GT Facotry Racing 2018 GT Facotry Racing 2018

Fahrerwechsel für die Saison 2018

Neues Team, neues Glück

Adrian Kaether am 14.01.2018

Das Jahr ist noch jung und viel wird noch passieren, bevor die nächste Saison in den Startlöchern steht. Doch einige Teamwechsel stehen jetzt schon fest. Wir haben die News im Überblick.

So schnell kann es gehen. Kaum ist unsere erste Teamwechsel-Meldung für die Saison 2018 online, da trudeln auch schon die nächsten News zum Thema ein. Wir werden von daher diese Meldung immer wieder aktualisieren und sie so auf dem Laufenden halten.

Update: Stand 13.01.2018

XCO Worldcup #6 Vallnord (AND) Finale 2016

Ondrej Cink fuhr in Vallnord 2016 ein sehr starkes Rennen und konnte am Ende auf Platz zwei fahren. Ein absolutes Karrierehighlight.

2015 und 2016 mischte er den Cross-Country Worldcup auf, 2017 wechselte er auf die Straße. Jetzt ist er wieder da. Der junge Tscheche Ondrej Cink, der sich selbst hinter seinem Landsmann Jaroslav Kulhavy kaum mehr verstecken muss. Nach dem Ende des Merida-Teams wird Cink 2018 auf Mondraker im Worldcup angreifen, wo er sich unter anderem gegen die Flückiger-Brüder beweisen muss. Denn deren Einsatz im Worldcup mit dem Team von Ralph Näf ist nun ebenfalls gesichert. Der Schweizer Bikehersteller Thömus wird Hauptsponsor des Teams.


Barbara Benko und Sina Frei bei Ghost unter Vertrag


Kathrin Stirnemann und Alessandra Keller, jetzt ebenfalls im Ralph Näf Racing Team auf Thömus unterwegs, werden im Worldcup 2018 außerdem wieder auf Barbara Benko treffen, die nun bei Ghost unter Vertrag steht. Die ungarische Meisterin konnte immer wieder unerwartet in die Top Ten fahren, mit dem Ghost Factory Racing Team im Rücken könnte ihr das 2018 wieder gelingen. Benkos neue Teamkollegin, Sina Frei aus der Schweiz, wird dagegen noch vorerst weiter in der U-23 unterwegs sein. Man will sich erst einmal aufeinander einstellen, heißt es von Seiten des Teams. Dass die amtierende U-23 Weltmeisterin dann aber frühzeitig in den Elite-Worldcup wechselt, schließt man von Seiten des Teams nicht aus.


George Brannigan kommt bei GT unter

GT Facotry Racing 2018

George Brannigan fährt 2018 für GT. Wenn sich der fröhliche und risikobereite Neuseeländer mal nicht zerlegt, hat er immer gute Chancen auf einen Platz auf dem Podium.


Außerdem ist nun bei GT Factory Racing die Katze endlich aus dem Sack. Fazit: Wyn Masters bleibt dem Team vorerst erhalten und wird weiter EWS und Downhill Worldcuprennen bestreiten, Martin Maes bleibt natürlich in der EWS. Neu sind jedoch die israelische EWS-Racerin Noga Korem, die letztes Jahr noch auf eigene Kosten in der EWS abgeräumt hatte (Platz drei – EWS Madeira 2017), das 16-jährige Nachwuchstalent Joey Foresta aus den USA und vor allem George Brannigan. Der Neuseeländer wird nach seinem Weggang von Commencal nun für GT im Worldcup antreten. Mit diesem Team im Rücken, muss man 2018 einfach mit ihm rechnen.


Cross Country und Marathon

Thomas Litscher/Felt Brunex

Schon im Trikot des neuen Teams: Thomas Litscher.


Julien Absalon verlässt das BMC-Werksteam. Das ist die sicher größte Neuigkeit im Cross-Country-Sektor. Der Franzose will nun mit einem eigenen Team an den Start gehen, wer der Hauptsponsor werden wird, scheint noch nicht festzustehen. Doch Absalon wird wohl weiterhin Bikes der Schweizer Marke BMC fahren. BMC verliert außerdem Lukas Flückiger als Fahrer, den älteren Bruder von Fahrtechnik-Ass Mathias Flückiger. Die beiden Flückiger-Brüder werden 2018 das Team von Ralph Näf ergänzen, dem bereits Alessandra Keller und Kathrin Stirnemann verpflichtet sind.

Flückiger-Brüder, Keller und Stirnemann: unterwegs ohne Radon

Bike Junior Team Simon Schneller World Cup Lenzerheide

Jetzt hat er es geschafft. Vom BIKE Junior Team zu ins Werksteam von Bulls. Simon Schneller kann mit sich zufrieden sein.


Ein reines Schweizer Team mit einer Menge Potenzial für den Worldcup, nur der Hauptsponsor fehlt noch. Die Suche läuft aber auf Hochtouren. Radon wird es jedenfalls nicht, denn dem Bonner Versender haben Mathias Flückiger, Keller und Stirnemann ja mit dem Wechsel zum Team von Näf gerade den Rücken gekehrt. Update: Der neue Sponsor steht fest. Thömus Bikes aus der Schweiz (s. o.). Neben Radon verliert auch Ghost zwei wichtige Athletinnen: Sprinttalent Alexandra Engen hat ihren Rückzug aus dem Sport bekanntgegeben, Lisi Osl und Ghost werden im neuen Jahr getrennte Wege gehen.

Neu im XCO-Worldcup 2018: Thömus/RN-Racing

Starten beim Thömus/RN-Racing-Team im XCO-Worldcup 2018 (v. l.): Kathrin Stirnemann, Lukas Flückiger, Mathias Flückiger und Alessandra Keller. Im Vordergrund: das Thömus Lightrider.

Felt holt Thomas Litscher und Adelheid Morath ins Boot


Ein Ausrufezeichen im Cross Country für die nächste Saison setzt dagegen Felt. Der amerikanische Hersteller als Hauptsponsor des Schweizer jb Brunex Felt Teams konzentrierte sich in den vergangenen Saisons mehr auf die Nachwuchssportler. Mit Thomas Litscher und Adelheid Morath stehen nun wieder zwei namhafte Athleten mit großen Ambitionen am Start, die den neuen Cross-Country-Bikes von Felt in der nächsten Saison so richtig die Sporen geben werden. Ein gutes Zeichen, dass den Worldcup sicher neu beleben wird und auch eine gute Chance für die Freiburgerin Adelheid Morath, mit Felt im Rücken noch einmal bessere Chancen zu haben als im vergangenen Jahr.

Sam Pilgrim auf Haibike

Sam Pilgrim gibt jetzt auch auf E-Bikes Gas. Bergauf strampeln habe er sowieso immer doof gefunden meinte er dazu ganz entspannt. Da sei das E-Bike der logische Schritt und Haibike mit seiner Freeride-Ausrichtung der perfekte Partner.

Simon Schneller steigt ins Bulls Werksteam auf


Und Chancen hat 2018 noch einer, nämlich Simon Schneller aus dem BIKE Junior Team. Sein Teamwechsel ist kein wirklicher Wechsel und doch von größter Bedeutung, denn statt im BIKE Junior Team powered by Bulls wird Simon Schneller 2018 im Bulls-Werksteam an den Start gehen. Eher bei Marathons und Etappenrennen, aber auch bei einigen kürzeren Wettbewerben. An der Seite von Karl Platt und Simon Stiebjahn, eine große Chance für den Nachwuchssportler.

Mathieu van der Poel für Canyon


Und last but not least hat vor wenigen Tagen Canyon den Vertrag mit Mathieu Van der Poel bekanntgegeben. Der junge Niederländer saß Nino Schurter in der letzten Saison schon mehrfach im Nacken, dabei ist Cyclocross doch eigentlich seine Hauptdisziplin. Canyon kann damit ein weiteres Universaltalent verpflichten, denn Van der Poel wird wie auch Pauline Ferrand-Prevot, die nun seit einem guten Jahr für den Koblenzer Versender fährt, auf dem Mountainbike und auf jedem Fall auf dem Cyclocrosser, vielleicht auch auf dem Rennrad an den Start der Rennstrecken dieser Welt rollen.


Downhill


Im Downhill sind die Wechsel dieses Jahr so zahlreich, dass das meiste hier nur kurz erwähnt werden kann. Der Neuseeländer Eddie Masters wechselt von Bergamont zu Pivot, während sein Bruder Wyn wohl entgegen der Gerüchte weiter bei GT bleiben wird. Commencal und George Brannigan werden im neuen Jahr nicht mehr weiter zusammenarbeiten, der Neuseeländer mit dem extrovertierten Fahrstil hat aber noch nicht bekanntgegeben, unter welcher Flagge er 2017 antreten wird. Devinci oder Trek vielleicht? Wir können nur mutmaßen. Bei Trek wäre jedenfalls dann ein Platz frei, denn Grame Mudd wird 2018 nicht mehr mit den Athertons im selben Rennteam antreten und damit auch Trek verlassen. Außerdem verlässt Brook MacDonald nun GT, auch er ist noch ohne neues Team, ebenso wie die beiden jungen Aufsteiger Jure Zabjek und Rudy Cabirou, die nach dem Ende des Junior Tools Teams einen neuen Sponsor brauchen.

Danny Hart geht zu Madison Saracen

DHI Worldcup #6 2017 Mont-Sainte-Anne

Auch wenn dies nicht unbedingt sein Jahr war: Danny Hart gehört zu den besten Fahrer im Downhill-Lager überhaupt und über Regen wollen wir da noch gar nicht reden. Bei Madison Saracen kann er sicher an seine Erfolge anknüpfen.


Der wichtigste Wechsel vollzieht sich aber wohl bei MS Mondraker. Denn Danny Hart geht, der Weltmeister von 2016 alias the „Redcar Rocket“ wechselt zu Madison Saracen. Das ist mittlerweile auch offiziel bestätigt. Bei Dannys altem Team, Mondraker, wird 2018 neben Laurie Greenland, Vize-Weltmeister von 2016, auch Brook Macdonald wieder Gas geben. Der Neuseeländer hat damit nach langen Jahren wieder zu seinem ursprünglichen Hauptsponsor zurückgefunden. Außerdem trennen Guido Tschugg und Haibike sich, neuer Haibike-Markenbotschafter wird der Slopestyler Sam Pilgrim, der sein Trikot bei NS Bikes dafür an den Nagel gehängt hat. Tibor Simai verabschiedet sich ebenfalls von den meisten seiner Sponsoren. Er wird sich in Zukunft mehr auf Privates konzentrieren und dem Profisport damit den Rücken zukehren. 


Enduro

Enduro World Series Finale 2016

Anita Gehrig kehrt mit ihrer Zwillingsschwester Caro (nicht im Bild) Ibis den Rücken. Wo es hingeht, steht noch nicht fest.


Justin Leov hängt seine Karriere an den Nagel. Das steht schon länger fest, doch die Nachricht wird die Fans noch immer schocken. Ansonsten werden sich im Enduro vor allem die Athletinnen für das neue Jahr neue Teams suchen. Ganz vorne mit dabei, die schnellsten Zwillingsschwestern der Welt, Anita und Caro Gehrig. Sie kehren gemeinsam Ibis den Rücken, wo sie am Ende landen werden, steht zumindest jetzt noch nicht fest. Doch spekulieren wird man ja noch dürfen: Yeti oder Orbea vielleicht?

Orbea mit neuem Enduro-Team


Zumindest die Spanier sind ein guter Kandidat, denn sie bauen ihr Engagement im Enduro im Moment massiv aus. Thomas Lapeyrie und Lewis Buchanan stehen als Teamfahrer bereits fest, also warum nicht auch noch etwas Frauenpower? Bei Yeti wird ebenfalls ein Platz frei, weil sich Wheeliekönig Cody Kelly aus dem Sport zurückzieht. Damit würde vorerst nur noch Richie Rude auf den charakteristischen Bikes durch die Gegend heizen. Auf der Suche ist auch noch Anneke Beerten. Auch sie hat GT verlassen, ein neuer Sponsor wurde noch nicht bekanntgegeben. Aber sie hat sicher noch Angebote in der Hinterhand und schon jetzt merkt man, dass sie heiß auf die nächste Saison ist.

Neues Enduro, aber keine Fahrer: Wo steht Radon 2018?


Apropos Enduro: Was ist eigentlich mit Radon? Das Cross-Country-Team ist massiv dezimiert, die Downhill-Riege hat mit Manon Carpenter die Frontfrau verloren und Raphaela Richter wird 2018 ihre Ausbildung machen und nicht mehr so viel Rennen fahren. Dabei ist ja gerade das neue Jab vorgestellt worden, ein Racebike wie es im Buche steht. Möglich also, dass der ein oder andere noch sponsorlose Fahrer (Beerten, die Gehrigs …) am Ende hier landet. Aber auch das ist bisher nur Theorie.


Doch noch eine weitere Dame ist bislang ohne Sponsor. Ausgerechnet die eigentliche Nummer zwei der Enduro World Series, Isabeau Courdurier. Der französische Hersteller Sunn hat sich nämlich direkt von fast seiner gesamten Belegschafft im Renngeschäft getrennt. Doch das die Megavalanche-Siegerin 2018 ohne Sponsor bleiben wird, ist eigentlich nicht vorstellbar. Nur wo wird sie hingehen, das ist die Frage. Die nächsten Monate werden die Antwort bringen.

Finale Ligure EWS 2017

Auch Isabeau Courdurier ist für 2018 noch ohne Hauptsponsor. Doch das wird sicher nicht lange so bleiben.

Adrian Kaether am 14.01.2018
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