Cape Epic Gewinner 2017 Schurter Stirnemann Cape Epic Gewinner 2017 Schurter Stirnemann

Cape Epic 2017: Finale

Scott-Sram mit Etappen- und Gesamtsieg – Spitz vorne

Thomas Roegner am 27.03.2017

Olympiasieger Nino Schurter und Matthias Stirnemann gewinnen das prestigeträchtige Cape Epic 2017. Süss/ Stenerhag triumphieren bei den Damen. Evans/Hincapie holen sich noch die Masterswertung.

„Das war eine Scott Epic“, meinte ein mehr als zufriedener Nino Schurter im Ziel des Grand Finale, der Endetappe beim 14. Absa Cape Epic. Mit den Scott Young Guns, Andri Frischknecht und Michiel van der Heijden, holte sich das zweite Scott-Sram-Team den Etappensieg. Olympiasieger und Weltmeister Schurter gewann mit seinem Schweizer Partner Matthias Stirnemann zum ersten Mal in seiner Karriere das Cape Epic. Damit ist dem Team eine steile Lernkurve zu bescheinigen, denn eigentlich wollten die Teams nur lernen, „um dann 2018 richtig zuzuschlagen“, so Schurter. Doch als sich Mitte der harten Rennwoche abzeichnete, dass Schurter/Stirnemann ganz nach vorne fahren können, gaben die Scott-Piloten zu viert Gas.

Sieben Minuten Vorsprung hatte die Zeitnahme nach sechs Etappen und einem Prolog verzeichnet. Im Ziel standen dann acht Minuten zwischen Schurter/Stirnemann und den Verfolgern Investec-Songo-Specialized. Christoph Sauser, fünffacher Gewinner des härtesten Bike-Etappenrennens der Welt, war extra aus seinem „Ruhestand“ zurückgekehrt, um mit dem ehemaligen Weltmeister Jaroslav Kulhavy den sechsten Gesamtsieg anzupeilen. „Wir hatten zu viele Platten, das hat uns zurückgeworfen, und dann so starke Scott-Teams, da war nichts zu machen“, so Sauser. Schurter und Stirnemann waren auch auf der Finaletappe mit 85 Kilometern und 1350 Höhenmetern auf der Hut, die wie immer mit Vollgas gefahren wurde.

Cape Epic 2017 Finale

Andri Frischknecht und Michiel Van der Heijden holten sich auf der Finaletapp ihren zweiten Tagessieg.

Cape Epic 2017 Finale

Am achten Tag im Sattel: Fahrer auf den ersten Kilometern hinter dem Startort Grabouw.

Cape Epic 2017 Finale

Philip Buys führt die Spitzengruppe, dahinter Nicola Rohrbach von Centurion Vaude 2.

Cape Epic 2017 Finale

Willkommene Abkühlung: Nino Schurter und sein schweizer Partner ließen auf der letzten Etappe nichts mehr anbrennen.

Ergebnis Cape Epic 2017 Herren

Das Endergebnis der Top 15 Herren-Teams des Cape Epic 2017.

Scott-Sram profitieren von schwächelndem Sauser

„Wir wollten sauber ins Finish kommen, keinen Unsinn machen und bei den Specialized-Jungs bleiben“, so ein erleichterter und glücklicher Stirnemann. „Es kann immer etwas passieren und wenn Susi und Jaro attackieren, hätte das eng werden können. Aber gleich nach dem Start merkten wir, dass Christoph nicht so gut drauf ist. Da haben wir uns entspannt und versucht, ohne Defekt durchzukommen. Ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich das Cape Epic gewonnen habe.“

Nach seiner Goldmedaille bei Olympia in Rio und der Weltmeisterschaft 2016 hat Nino Schurter nun seine Trophäensammlung mit einem unerwartet frühen Cape Epic-Sieg vervollständigt. Der Schweizer lobte sein junges Backup-Team in den höchsten Tönen. „Die Youngsters waren unglaublich. Beim ersten Epic anzutreten und dann so stark zu fahren, das ist super. Michiel und Andri sind wirklich speziell und wir hatten diese Woche einen super guten Teamspirit dadurch. Die Jungs sind fehlerlos gefahren“, so Schurter.

Cape Epic 2017 Finale

Fairer Sportsmann: Christoph Sauser gratuliert Matthias Stirnemann und Nino Schurter im Ziel.

Cape Epic 2017 Finale

Alle Sieger der einzelnen Kategorien des Cape Epic 2017 in der Übersicht.

Centurion Vaude schieben sich hauchdünn aufs Podest

Stilsicher rollte Manuel Fumic im Wheelie und Shorts über die Ziellinie. Fünf Tage war Deutschlands bester Cross-Country-Pilot mit Brasilienmeister Henrique Avancini in Gelb gefahren, dementsprechend entspannt kam er in Val de Vie an. „Eigentlich wollten wir nur den Prolog gewinnen, das haben wir geschafft und die weiteren Tage im Leadertrikot waren einfach super. Jetzt gibt es erstmal einige Entspannungsgetränke“, freute sich Fumic. In einem wahren Aufholkrimi schoben sich Centurion Vaude 2 – Nicola Rohrbach und Daniel Geismayr – noch auf den dritten Gesamtrang des Absa Cape Epic 2017. Zwei Sekunden und ein Zehntel lagen sie in der Endabrechnung vor Max Knox/Leonardo Paez vom Team Kansai Plascon.

Spitz: „Selber schuld, wenn man nicht auf dem Fahrrad bleiben kann.“

Ein Jahr nach ihrer Herzoperation überquerte Jennie Stenerhag tränenüberströmt die Ziellinie. Gemeinsam mit der Schweizerin Esther Süß (Meerendal CBC) gewann die in Südafrika lebende Schwedin die Gesamtwertung der Frauen vor Mariske Strauss und Annie Last (Hansgrohe Cadence OMX Pro) und der Deutschen Sabine Spitz mit der südafrikanischen Meisterin Robyn de Groot (Ascendis Health). 2016 hatte Stenerhag das Cape Epic wegen Herzproblemen frühzeitig beenden müssen, nun stand sie ganz oben auf dem Podium. „Wir fuhren immer konstant und machten keine Fehler. Ich bin einfach nur glücklich, das Epic gewonnen zu haben“, freute sich Süss, die Marathon-Weltmeisterin von 2010. „Wir hatten viel Pech, aber selber schuld, wenn man nicht auf dem Fahrrad bleiben kann“, meinte eine dennoch zufriedene Sabine Spitz im Ziel.

Cape Epic 2017 Finale

Ein versöhnlicher Abschluss einer turbulenten Woche für Sabine Spitz: Die Deutsche holte den Tagessieg bei der Finaletappe.

Cape Epic 2017 Finale

Jennie Stenerhag (links) und Esther Süss feiern ihren Gesamtsieg.

Ergebnis Cape Epic 2017 Damen

Das Endergebnis der Top 10 Damen-Teams des Cape Epic 2017.

Die Mixed-Wertung ging ganz klar an die Rio-Olympiasiegerin Jenny Rissveds (SWE), die mit Scott-Teammanager Thomas Frischknecht unangefochten vorne fuhr. Der freute sich mehr über den finalen Etappensieg seines Sohnes als die eigene Wertung.

Cape Epic 2017 Finale

Unangefochten vorneweg: Jenny Rissveds und Thomas Frischknecht feiern ihren Cape Epic-Sieg in der Mixed-Wertung.

Cape Epic 2017 Finale

Die „Dieselmotoren“ von Cadel Evans (links) und George Hincapie brauchten ein paar Tage, um warmzulaufen. Am Ende holten sich die Ex-Straßenstars den Sieg in der Masters-Wertung.

Die Roadies von BMC Absa Racing schlugen bei der Masterswertung am letzten Tag noch zu und holten sich den Gesamtsieg. Tour de France-Gewinner Cadel Evans und Kumpel George Hincapie kamen zwar zerschrammt, aber in über fünf Minuten in der Gesamtwertung vor den zweiten Misser/Zugasti (Orbea Factory) aus Spanien an. Dritte wurden Bart Brentjens/Abraao Azevedo (CST Sandd American Eagle).

Thomas Roegner am 27.03.2017
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