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BMC Speedfox: Fahrbericht vom neuen Trailbike

Trailbike mit neuer Vario-Sattelstütze

Tobias Brehler am 21.06.2017

Das BMC Speedfox kommt entweder in 27,5"/130 mm oder 29"/120 mm. Mit einem einzigen Hebel werden die BMC-eigene Vario-Sattelstütze und der Dämpfer-Remote bedient. Zielgruppe: Trailbiker.

Für die neue Saison hat BMC das Trailbike Speedfox komplett neu entwickelt: Das Bike kommt in S mit 27,5-Zöllern und 130 Millimetern Federweg, die Größen L und XL mit 29-Zoll-Reifen und 120 Millimetern. Die M-Käufer können zwischen den beiden Laufradgrößen wählen.

Das eigentliche Highlight ist jedoch die Trailsync-Technologie: Die Schweizer haben eine eigene Vario-Sattelstütze entwickelt, die im Rahmen integriert ist – ähnlich wie die Eightpins-Variostütze, die an Liteville-Bikes verbaut wird. Je nach Rahmengröße beträgt der Hub 80 (S), 100 (M) oder 120 (L, XL) Millimeter. Der Clou: Die Stütze strafft den Dämpfer im ausgefahrenen Zustand automatisch und öffnet ihn beim Absenken der Stütze wieder. Bei komplett abgesenkter Stütze und in der Mittelposition (minus 35 Millimeter) ist der Dämpfer offen, im ausgefahrenen Zustand befindet sich der Dämpfer im Trail-Modus.

BMC Speedfox

Anstelle der schwarzen Abdeckung kann man das Bike auch mit Umwerfer fahren. Außerdem dient die Öffnung im Rahmen als Zugang zur Sattelstütze.

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Die kleine Kettenführung schützt den hochwertigen Carbon-Rahmen.

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Die Sattelstütze muss je nach Sitzhöhe gekürzt werden. Über den geschraubten Kopf kann man die Sitzhöhe um 35 Millimeter feinjustieren.

Da die Stütze im Rahmen integriert ist, muss sie an die individuelle Sitzhöhe angepasst werden. Dazu schraubt man den Kopf ab, entnimmt den Luftkammerdeckel und kürzt die Stütze. Der Kopf lässt eine Nachjustierung im Bereich von 35 Millimetern zu, ein längerer Kopf kann nachträglich gekauft werden.

Die Ansteuerung der Stütze hat BMC so simpel wie möglich gehalten: Ein per Seilzug angesteuerter Pin justiert die Höhe. Die Buchsen und Dichtungen der Sütze befinden sich im Sitzrohr und lassen sich ähnlich wie bei einer Federgabel wechseln. Beim Ausfahren der Stütze spannt eine Speiche mit einer Plastikführung den Seilzug vom Dämpfer-Remote. Dank diverser Öffnungen soll der Service leicht fallen.

Fotostrecke: BMC Trailsync Technologie

Die Geometrie des neuen Speedfox ist modern, wenn auch gemäßigt: Der Reach in L beträgt 450 Millimeter, ein mit 68,25 Grad eher steiler Lenkwinkel (29 Zoll) sollte für ausreichend Agilität sorgen. Bei den 29ern sind die Kettenstreben 445, in der 27,5-Zoll-Variante 430 Millimeter kurz. Der Lenkwinkel am 27,5-Zöller beträgt 67,5 Grad.

Modelle des neuen BMC Speedfox

BMC baut das Speedfox mit Vollcarbon-Rahmen, Carbon-Hauptrahmen und Alu-Hinterbau sowie komplett aus Aluminium. Die Alu-Bikes müssen auf die Trailsync-Technologie verzichten. Die Geometrie fällt bei allen Werkstoffen gleich aus. Alle Bikes kommen mit dem Fox Float DPS-Dämpfer. Außerdem sind alle Rahmen Zweifach-kompatibel.

Das Topmodell Speedfox 01 One markiert die absolute Speerspitze: Mit Vollcarbon-Rahmen, Rock Shox Pike-Forke, Sram Eagle 12-fach Schaltung und hochwertigen DT Swiss-Laufrädern bleiben keine Wünsche offen. Preis für das Edel-Bike: 7000 Euro. Auch ein Rahmenset des Vollcarbon-Rahmens ist erhältlich.

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Das Topmodell Speedfox 01 One steht für 7000 Euro beim Händler und kommt mit Vollcarbon-Rahmen, Rock Shox Pike-Federgabel und Sram Eagle-Schaltung.

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Die Speedfox-Modelle mit Carbon-Rahmen verfügen ebenfalls über die Trailsync-Technologie. Die Alu-Versionen stehen mit herkömmlichen Stützen beim Händler.

Drei weitere Modelle mit Carbon-Hauptrahmen sethen zur Verfügung: Allesamt mit Rock Shox-Gabel, Einfach-Antrieb und DT Swiss-Laufrädern. Zudem gibt's drei Alu-Modelle. Das günstigste Modell steht mit Zweifach-Schaltung für 2000 Euro ab August beim Händler.

Fahrbericht

Bergauf gefällt die angenehme Sitzpostion, der Hinterbau ist sehr ruhig. Erst im Wiegetritt pumpt er leicht, im offenen Zustand – also mit abgesenkter Stütze – pumpt er etwas stärker. Das Bike klettert mit den gut rollenden Maxxis Forekaster-Reifen leichtfüßig. Der steife Rahmen überträgt die Kraft gut und selbst bei steilen Passagen steigt die Front nicht. Auf anspruchsvollen Uphills drängt sich die Mittelposition der Stütze auf, da der Hinterbau im Trail-Modus nicht maximale Traktion erzeugen kann.

Bergab zeigt sich das Bike relativ laufruhig, erst bei Highspeed wünscht man sich einen etwas flacheren Lenkwinkel. Das Handling ist sehr ausgewogen, das Fahrwerk sportlich straff. Die Maxxis-Pneus sind leider schnell überfordert: Die harte Mischung dämpft kaum, der Grip auf nassen Steinen ist verschwindend gering. Auch der Pannenschutz ist in alpinem Gelände zu gering. Die restliche Ausstattung funktioniert tadellos: Die Eagle wechslet die zwölf Gänge, die Pike spricht sensibel an und dämpft gröbere Schläge. Auch die DT Swiss-Laufräder mit 30er-Felge erscheinen stimmig.

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Wir konnten das Topmodell des BMC Speedfox bereits ausgiebig auf dem Gornergrat-Trail in Zermatt testen.

Die Sattelstütze federt schnell aus, ein leichter Anschlag-Sound signalisiert die finale Postion. Top! Da das ganze Gewicht auf dem Pin lagert, muss die Stütze zum Absenken kurz entlastet werden. Auch beim Ausfahren besitzt der nicht perfekt ergonomische Hebel ein mittelhohes Losbrechmoment, den Hebel kann man allerdings tauschen. Der Verstellbereich war für uns ausreichend. Das Konzept erscheint sinnvoll, auf schnellen Trails leidet jedoch der Komfort: Will man mit ausgefahrener Stütze mittreten, befindet sich das Heck im straffen Trail-Modus und das Bike holpert über den Trail.

Test-Fazit

Das BMC Speedfox überzeugt mit stimmigem Handling und innovativer Sattelstütze. Die Trailsync-Technologie konnte mit guter Funktion überzeugen. Hier werden besonders sportliche Trailbiker und komfort-orientierte Marathon-Fahrer glücklich.

Tobias Brehler am 21.06.2017
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