Marin Wolf Ridge Test Gardasee Marin Wolf Ridge Test Gardasee

Sea Otter 2017: Marin Wolf Ridge

Marin federt ab sofort auf einem Teleskop

Ludwig Döhl am 21.04.2017

Das Marin Wolf Ridge will mit einem außergewöhnlichen Hinterbau-Konzept alle Genres in einem Bike vereinen – vom Trailbike bis zum Enduro-MTB. Das steckt hinter dem System, das auch Polygon verwendet:

29er-Bikes mit 160 Millimeter Federweg werden immer populärer. Jetzt zeigt auch Marin mit seinem neuen Wolf Ridge ein Enduro-MTB mit großen Laufrädern. Erstaunlicher wie die Kombination aus 29-Zoll-Laufrädern und 160 Millimeter Federweg ist jedoch der neue „React-2Play“-Hinterbau, den auch Polygon bei seinem neuen Square One-Enduro einsetzt.

Der React-2Play-Hinterbau von Marin

Der React-2Play-Hinterbau entstand in Zusammenarbeit mit der Firma Naild und soll Plattformhebel am Dämpfer zur Unterdrückung von Antriebseinflüssen überflüssig machen. Beim Einfedern bewegt sich der Hinterbau auf einem Slider (Teleskop) ca. 35 Millimeter vom Tretlager weg. Durch diese Technologie soll der Hinterbau vollkommen frei von Antriebseinflüssen sein und supersensibel ansprechen. Neben Marin verwendet Polygon Bikes ebenfalls den React-2Play-Hinterbau. Bei Polygon heißt er das System allerdings R3ACT und kommt beim neuen 27,5-Zoll-Enduro Square One zum Einsatz.

Marin Wolf Ridge Sea Otter 2017

Direkt über dem Tretlager befindet sich die Schiene, auf der sich der Monostay-Hinterbau beim Einfedern bewegt.

Marin Wolf Ridge 2017 Hinterbau

Im eingeferderten Zustand ist deutlich zu erkennen, wie sich der Hinterbau bewegt.

Die Marin Wolf Ridge-Modelle

Auch wenn Marin verspricht, dass das neue Wolf Ridge bergauf klettert wie ein Trailbike, richtet sich die Ausstattung ganz klar an Enduro-Biker. 2,3 Zoll breite WTB-Reifen, kurzer 35-Millimeter-Vorbau und ein Fox Float X2-Dämpfer lassen da keinen Zweifel aufkommen. Die abfahrtsorientierte Geometrie unterstreicht die Ausrichtung des Wolf Ridge zusätzlich. Das Topmodell kostet 8600 US-Dollar und soll ca. 13,6 Kilo wiegen. Das günstigere Wolf Ridge Pro kostet immer noch stolze 6800 US-Dollar. Preise für den europäischen Markt stehen noch nicht fest, aber alle Modelle sollen bereits ab Juli 2017 verfügbar sein.

Marin Wolfridge Pro 2017

Das Topmodell des Wolf Ridge ist nur mit den feinsten Anbauteilen, wie der Sram 1x12 Eagle-Schaltung ausgestattet. Preise für den europäischen Markt sind noch nicht bekannt.

Marin Wolfridge 9

Das Marin Wolf Ridge 9 ist etwas günstiger als das Topmodell und fährt mit einem Rock Shox-Fahrwerk.

Geometrie Marin Wolf Ridge

Die Geometrie des neuen Wolf Ridge entspricht den jüngsten Trends. Flacher Lenkwinkel, kurze Kettenstreben und relativ langer Hauptrahmen.

Update: Der erste Fahreindruck vom BIKE-Festival in Riva

Um den Fahrer trotz nach vorne verlegtem Sitzrohr optimal im Bike zu platzieren, besitzt das Wolf Ridge eine spezielle Setback-Satteltütze von Kindshock mit 18 Millimeter Versatz. Auf der Testrunde am Monte Brione kletterte das neue Marin absolut soverän. Selbst ohne Dämpferplattform bleibt der Hinterbau im Sitzen komplett ruhig. Auch im Wiegetritt lässt sich der 160-Millimeter-Hinterbau nur zu minimalem Pumpen animieren. Auf den letzten steilen Metern mit Stufen und losem Geröll ist ein aktiver, sensibler Hinterbau gefragt. Auch hier überzeugt das Wolf Ridge mit viel Traktion. Durch die ausladende Schwinge am Hinterbau fällt die Fersenfreiheit allerdings gering aus. Bergab gefällt das ausgewogene Handling. Trotz großer Laufräder fährt sich das Bike recht agil und lässt sich dank kurzer Kettenstreben (435 Millimeter) leicht aufs Hinterrad ziehen. Im Geröll arbeitet der Hinterbau feinfühlig und folgt sehr gut dem Untergrund. Zudem besitzt der Hinterbau genügend Progression gegen Durchschläge. Der erste Eindruck fällt damit schon mal sehr positiv aus.

Test Marin Wolf Ridge

Wir haben uns das Marin Wolf Ridge beim BIKE Festival am Gardasee geschnappt und es auf ruppigen Trails getestet.

Polygon Square One EX9

Auch das neue Polygon Square One EX9 verfügt über ein sehr ähnliches Hinterbau-System („R3ACT“-Kinematik) wie das Marin Wolf Ridge. Wir haben das 180-mm-Enduro bereits getestet. Alle Infos dazu gibt's in BIKE 7/2017 – ab 6. Juni am Kiosk.

Ludwig Döhl am 21.04.2017
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