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Enduro World Series 2017 #8: Finale Ligure

Sam Hill ist EWS-Champion 2017

Adrian Kaether am 04.10.2017

Beim Finale der Enduro World Series 2017 in Finale Ligure ging es noch einmal richtig zur Sache. Sam Hill konnte Adrien Dailly auf Abstand halten, Ines Thoma war vom Pech verfolgt.

Von den Bergen zum Meer, das ist das Motto des jährlichen, zweitägigen EWS-Finales an der ligurischen Küste. Und ausruhen und eine schöne Siegesrunde drehen, das konnte sich hier niemand leisten. Außer Cecile Ravanel, die aber natürlich trotzdem nicht nachgab und am Ende nicht nur den Gesamtsieg, sondern auch noch den letzten Rennsieg der Saison holte. Dahinter wurde jedoch um jeden Punkt gekämpft. Theoretisch konnten vor dem Rennen die ersten sechs Damen noch auf Platz zwei fahren. Bei den Männern musste Sam Hill noch einmal alles geben, um sich nicht im letzten Rennen den Titel von Young-Gun Adrien Dailly vor der Nase wegschnappen zu lassen.


Stage 1: 8,6 Kilometer, über 1100 Höhenmeter


Schon die erste Stage sollte bei manchen über Sieg oder Niederlage an diesem letzten Rennwochenende der EWS 2017 entscheiden. Damien Oton setzte mit einem Sieg auf der 8,6 Kilometer langen Monster-Stage ein deutliches Zeichen, Sam Hill kam als Zweiter mit nur wenigen Sekunden Rückstand ins Ziel, Dritter wurde Martin Maes – sicher kein Zufall, dass ausgerechnet diese drei am Ende auch auf dem Podium stehen würden. Wie sich die Arme und Beine der Profis nach 8,6 Kilometern und deutlich über 1100 Höhenmetern in kaum 18 Minuten angefühlt haben müssen, das kann man sich wohl kaum vorstellen.

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Sam Hill ließ auf der Strecke nichts anbrennen, ging aber auch keine extremen Risiken ein. Das Resultat waren konstant gute Platzierungen.

Pannenpech für Ines Thoma

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Ein harter Tag für Ines Thoma. Erst halb krank, dann auch noch keine Luft mehr im Reifen.


Dramatisch geriet die Renneröffnung auch bei den Damen. Cecile Ravanel holte wie zu erwarten einen ersten Sieg, Zweite wurde Isabeau Courdurier mit gut einer Minute Rückstand. Absolutes Pech hatte dagegen Ines Thoma. Gleich mehrere platte Reifen fuhr sich die deutsche Hoffnung in der Enduro World Series ein, sie erreichte das Ziel als letzte und brauchte mehr als doppelt so lange wie Cecile Ravanel. Ihr Rennen war gelaufen, auch die Chance auf ein Podium in der Gesamtwertung war damit auf einen Schlag vernichtet. Nach nur einer Stage das Handtuch zu werfen, das kam für sie dennoch nicht in Frage.


Stage zwei und drei

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Martin Maes war extrem schnell unterwegs. Nur an der Häufigkeit der Stürze muss er noch etwas arbeiten, dann wird er kaum zu schlagen sein.


Der Sieg auf Stage zwei ging dann an Adrien Dailly, der Sam Hill jedoch nur um eine Zehntelsekunde davonfuhr, Cecile Ravanel holte hier, so wie auch auf der letzten Stage, einen Sieg, während Damien Oton die letzte Stage des ersten Tages im Männerrennen für sich entscheiden konnte. Sam Hill wurde Vierter, Adrien Dailly Dritter, der Kampf um den Titel hatte sich also auch nach dem ersten Tag noch kein bisschen entspannt.

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Josh Bryceland ließ es mal wieder fliegen. In seinem typischen Style natürlich.

Zweiter Renntag: Dailly fällt leicht zurück

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Sam Hill konzentriert. Auch nach dem ersten Renntag konnte sich der legendäre Downhill-Held noch nicht zurücklehnen.

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Adrien Dailly mit seinem Mentor Nico Voullioz.


Auch am zweiten Tag des Rennens schenkten sich die Kontrahenten zunächst wenig. Während Martin Maes und Richie Rude auf den Stages vier und fünf den Sieg holten, lagen Sam Hill und Adrien Dailly nie mehr als drei Sekunden auseinander. So gab es für keinen der beiden eine Chance, dem jeweils anderen in irgendeiner Weise davonzuziehen. Doch langsam wurde es eng für Dailly. Durch seine gute Zeit auf der ersten Stage des Rennens lag Sam Hill immer noch einige Sekunden vorne. Um den Titel zu holen, würde Dailly jetzt einige Siege einfahren müssen.


Die Renngötter hatten jedoch andere Pläne. Stage sechs war eher flach und physisch anspruchsvoll, Wattzahlen zählten hier mehr als Fahrkönnen und Risikobereitschaft. So verwundert es kaum, dass Jared Graves zu einem eindeutigen Sieg fuhr. Sam Hill wurde immerhin noch Achter, Adrien Dailly lag die Sprinterei jedoch überhaupt nicht, er landete abgeschlagen auf Platz 38. Und damit waren die Reserven des jungen Franzosen endgültig leergepumpt. Auf der letzten Stage, dem „Men’s Downhill“, fehlte Dailly sichtlich die Kraft, er wurde nur 50. Das reichte am Ende des Rennes aber immerhin noch für Platz vier. Sam Hill konnte es sich damit erlauben, sein Tempo ein wenig zu drosseln. Der erfahrene Australier landete auf der letzten Stage – dem finalen Downhill Richtung Meer – auf Platz 25 und wurde damit Dritter. Platz zwei ging an Martin Maes, den Sieg holte Damien Oton.

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Cecile Ravanel hatte die Gesamtwertung zwar schon vor dem letzten Rennen gewonnen, doch den letzten Rennsieg der Saison ließ sie sich trotzdem nicht nehmen.


Sam Hill und Cecile Ravanel gewinnen die EWS-Gesamtwertung

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Isabeau Courdurier fuhr in Finale Ligure ein weiteres starkes Rennen. Das reichte am Ende für Platz zwei.


Bei den Damen holte Cecile Ravanel am zweiten Renntag noch zwei Siege auf den Stages vier und fünf, bevor sie die Siege auf den Stages sechs und sieben Anita Gehrig und Isabeau Courdurier überlassen musste. Das Rennen gewann sie trotzdem mit deutlichem Vorsprung. Der erste Rang in der Gesamtwertung geht damit ebenfalls an sie, daran war schon nach dem letzten Rennen nichts mehr zu rütteln gewesen. Platz zwei in der Gesamtwertung ging an Isabeau Courdurier, eine starke Leistung ganz besonders im Hinblick auf ihren Ausfall in Neuseeland Anfang des Jahres. Katy Winton holte Platz drei, Anita und Caro Gehrig die Plätze vier und fünf, vor Ines Thoma auf Platz sechs.


Bei den Männern reichte Sam Hill ein dritter Platz vor Adrien Dailly auf Platz vier für einen Sieg in der Gesamtwertung. Platz zwei geht an Adrien Dailly mit 130 Punkten Rückstand, Platz drei an Greg Callaghan mit 460 Punkten Rückstand. Jerome Clementz und Damien Oton belegen die Plätze vier und fünf in der EWS-Gesamtwertung 2017. Der Gesamtsieg in der Herstellerwertung geht ganz knapp an Ibis mit 7160 Punkten vor Rocky Mountain mit 7111 Punkten. Canyon belegt mit knapp unter 6000 Punkten Platz drei. Killian Callaghan und Martha Gill holten die Siege in der U21-Kategorie.


Alle Bilder, Ergebnisse und die Details der Gesamtwertung finden Sie auf der Website der Enduro World Series.

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Die finale Gesamtwertung der EWS 2017.

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Das Podium der Damen in der Gesamtwertung: Isabeau Courdurier, Cecile Ravanel und Katy Winton (v. l. n. r.).

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Ausgelassene Stimmung auf dem Gesamtwertungs-Podium der Herren. Adrien Dailly, Sam Hill und Greg Callaghan lassen die Korken knallen (von links).

Adrian Kaether am 04.10.2017
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