Cyprus Sunshine Cup 2017 Stage 4 Cyprus Sunshine Cup 2017 Stage 4

Cyprus Sunshine Cup Afxentia 2017 Stage 4: Rennbericht

Michiels und Kulhavy gewinnen den Cyprus Sunshine Cup

Adrian Kaether am 27.02.2017

Während bei den Männern Jaroslav Kulhavy souverän zum Gesamtsieg fuhr und Jordan Sarrou den Etappensieg holte, entschieden bei den Damen am Ende nur wenige Sekunden über Sieg oder Niederlage.

Die letzte und alles entscheidende Etappe des Cyprus Sunshine Cups wurde in Form eines Cross-Country Rennes ausgetragen. Mit 5,9 Kilometern und 219 Höhenmetern pro Runde fiel die Strecke eher lang aus. Vor dem Rennen war sowohl bei den Damen, als auch bei den Herren noch alles offen. Zwar hatte sich Jaroslav Kulhavy mit 49 Sekunden einen guten Vorsprung vor Jordan Sarrou herausgefahren, dem Jan Skarnitzel mit wiederum einer Minute Abstand folgte, doch ein technischer Defekt würde das Podium noch einmal gehörig durcheinanderwirbeln.


Kulhavy fährt souverän zum Gesamtsieg

Cyprus Sunshine Cup 2017 Stage 4

Lange hielt sich das Führungstrio der Männer aus Kulhavy, Sarrou und Skarnitzel. Erst in der letzten Runde attackierte Sarrou und riss damit das Trio auseinander.


Vor allem Jaroslav Kulhavy baute da lieber etwas auf Sicherheit. Zusammen mit Landsmann Jan Skarnitzel und Jordan Sarrou setzte er sich an die Spitze des Feldes, konnte aber weiter sein eigenes Tempo fahren. Erst in der letzten Runde begann Jordan Sarrou seine Attacke. Der Franzose gaste mächtig an, Jan Skarnitzel konnte die Pace nicht mehr mitgehen und fiel zurück, auch Jaroslav Kulhavy musste nun alles geben, um dem Franzosen am Hinterrad zu bleiben.


Hier nun kam Jaroslav Kulhavy seine Erfahrung zu Gute. Da er um sein Zeitpolster von gut 50 Sekunden in der Gesamtwertung wusste, versuchte er gar nicht erst Sarrou zu überholen, sondern entschied sich lieber, ihm einfach nur zu folgen. Druck machen, statt sich unter Druck setzen zu lassen war das Motto. Und Kulhavys Plan ging auf. Zwar ging Sarrou als erster in den letzten Downhill und wegen der engen Strecke war damit ohne einen Fehler von Sarrou der Etappensieg für Kulhavy nicht mehr im Rahmen des Möglichen, doch abschütteln ließ sich der Tscheche auch nicht. Er erreichte nur wenige Meter hinter Sarrou das Ziel und fuhr damit souverän den Gesamtsieg ein. Der zweite Platz in der Gesamtwertung und der Etappensieg ging damit an Jordan Sarrou, Jan Skarnitzel fuhr in der letzten Etappe und in der Gesamtwertung auf Platz drei.


Stimmen zum Rennen von Kulhavy und Sarrou


Nach dem Rennen gab sich Jaroslav Kulhavy optimistisch, auch im Hinblick auf das Cape Epic: "Ich bin über das ganze Rennen hinweg mein eigenes Tempo gefahren. Nur als Sarrou attackiert hat und ich an dritter Stelle lag, musste ich einmal Vollgas geben, um die Lücke zu schließen. Es war klar, dass Sarrou die Etappe gewinnen wollte. Für mich war es wichtig, die Gesamtführung zu verteidigen und ich wollte nichts riskieren. Ich werde noch einige Tage auf Zypern trainieren in Richtung Cape Epic. Meine Form scheint besser zu sein, als ich dachte."

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Wenige Meter vor dem Ziel, Kulhavy grinst bereits siegessicher, während Sarrou noch den Etappensieg in trockene Tücher legt.


Auch BH-Suntour Fahrer Jordan Sarrou schien mit seiner Leistung sehr zufrieden: "Jaro war zu stark um ihn für die Gesamtwertung zu attackieren. In der letzten Runde, habe ich versucht zu beschleunigen. Aber das war mehr, um eine harte, letzte Runde zu trainieren. Ich bin sehr zufrieden mit dieser Woche, ich kann mir nichts vorwerfen, ich habe alles gegeben. Ich mag es hier zu fahren. Es herrscht eine tolle Atmosphäre und die Organisation ist gut. Zweiter hinter Jaroslav Kulhavy zu werden, ist kein Problem. Ich bin sehr froh über meine Form."


Knappe Entscheidung im Damenrennen – Githa Michiels am Ende hauchdünn vorne


Noch deutlich geringer als im Rennen der Männer waren die Abstände in der Gesamtwertung zu Beginn der letzten Etappe bei den Damen. Githa Michiels führte, doch nur innerhalb einer halben Minute folgten ihr sowohl Sabine Spitz als auch die Siegerin der dritten Etappe, Barbara Benko. Michiels stand also unter Druck. Ein kleinerer Fehler im Rennen oder eine starke Sabine Spitz, schon wäre der Gesamtsieg dahin.

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Gunn-Rita Dahle Flesja: Die Norwegerin war auf der letzten Etappe eine Macht. Niemand konnte ihr auch nur ansatzweise das Wasser reichen. Mit über einer Minute Vorsprung vor der nächsten Verfolgerin erreichte sie das Ziel.


Sicherlich zur Erleichterung von Githa Michiels waren es dann Gunn-Rita Dahle Flesja und Yana Belomoina, die am letzten Tag des Afxentia Stage Race das Tempo forcierten und sich von der Gruppe absetzten. Beide lagen jedoch in der Gesamtwertung wegen Defekten an den vergangenen Tagen so weit zurück, dass sie Michiels kaum gefährlich werden konnten. Vor allem Gunn-Rita Dahle Flesja war beim Cross-Country Rennen in ihrem Element. Scheinbar unermüdlich hielt sie das hohe Anfangstempo bei, ging in der ersten Runde in Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Auch Yana Belomoina musste irgendwann die Pace hinter Gunn-Rita Dahle Flesja etwas drosseln, um sich nicht zu übernehmen. Diese taktische Entscheidung sicherte ihr Platz zwei in der letzten Etappe.

Spitz führt nach Runde zwei in der Gesamtwertung

Der wahre Kampf um die Gesamtwertung spielte sich jedoch weiter hinten ab. Zunächst auf Augenhöhe, gelang es Sabine Spitz sich nach und nach von Githa Michiels abzusetzen. Damit lag sie auf Platz drei und rückte auch immer weiter an Yana Belomoina auf dem zweiten Rang heran, doch Sabine Spitz interessierte sich mehr für den Abstand zu Githa Michiels. Mindestens 25 Sekunden musste sie der Belgierin abnehmen, um die Gesamtwertung für sich zu entscheiden. Und es gelang ihr auch. Am Ende der zweiten Runde betrug Spitz‘ Abstand zu Michiels bereits 31 Sekunden.

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Gunn-Rita Dhale Flesja fuhr auf der letzten Etappe souverän zum Sieg, auch Yana Belomoina blieb nun von Defekten verschont und holte Platz zwei. Sabine Spitz komplettierte das Podium der letzten Etappe.


Doch Sabine Spitz leistete sich einen kleinen Fehler in einer technischen Passage, der sie prompt ins Gebüsch warf. Zwar war sie schnell wieder auf dem Bike, doch hatte sie fast 20 Sekunden auf Githa Michiels verloren. Auf den letzten zwei Kilometern des Rennens gab Sabine Spitz noch einmal alles und konnte ihren Vorsprung wieder ausbauen. Bei 22 Sekunden Abstand zu Githa Michiels blieb die Stoppuhr am Ende stehen. Damit hat Sabine Spitz den Sieg beim Cyprus Sunshine Cup nach vier Tagen Rennen um nur drei Sekunden verpasst, während Githa Michiels ihre Saison mit einem echten Karrierehighlight beginnen kann. Platz drei der Gesamtwertung geht an Barbara Benko, deren Vorsprung trotz einer eher schwachen Vorstellung am letzten Renntag noch gut ausreichte, um ihr den Podiumsplatz zu sichern.


Fahrerstimmen von Michiels, Dahle Flesja und Spitz


"Ich kann es kaum glauben, das ist einer der größten Erfolge in meiner Karriere. Ich bin die ganze Zeit ruhig geblieben, weil ich mich in den Anstiegen stark gefühlt habe. Im Downhill war ich nicht so sicher, aber ich wusste, dass ich am Ende noch viel machen konnte. Es war aber ein total spannendes Finale, unglaublich, dass es nach vier Tagen Rennen so knapp ist. Für mich ist es nach einem schwierigen Jahr sehr schön, dass alles wieder gut zusammenkommt" sagte Githa Michiels nach dem Rennen im Interview.

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Githa Michiels holte am Ende den Sieg beim Cyprus Sunshine Cup. Mit nur drei Sekunden Vorsprung.


Auch Gunn-Rita Dahle Flesja war mit sich sehr zufrieden: "Das war mein Tag. Vom Training her weiß ich, dass ich Cross-Country-Rennen gut fahren kann. Wir trainieren das während des Winters, aber Anstiege sind in meinen Programmen maximal sieben Minuten lang. Cross-Country, das ist mein Ding und ich freue mich, dass ich Zypern mit einem Sieg verlassen kann."

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Githa Michiels und Jaroslav Kulhavy. Die Sieger des Cyprus Sunshine Cup 2017.


Zwar war Sabine Spitz die Enttäuschung ein wenig anzumerken, doch auch ein zweiter Platz war für sie nach der Knieverletzung des letzten Sommers ein guter Start in die Saison und eine gute Vorbereitung für das Cape Epic: "Ich habe mich im Trail oben versteuert und es hat mich aus dem Kurs geschoben. Das waren die entscheidenden Sekunden. In der ersten Runde ist mir auch mal die Kette runtergefallen. Aber Githa war sehr stark und hat den Sieg verdient. Ein zweiter Platz ist nicht zu schlecht. Ich wollte das Afxentia [als Vorbereitung] für das Cape Epic nutzen und damit bin ich sehr zufrieden."


Alle Ergebnisse zum Cyprus Sunshine Cup finden sie hier. >>Link<<.

Adrian Kaether am 27.02.2017
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