Test Simplon Rapcon 160 Test Simplon Rapcon 160

Neuheiten 2017: Simplon Rapcon

Rapcon 140 & 160: Nachfolger von Kibo und Kuro

Stefan Loibl/Ludwig Döhl am 04.07.2016

Simplon räumt bei seiner Fully-Palette auf: Mit dem Rapcon 140 und 160 präsentieren die Vorarlberger die Nachfolger-Serie für das All Mountain Kibo und das Kuro-Enduro. Hier ein erster Testbericht.

Mit dem Rapcon bringt Simplon frischen Wind in seine Fully-Palette, denn das Bike wird es als All Mountain mit 140 Millimeter Federweg geben und als Enduro-Version mit 160 mm Hub. Die Rapcon-Bikes ersetzen damit 2017 die Kibo Carbon-Modelle und das Carbon-Enduro Kuro.

Simplon Rapcon 140

Der Nachfolger des Kibo Carbon: Das neue Simplon Rapcon, das es sowohl mit 140 als auch mit 160 Millimetern Federweg geben wird.

Rapcon 140: das neue All Mountain von Simplon

Das Rapcon rollt auf 27,5-Zoll-Laufrädern und stellt dem Fahrer 140 mm Federweg zur Seite. Es soll klassische Tourenfahrer ansprechen, die ein leichtes Touren-Fully für Feierabend-Runden bis zu MTB-Alpenüberquerungen suchen. Der leichte Carbonrahmen (2200 Gramm ohne Dämpfer) sowie die optimierte Kinematik sorgen für effizienten Vortrieb beim Klettern. Durch einen Chip am hinteren Ausfallende im Rahmen lässt sich die Kettenstrebenlänge einstellen. Dadurch lassen sich beim Rapcon sowohl Standard-Reifen (bis 2,35 Zoll) als auch voluminöse B+-Pneus bis zu 2,8 Zoll Breite montieren – ohne gleichzeitig das Fahrverhalten des Bikes negativ zu beeinflussen. Somit kann man die Geometrie dem bevorzugten Reifentyp schnell und einfach anpassen. Mit Plus-Reifen längt man die Kettenstreben auf 440 mm, mit Standard-Bereifung schrumpfen sie auf 430 mm.

Simplon Rapcon 140

Das Rapcon lässt sich mit normaler Bereifung fahren und mit Plus-Pneus bis 2,8 Zoll.

Simplon Rapcon 140

Im Rapcon kommen die neuen Metric-Dämpfer von Rock Shox zum Einsatz.

Simplon Rapcon 140

Alle Züge verlaufen im Rahmeninneren.

Wie beim neuen Simplon Cirex 29 uch beim Rapcon kommt die drehbar gelagerte Kabelführung am Hauptlager zum Einsatz, die Bremsleitung und Schaltwerk-Zug elegant in den Hinterbau leitet. Der Umwerfersockel ist abschraubbar, dadurch hat man im Simpon-Konfigurator die Wahl zwischen Zweifach- und Einfach-Antrieb. In Sachen Federbein setzt Simplon auf die neuen Metric-Dämpfer von Rock Shox. Die Federbeine sollen dank mehr Überlappung steifer sein, sensibler ansprechen und im ruppigen Gelände gleichbleibender arbeiten, da sie nicht so warm werden. Die Flaschenhalteraufnahme wurde so am Unterrohr platziert, dass man beim Rapcon 160 auch Dämper mit Ausgleichsbehälter fahren kann. Das Rapcon 140 wird es von Simplon ab 10,8 Kilo und 3999 Euro geben.

Simplon Rapcon 140 PRO 22_AXM

Das neue Rapcon 140 in der Pro-Version mit Shimano XT-Gruppe.

Rapcon 160: Der Nachfolger des Kuro Carbon

Die Geometrie wurde im Vergleich zum Kuro etwas modernisiert. Trotzdem sieht Simplon das Rapcon 160 nicht als aggressives Race-Enduro, sondern eher als potentes Touren-Bike für anspruchsvolle Alpentouren. Die Kletterfähigkeiten und Effizienz des Hinterbaus beim Treten hatten für die Simplon-Entwickler oberste Priorität. Das Oberrohr wird einen Tick länger wie beim Kuro, der Lenkwinkel liegt bei 66, der Sitzwinkel bei 74,5 Grad. Nur 20 Gramm mehr das 140-mm-Rapcon soll der Kohlefaser-Rahmen des Rapcon 160 auf die Waage bringen. Die beiden Bikes unterscheiden sich in Sachen Drehpunkte, auch die Wippe ist eine andere.

Simplon Rapcon 160 neu 2017

Der Chip, mit dem sich die Kettenstrebenlänge an das Reifenmaß anpassen lässt.

Simplon Rapcon 160 neu 2017

Super Deluxe heißt der Metric-Dämpfer von Rock Shox mit Ausgleichsbehälter. Trotzdem passt noch ein Flaschenhalter in den M-Rahmen.

Beim Kuro gab es nur drei Rahmengrößen, beim Rapcon 160 wird es wieder vier Größen von S bis XL geben. Konische Lager im Hinterbau sollen garantieren, dass kein Spiel entsteht. Zudem sind sie laut Simplon sehr wartungsarm und nicht anfällig für Knack- und Knarzgeräusche. Komplettbikes des Rapcon 160 gibt's ab 4099 Euro und 11,7 Kilo.

Test Simplon Rapcon 160

Unser Testbike: Das Rapcon 160 mit 2,6 Zoll breiten Schwalbe-Reifen.

Erster Fahrtest des Simplon Rapcon 160

Die Fachsimpelei über das Simplon Rapcon 160 beginnt bereits vor dem ersten Pedaltritt. Ist der 2,6 Zoll breite Nobby Nic-Reifen von Schwalbe jetzt ein Plus-Reifen oder ein breiter 27,5-Zoll-Pneu? Wir sagen: Ansichtssache. Auf den 35 Millimeter breiten Felgen kommt der Reifen voluminös rüber. Die Breite – von Außenstollen zu Außenstollen gemessen – ist aber nur minimal größer wie beispielsweise bei einem 2,35 Zoll breiten Magic Marry von Schwalbe.  Seis drum, die erste Fahrt wird zeigen, was die neuen Schlappen können.

Die 2x11-Schaltung hält am Simplon auch für steile Rampen einen Gang parat, die tiefe Front sorgt dafür, dass das Vorderrad am Boden bleibt. Der Plattformhebel am Dämpfer stellt das Fahrwerk ruhig, auch wenn das nicht unbedingt nötig ist. Bergab ist das Rock Shox-Fahrwerk sehr komfortabel, schluckt alle Unebenheiten weg. Für abfahrtorientierte Enduro-Piloten fehlt eine dezente Rückmeldung vom Untergrund, Tourenfahrer werden den erhöhten Komfort aber eher angenehm wahrnehmen. Die Reifen lassen kein typisches Plus-Feeling aufkommen. Das oft als negativ empfundene schwammige Fahrverhalten stellt sich nicht ein, aber auch die Traktionsvorteile der breiten Reifen sind weniger zu spüren wie bei typischen 2,8 oder 3,0 Zoll breiten Pneus. Die 2,6er-Schlappen fahren sich dennoch gut, sind aber eher mit normaler Bereifung zu vergleichen wie mit Plus-Rädern. Das von uns getestete Modell in Göße M war vor allem bei höherem Tempo bergab etwas nervös, schlägt sich dafür in verwinkelten Trail-Passagen ordentlich.

Test Simplon Rapcon 160

Ein gelungener Wurf: das neue Rapcon glänzt durch seine Ausgewogenheit. Trotz 160 mm klettert es noch richtig gut.

Test-Fazit zum Simplon Rapcon 160

Mit dem Rapcon 160 stellt Simplon eine gelungene neue Plattform auf die Beine, dem Rapcon gelingt der Spagat zwischen Up- und Downhill sehr gut. Fahrer mit einer reinen Vorliebe für die Abfahrt und Enduro-Racer werden anderswo glücklicher. Dafür Touren-Biker, die auf Gondelunterstützung verzichten.

Stefan Loibl/Ludwig Döhl am 04.07.2016
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