Hangkante am Schilcherweg, wo illegal entsorgte Gartenreste die eigentliche Pflanzenwelt zum Teil einen halben Meter hoch überdeckt, zog Oliver Heinrich von der mitveranstaltenden DIMB eine drei Meter lange Regenrinne aus dem Laub. In der Früh um 09:00 Uhr hatte er sich ein paar der grauen 70-Liter-Mülltüten in den Rucksack gesteckt, die sich jetzt nach und nach füllten. Am Ende stapelte er vier dicke Mülltüten am Wegrand.
Insgesamt waren es am Ende über eineinhalb Lkw-Ladungen, hauptsächlich zerbrochene Flaschen ("massenweise"), ein paar Einweggrills ("relativ wenige dieses Mal") und jede Menge Plastikmüll.
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