Pelagro PB 3 Fully Pelagro PB 3 Fully

Mountainbike-Fully mit Gitterrohrrahmen

Pelagro: Ducati-Motorrad zum Vorbild

Sebastian Brust am 30.11.2017

Ein Tüftler verguckte sich als Jugendlicher in eine Ducati. Heute übersetzt er die Technik aufs Mountainbike. Der Perlagro Gitterrohrrahmen ist eine Liebeserklärung an die italienische Rennmaschine.

Die schwäbische Manufaktur Pelagro fertigt auf Anfrage kunstvolle Einzelstücke mit Gitterrohrrahmen aus Aluminium. Die Inspiration stammt aus dem Motorradsport: Seit den frühen 80er-Jahren setzten Ducati-Sportmotorräder ebenfalls auf Gitterrohrrahmen, allerdings aus Stahlrohr. Und genau diese Flitzer haben es dem Firmengründer angetan.

Pelagro-Gründer Peter Laibacher war bereits einmal in der BIKE. In Ausgabe 10/2015 präsentierte er mit dem ungefederten Pelagro PB 1 Superleggera seine erste Kreation. Ganz frisch hat er sich diese vollgefederten Modelle aufgebaut.

Pelagro PB 1 Superleggera Peter Laibacher

Peter mit dem Pelagro PB 1 Superleggera in BIKE 10/2015. Die Ausgabe ist im DK-Onlineshop und als Digital-Ausgabe für alle Endgeräte erhältlich.

Proflex-Hinterbauten aus den 90ern wurden dafür eigens mit Scheibenbremsaufnahmen versehen und liefern heute im Perlago PB 3 ein paar Zentimeter Federweg – 65 mm sind es in dem gelben Bike, dank einer neuen Sitzstrebe und dem moderneren Dämpfer ganze 85 im weißen. Die Race-Gabeln bügeln mit maximal 100 mm Hub Bodenunebenheiten etwas glatter.

Die Rahmen lässt Laibacher auf Anfrage von einem Bekannten aus hochwertigem 7020-Aluminium schweißen, Lagerware gibt es nicht. Ein Pelagro-Bike ist etwas für Liebhaber, die Wert auf das Besondere legen. Die klassische Optik ist Laibacher besonders wichtig. Und die Emotionen, die er mit seinen Bikes verbindet. So hat er das gelbe PB 3 einer legendären Ducati-Pantah-Ice-Speedway-Rennmaschine gewidmet und dafür extra bleischwere Grimeca-Alu-Felgen restauriert. "Die sehen einfach cool aus", schwärmt Laibacher.

"Die beiden Bikes hab ich als Café Racer aufgebaut und nicht speziell auf das Gewicht geachtet. Ein superleichtes Hardtail hab ich ja bereits im Portfolio", rechtfertigt er die mageren 11,2 kg des weißen "Sommerbikes". Dessen Rahmen bringt es mit Dämpfer auf 2,8 kg. Der gelbe Alu-Renner mit den grobschlächtigen Spike-Reifen lässt die Waage bei knapp über 14 kg stehen. 

Pelagro PB 3 Fully

Winterbike: Hommage an eine Ducati Pantah Eis-Speedway-Maschine.

Pelagro PB 3 Fully

Sommerbike: Das weiße Pelagro PB 3 könnte natürlich auch ins Gelände. Kommt aber vor der Eisdiele auch sehr gut.

Pelagro PB 3 Fully

Der Rahmen des gelben Eis-Renners in der Rohfassung. An der Aluschwinge aus den 90ern sieht man die nachträglich angeschweißte Scheibenbremsaufnahme.

Pelagro PB 3 Fully

Die Gitterrohrrahmen lässt Peter aus hochwertigem 7020-Aluminium schweißen. Die Carbon-Schwinge für sein weißes PB 3 stammt aus einem Proflex-Bike von 1995.

Pelagro PB 3 Fully

Peter zu Besuch bei Dugast: Firmen-Chef Richard Nieuwhuis überreicht die edlen Carbon-Räder mit den frisch geklebten Schlauchreifen.

Pelagro PB 3 Fully

Das Alu-Rad, nachdem es mit Glasperlen gestrahlt wurde.

Pelagro PB 3 Fully

Liebhaberstücke für Sonntagsfahrer: Peter hat sich die Bikes, wie er sagt, als "Café Racer" aufgebaut.

Pelagro PB 3 Eis-Speedway

Bis aufs letzet Detail: Helm und Maske, passend zur Eis-Racebike.

Interview: Pelagro-Gründer Peter Laibacher

BIKE: Peter, Du widmest Deine Bikes der Ducati Pantah. Was verbindet Dich mit diesem Motorrad?

Peter Laibacher: Oh, zuviel um das hier kurz zu beschreiben. Die Pantah gefiel mir schon als 15-jähriger Schüler, die wollte ich unbedingt haben und von 1984 – 1990 war ich mit meiner Pantah dann auch bei Ducati Clubrennen in Deutschland, Österreich, Frankreich und Belgien unterwegs.

Pelagro PB 3 Fully

Peter in den wilden 80er-Jahren mit seiner Rennmaschine.

Was macht das Motorrad aus Deiner Sicht zu etwas Besonderem?

Ducati war Ende der 70er-Jahre nahe am Bankrott und die Pantah hat Ducati gerettet. Gut anschließend wurde Ducati mehrmals verkauft, aber selbst in der aktuellen Ducati Scrambler ist im Prinzip ein Pantah-Motor verbaut (Heute halt mit gedrehtem stehenden Zylinder).

Die Pantah gab es in zig Variationen und ich habe ein großes Ducati Pantah Literatur–Archiv. Die gelbe Eis-Speedway-Maschine stammt aus einer Kleinserie für eine Ducati Pantah Ice Trophy. Die gab es nur einen Winter und das Farbkonzept hat mir gut gefallen. Dieses Motorrad ist heute noch im Besitz des Ducati Museums.

Ducati Pantah Eis-Speedway Museum

Das Vorbild steht im Ducati-Museum: Die Ducati Pantah, umgebaut für Eis-Speedway-Rennen. 

Die weiße Pantah TL 600 war ein weniger erfolgreiches Tourenmodell die heute kaum einer kennt, auch bei ihr hat mir das Farbkonzept schon immer gefallen. Es sind also zwei Modelle der 80er-Jahre, die nur Ducati-Insider kennen.

Sie wollen mit Ihrem Schmuckstück in BIKE vorgestellt werden? Bewerben Sie sich mit dem Stichwort "Leser-Bike": bikeMag@bike-magazin.de
 

Sebastian Brust am 30.11.2017
Kommentare zum Artikel