Cape Epic 2017 Etappe 1 Cape Epic 2017 Etappe 1

Cape Epic 2017: 1. Etappe

Fumic/Avancini weiter in Gelb – Spitz stürzt schwer

Thomas Roegner am 20.03.2017

Manuel Fumic und Henrique Avancini bleiben durch einen Etappensieg in Hermanus in Gelb. Sauser/Kulhavy bremst ein Defekt aus, Karl Platt isst zu wenig und bricht ein. Sabine Spitz stürzt schwer.

Cape Epic 2017 Etappe 1

Die Spitzengruppe kurz nach dem Start über dem Küstenort Hermanus.

Heiß, staubig, brutal und gefährlich. Nach dem Sprintauftakt im Prolog zeigte die erste Etappe des Absa Cape Epic 2017 bereits dessen wahres Gesicht, weswegen es als härtestes Mountainbike-Rennen der Welt gilt – sowohl für Profis als auch die teilnehmenden Amateur-Biker. In den Bergen rund um den Küstenort Hermanus, bekannt für sein „Whale Watching“, bremsten Stürze und Verletzungen die Favoriten. Fast alle Spitzenfahrer kamen nach den 101 Kilometern gezeichnet vom Wind und der Hitze ins Ziel. Kiloweise Eiswürfel, nasse Handtücher und frisches Trinkwasser sind im Zielbereich im Einsatz, um die drohende Überhitzung abzuwenden.

Cape Epic 2017 Etappe 1

Stau vor einer Traileinfahrt. Bei so vielen Spitzenfahrern wird es eng, das hatte Karl Platt bereits vor dem Rennen prophezeit.

Kulhavy mit Sturz und Defekt

Der deutsche Favorit Manuel Fumic blieb mit seinem brasilianischen Parter Henrique Avancini relativ unbeeindruckt und holte sich etwas überraschend den zweiten Etappensieg. Dabei profierte das Team Cannondale Factory Racing vom Pannenpech der Mitfavoriten. Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy (Investec Songo Specialized) hatten kurz vor dem Ziel mit einem abgerissenen Ventil zu kämpfen und mussten einen Schlauch einziehen. Das deutsche Centurion Vaude-Team mit Jochen Käß und Markus Kaufmann zeigten mit ihrem dritten Platz, dass auch ohne Rennpraxis mit ihnen zu rechnen ist. Der Olympiasieger und amtierende Weltmeister Nino Schurter wurde von einem Sturz seines Partners Matthias Stirnemann (Scott Sram MTB Racing) gebremst. Die beiden Schweizer fuhren auf Platz vier der Etappe vor dem Backup-Team Centurion Vaude 2 mit Nicola Rohrbach (SUI) und Daniel Geismayr (AUT). Die Mitfavoriten auf den Gesamtsieg, Alban Lakata/Kristian Hynek (Topeak Ergon) und Karl Platt/Urs Huber (Bulls) hatten auf der langen Etappe mit Zwischentiefs zu kämpfen: Rang sechs und sieben sprangen am Ende heraus, wobei der Rückstand der Vorjahressieger Bulls nun 8:57 Minuten auf die Führenden beträgt.

Cape Epic 2017 Etappe 1

Christoph Sauser und Nino Schurter führen die Spitzengruppe in diesem Anstieg an.

Cape Epic 2017 Etappe 1

Süfafrika-Fan Fumic kann mit den ersten beiden Tagen des Cape Epic 2017 mehr als zufrieden sein.

Cape Epic 2017 Etappe 1

Sauser als Lokomotive, Schurter an seinem Hinterrad.

Cape Epic 2017 Etappe 1

Die gelben Trikots stehen dem Duo von Cannondale Factory Racing sehr gut. Mal schauen, wie lange es die Cross Country-Spezialisten noch verteidigen können.

Cape Epic 2017 Etappe 1

Ein harter Tag im Sattel für Marathon-Legende Karl Platt: Erst zu wenig gegessen, dann gestürzt und am Ende im Ziel mit 5:34 Minuten Rückstand.

Cape Epic 2017 Etappe 1

Das Podest der ersten Etappe: Sauser/Kulhavy (links) als Zweite, die Sieger Avancini/Fumic (Mitte) und die drittplatzierten Fahrer von Centurioon-Vaude, Markus Kaufmann und Jochen Käß.

Cape Epic 2017 Etappe 1 Ergebnisse Herren

Top 10 Herren: Das Ergebnis der ersten Etappe im Überblick.

Spitz stürzt schwer, kann aber weiterfahren

Die nach dem Prolog im Leadertrikot gestarteten Ascendis Health-Frauen, Sabine Spitz und Robyn de Groot, wurden ebenfalls vom Sturzpech getroffen. Sabine Spitz, die Olympiasiegerin von Peking, schlug hart vor dem letzten Anstieg in einem Graben auf und musste die letzten zwanzig Kilometer mit einer klaffenden Wunde über der linke Augenbraue duchstehen. Im Ziel fehlten den beiden Favoritinnen 8:31 Minuten auf die Etappensiegerinnen vom Team Meerendal, Esther Süss (SUI) und Jennie Stenerhag (SWE). Mit acht Stichen wurde die Risswunde der Deutschen im Medizinzelt später versorgt. Für ihre Verhältnisse abgeschlagen rollten Ariane Lüthi und die Deutsche Adelheid Morath (Spur) ins Ziel: Über 21 Minuten Rückstand. Die dreifache Cape Epic-Siegerin Lüthi musste an der dritten Verpflegungsstelle kurz pausieren. Sie konnten ihren Rückstand – sie lagen zwischenzeitlich auf Platz sechs – noch verringern und auf Platz vier ins Ziel kommen. „Mein Puls war zehn Schläge höher als sonst, ich kam nicht so richtig in Tritt und fürchtete, dass mir das gleiche wie Jennie letztes Jahr passiert: Kreislaufprobleme“, sagte die 42-Jährige Schweizerin Süß. „Doch als wir uns ein wenig absetzen konnten, ging der Knoten bei mir auf und ab da konnten wir richtig Gas geben. Jetzt schauen wir auf uns und versuchen, weiterhin vorne unser Rennen zu fahren.“

Cape Epic 2017 Etappe 1

Schwer gezeichnet über der linken Augenbraue: Sabine Spitz im Ziel der ersten Etappe in Hermanus.

Cape Epic 2017 Etappe 1

Esther Süss (vorne) und Jennie Stenerhag holten sich den Etappensieg und das Gelbe Trikot.

Cape Epic 2017 Etappe 1 Ergebnisse Damen

Top 10 Damen: Das Ergebnis der ersten Etappe im Überblick.

Wie hoch die Belastungen für die Spitzensportler beim Absa Cape Epic sind, sah man bei der 22-jährigen Olympiasiegerin von Rio, der Schwedin Jenny Rissveds. Sie startet mit der Schweizer Mountainbike-Legende Thomas Frischknecht (Scott Sram Nextlevel) in der Mixed-Kategorie. Sie lieferten sich einen harten Kampf mit der südafrikanischen Paarung Grant Usher und Amy Beth Mcdougall (joBerg2C-Valencia), das sie zwar mit sieben Sekunden Vorsprung gewannen. Doch das bezahlte die junge Schwedin mit einem Kreislaufkollaps im Ziel und musste ärztlich versorgt werden.

Cape Epic 2017 Etappe 1

Jenny Rissveds musste nach dem Etappensieg im Ziel medizinisch behandelt werden. Sie hatte einen Kreislaufkollaps.

Am morgigen Dienstag steht eine erneut harte Etappe beim Cape Epic 2017 an. Vom Küstenort Hermanus legt das 1200 Teilnehmer starke Feld 102 Kilometer und 2350 Höhenmeter zurück, um im nächsten Etappenort Greyton anzukommen.

Hier gibt's alle Ergebnisse vom Cape Epic 2017.

Thomas Roegner am 20.03.2017
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