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Neue Bikes 2017: Unno & ARBR

Custom statt Stangenware: Alter Trend im neuen Gewand

Ludwig Döhl am 01.12.2016

2017 wollen zwei neue Carbon-Bike-Hersteller die Mountainbike-Welt revolutionieren. Unno-Bikes aus Spanien und die Engländer von ARBR – beide abseits des Mainstreams.

Satt gesehen an den aktuellen Mountainbikes? Kein Problem, denn 2017 kommen zwei neue Marken mit Bikes, die definitiv anders sind. Sowohl Unno als auch ARBR wollen den Markt mit neuen Carbon-Bikes auffrischen und zeigen, wo die Grenzen des derzeit Machbaren liegen. Die Spanier von Unno haben gleich eine komplette Palette vom Hardtail bis zum Downhill-Bike auf die Beine gestellt. Bei den Engländern von ARBR gibt es vorerst nur ein Enduro-MTB mit 160 Millimeter Federweg. Preise von ca. 5000 Euro für die jeweiligen Carbonrahmen und lediglich 25 produzierte Bikes pro Jahr bei Unno zeigen, wie exklusiv diese Marken noch sind. 

Unno Bikes

Eine absolute Schönheit: Unno Bikes haben eine herkömmliche Rahmenform, aber trotzdem ein außergewöhnliches Design. Hier das 29er-Trailbike der Spanier.

Unno Bikes

7,3 Kilo für ein MTB-Hardtail von Unno. Kein schlechter Wert, angesichts der Reifen die noch Potential zur Gewichtsersparnis mitbringen.

ARBR Bikes

In England konstruiert und laminiert: Das Saker Enduro-Bike ist von der Formel 1- und Moto GP-Tätigkeit von ARBR inspiriert.

ARBR Bikes

Keine Kompromisse: Hinterbau-Performance und STW-Wert standen im Mittelpunkt bei der Entwicklung des ARBR Saker. Dass dabei eine neue Rahmenform entstand, war eher Nebensache. 

Keine chinesische Carbon-Fertigung

Zwei Marken, ein Gedanke. Zwischen England und Spanien liegen zwar einige kulturelle Unterschiede, dennoch haben beide Firmen ähnliche Gründe, warum sie die Carbon-Fertigung nicht aus der Hand geben. Normalerweise werden Bikes europäischer Marken in Europa entwickelt und von einem externen Unternehmen in Fernost gefertigt. Sowohl Unno als auch ARBR fanden aber keinen Hersteller, der in der Lage war, nach ihren Vorstellungen zu produzieren. OK, die Anforderungen waren hoch. ARBR hat sein Know-how im Umgang mit Carbon in der Formel 1 und Moto GP gesammelt. Cero Design, die Firma hinter der Marke Unno, war unter anderem für Mondraker tätig und hat immer noch Kunden aus der Automobilbranche. Beide Firmen verdienen also ihr Geld zumindest teilweise in anderen Branchen. Mit ihren Projekten im Fahrradbereich wollen sie sicherlich etwas Geld verdienen, hauptsächlich wollen sie aber zeigen, was aktuell möglich ist.

So entsteht ein Custom-Bike aus Carbon von Unno in Barcelona.

ARBR: Kinematik ist das Herzstück 

Bei der Entwicklung des Saker haben die Engländer von ARBR vor allem auf die perfekte Raderhebungskurve geachtet. So federt das Hinterrad des Sakers nicht nach oben-vorne in Richtung Sattelstütze ein. Eine spezielle Hebelkonstruktion lässt das Hinterrad nach oben-hinten einfedern, was kinematisch gesehen optimal ist, behaupten die Engländer. Auch Antriebseinflüsse auf den Hinterau sollen großteils entfallen. Nebem dem Fahrwerk wurde vor allem auf ein gutes Stiffness-to-Weight-Verhältniss geachtet. Jeder Rahmen wird individuell nach den Ansprüchen des Kunden mit unterschiedlichen Carbon-Matten laminiert. 

ARBR Bikes

Diese besondere Hinterbau-Konstruktion soll das Fahrwerk des ARBR zu einem der schnellsten Fahrwerke der Welt machen.

Unno: Es zählt die Liebe zum Detail

Bei Unno zeigt man sich weniger revolutionär wie bei ARBR und setzt auf eine klassische Rahmenform bei all seinen Bikes. Dennoch sticht das Design mit hohem Sitzdom bei den MTB-Fullys und kantigen Rohrformen aus der Masse heraus. Was die Bikes von Unno besonders macht?  Die Liebe zum Detail. Beispielsweise hat Unno im Inneren des Rahmens eine Zugführung eingearbeitet und verbaut teils eine eigene Lenker-Vorbau-Kombination aus Carbon.

Die Mountainbikes von Unno und ARBR kann man erst ab März 2017 kaufen. Solang gibt es lediglich Informationen auf der ARBR Website oder dem Facebook-Kanal von Unno-Bikes. Ein ausführlicher Test der Bikes in BIKE folgt, sobald Testbikes verfügbar sind.

 

Ludwig Döhl am 01.12.2016
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