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2-Meter-Regel in Baden-Württemberg

2-Meter-Regel BaWü: DIMB zieht Bilanz

BIKE Magazin am 02.11.2015

Vor einem Jahr wurde die Petition zur Abschaffung der 2-Meter-Regel in Baden-Württemberg zurückgewiesen. Nach Ansicht der DIMB hat sich seither an der Situation für Mountainbiker wenig gebessert.

Rückblick: Am 16.10.2014 lehte der Landtag von Baden-Württemberg die Petition gegen die 2-Meter-Regel ab. Die Abschaffung der 2-Meter-Regel war damit vom Tisch. Was hat sich seitdem getan?

Nach Ansicht der Deutschen Inititative Mountain Bike e.V. (kurz DIMB) fuhren 2015 die Mountainbiker in Baden-Württemberg wie gehabt auf allen Wegen. Die 2-Meter-Regel werde kaum beachtet, das Miteinander zwischen Mountainbikern und Wanderern funktioniere in der täglichen Praxis einwandfrei. Die Mountainbike-Fallen hingegen, die diesen Sommer durch alle Medien gegangen sind, haben das Image von Baden-Württemberg als Mountainbike-Standort nachhaltig beschädigt. Eine schnelle, unkomplizierte Lösung zur Akzeptanz des Mountainbike-Sports ist nach wie vor dringend notwendig. Dazu Heiko Mittelstädt, Projektleiter der DIMB gegen die 2-Meter-Regel: „Die Ausweisung nach dem MTB-Handbuch erweist sich in der Praxis als wenig praktikabel. Die Planer scheitern an den Widerständen vor Ort. Vor allem die Interessengruppen, die in der Petition für die Einzelausweisung von Wegen gestimmt haben, blockieren nun vor Ort eine attraktive Wegführung.“

Zwei Meter

Statt ein paar gebauter Trails soll flächendeckend die 2-Meter-Regel fallen, so dass jeder vor seiner Haustüre bedenkenlos Biken kann.

Wenig geplante MTB-Strecken

So verzögerte sich die Eröffnung des „Gipfeltrails“ im Schwarzwald als Pilotprojekt und die Streckenführung enthält nur einen geringen Anteil an attraktiven Singletrails. Andere Strecken, die nach dem MTB-Handbuch geplant wurden, werden frühestens im Jahr 2016 eröffnet werden. Für die große Gruppe der Touren-Mountainbiker hat sich die Situation in diesem Jahr allerdings laut DIMB in keinster Weise geändert. Heiko Mittelstädt dazu: „Auch in 2016 werden die wenigen geplanten Strecken keine Verbesserung der Gesamtsituation bringen. Mountainbiker möchten umweltfreundlich ab der Haustüre attraktive Wege vorfinden und nicht erst mit dem PKW zu einer Tourismus-Destination anreisen.“

heiko mittelstädt dimb

DIMB-Projektleiter Heiko Mittelstädt kämpft in Baden-Württemberg gegen die 2-Meter-Regel.

Canadian Trail & Downhill-Strecke in Stuttgart

Freeride-Abfahrten hingegen konnten im Jahr 2015 einige verwirklicht werden, wie zum Beispiel der „Canadian Trail“ in Freiburg oder die neue Downhill-Strecke in Stuttgart („Woodpecker-Trail“). Da es sich um neu angelegte Wege handelt, ist deren Genehmigungsverfahren unabhängig vom 10-Prozent-Kompromiss im MTB-Handbuch. Die Vorplanung zu solchen Strecken ist oft mehrere Jahre alt, aber erst im Jahr 2015 wurden diese genehmigt. Solche Strecken sind wichtig, um der lokalen Freeride-Szene eine Trainingsmöglichkeit zu geben. Für Touren-Biker sind diese abfahrtslastigen Pisten aber häufg zu schwierig.

canadian Trail Freiburg karte

Der „Canadian Trail“ in Freiburg ist eines der Projekte, die umgesetzt wurden.

Für die Zukunft wünscht sich Heiko Mittelstädt: „Radfahrverbände, Tourismus, Forst, Naturparke und Schwarzwaldverein haben die Kampagne "Gemeinsam Natur erleben" im Schwarzwald ins Leben gerufen. Diese wurde in den Medien sehr gut angenommen. In 2016 wünschen wir uns die Ausweitung der Kampagne auf ganz Baden-Württemberg.“ Die lokalen “Runden Tische", die Lösungen vor Ort erarbeiten sollen, entpuppten sich hingegen nach Aufassung der DIMB als extrem aufwändig. Nach einer ersten positiven Phase des Austausches stecken diese Gremien nun in der Diskussion über einzelne Wege fest. Der Abstimmungsbedarf ist immens und überstrapaziert das ehrenamtliche Engagement der Aktiven.

Sehr gute Fortschritte wurden beim Dialog der Verbände auf Landesebene erreicht. Mittelstädt sagt dazu: „Der Runde Tisch des Ministeriumfür Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) in Stuttgart hat zu einer Entspannung der Situation geführt. Hier erwarten wir entscheidende Fortschritte. Ein landesweites Problem kann unseres Erachtens aber nach wie vor nur auf Landesebene gelöst werden.“

BIKE Magazin am 02.11.2015
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