BIKE Transalp 2017 Schnuppertage: Michelle von cyclingsunday.com berichtet BIKE Transalp 2017 Schnuppertage: Michelle von cyclingsunday.com berichtet

BIKE Transalp 2017: Schnuppertage

Die schönste Quälerei meines Lebens!

Michelle Himbert am 19.07.2017

Einmal am Start der BIKE Transalp: Michelle erfüllte sich einen Traum und fuhr einen BIKE Transalp Schnuppertag mit. Angemeldet war sie schnell, dann ziemlich überrascht. Und am Ende überglücklich.

Ist es möglich, innerhalb von acht Monaten so fit auf dem Mountainbike zu werden, dass man eine Etappe der BIKE Transalp fahren kann? Genau diese Frage habe ich mir im November letzten Jahres gestellt und startete mein persönliches kleines Experiment.

Bevor ich weiter erzähle, möchte ich mich allerdings kurz vorstellen: Mein Name ist Michelle, ich bin 23 Jahre jung und betreibe seit zwei Jahren erfolgreich meinen Mountainbike Blog "Cycling Sunday". Das Mountainbiken ist meine große Leidenschaft. Ich nehme ca. 2-3 Mal im Jahr an einem Mountainbike-Rennen teil, allerdings bin ich dann meistens auf den Kurzstrecken zu sehen. Ich wäre also konditionell gesehen im letzten Jahr nicht in der Lage gewesen, einen richtigen Marathon zu fahren.

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Bereits am Samstagabend befestigte ich meine Startnummer am Rad um am nächsten Morgen möglichst ohne Stress an den Start gehen zu können. Die Vorfreude war groß, schließlich stand endlich der Tag bevor, auf den ich mich seit Monaten vorbereitete.

Einmal am Start der BIKE Transalp zu stehen, habt ihr davon auch schon geträumt? Na dann wäre das jetzt eure Gelegenheit gewesen. Denn mit den Schnuppertagen zum 20-jährigen Jubiläum hatte ich die Möglichkeit, die erste Etappe von Mayrhofen nach Brixen mitzuerleben. Wer an diesem Event teilnimmt, sollte nicht unvorbereitet kommen. Es sind schließlich die Alpen. Und für mich als Saarländerin ist jeder Berg, der einen Aufstieg von mehr als 400 hm mit sich bringt, eine kleine Herausforderung.

Tschüss Eiscafé – Hallo Intervalltraining

Mein Training in den letzten Monaten war alles andere als einfach. Ich will gar nicht wissen, was Profis wie Karl Platt & Co. durchmachen. Ich trainierte zum ersten Mal in meinem Leben nach einem speziell auf mich aufgebauten Trainingsplan und sagte von heute auf morgen "Tschüss" zu gemütlichen Eiscafé-Touren und "Hallo" zu hartem Intervalltraining. Es gab Tage, an denen war ich vor Motivation kaum zu bremsen und Tage, an denen man mich nur schwer von der Couch bekam. Wer konnte schon ahnen, dass die erste Etappe gleich zur Königsetappe wird? Wenn ich euch einen Ratschlag geben darf: Meldet euch erst an, wenn die Streckendetails online sind.

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Von Mayrhofen aus ging es hinauf zum Schlegeisspeicher. Schon von Weitem konnte man die Staumauer sehen. Es ist beeindruckend, aus welchen Ländern die Mountainbiker zur BIKE Transalp anreisen. Auf dem Foto sieht man neben mir einen Teilnehmer aus Chile. 

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Der Schlegeisspeicher im Zillertal: Normalerweise würde ich bei einem Radrennen nie anhalten um ein Foto zu machen, aber diese wunderschöne Kulisse musste ich einfach festhalten. 

Mehr als acht Monate habe ich nun auf diesen einen Tag gewartet. Schon vor dem Start war ich sehr aufgeregt. Innerlich ein absolutes Gefühlschaos. Einerseits freute ich mich, aber andererseits hatte ich überhaupt keine Ahnung, was mich erwarten würde und mich begleitete die Angst, diese Strecke nicht zu meistern. Noch nie in meinem Leben bin ich über 2000 hm gefahren und jetzt sollten es gleich 3000 sein!

Die erste Etappe mit 104,79 km und 3119 hm führte uns von Mayrhofen aus vorbei am wunderschönen Schlegeisspeicher und von dort über Stock und Stein hinauf zum Pfitscher Joch. Oben hatte man eine fantastische Aussicht. Dieser Moment wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Anschließend ging es 40 Kilometer bergab bis nach Mauls. Statt gemütlich über den Radweg durch das Südtiroler Eisacktal nach Brixen zu gelangen, überlegte sich das Team der BIKE Transalp in diesem Jahr etwas Neues. Dies hatte zur Folge, dass wir noch mal in die Pedale treten mussten, hinauf zum Valser Jöchl.

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Über einen anspruchsvollen Trail ging es weiter bergauf zum Pfitscher Joch. Die großen Felsplatten und Steine machten es nicht einfach. Doch wer sein Rad liebt, der schiebt. 

Nichts ist unmöglich

Der Weg nach oben war eine Qual. Ich dachte, ich komme nicht mehr an. Als ich dann endlich oben war, freute ich mich auf die Abfahrt nach Brixen. Die Freude war allerdings schnell verflogen, denn leider sollten sich davor noch einige Hügel dazwischenstellen. Und auch die technisch anspruchsvollen Trails auf den letzten Kilometern waren eine große Herausforderung. Schließlich hatte man schon einige Kilometer und mehrere tausend Höhenmeter in den Beinen. Die Konzentration war einfach nicht mehr zu 100 Prozent da.

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Eine Teilnahme an der BIKE Transalp erfordert nicht nur konditionelle sondern auch mentale Belastbarkeit. Während des ersten Anstiegs hinauf zum Pfitscher Joch hatte ich immer die anstehende lange Abfahrt hinab nach Sterzing im Hinterkopf. Etwas, worauf man sich wirklich freuen konnte.

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Der letzte Anstieg hoch zum Valser Jöchl. Ich hatte bereits über 70 km und 2000 hm in den Beinen. Und auch wenn ich mich wirklich quälen musste, das Lachen wurde mir durch die traumhaften Aussichten nicht genommen. 

Nach über neun Stunden habe ich es geschafft: Gemeinsam mit meinem Papa, der mich auf dem langen Weg begleitete, überquerte ich in Brixen die Ziellinie. Ich war überglücklich. Mein Ziel war es ins Ziel zu kommen, egal in welcher Zeit und das habe ich geschafft.

Was ich euch am Ende sagen möchte: Wenn ihr einen Traum habt, dann arbeitet dafür. Auch wenn er noch so unrealistisch erscheint. Nichts ist unmöglich. Mein Traum war es, einmal bei einer Etappe der BIKE Transalp dabei zu sein und das harte Training in den letzten Monaten hat sich ausgezahlt. Und wenn ich das schaffe, dann schafft ihr das auch!

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Gemeinsam mit meinem Papa in Brixen die Ziellinie zu überqueren war ein unvergesslicher Moment. Durch ihn kam ich vor sechs Jahren zum Mountainbiken. Nach über neun Stunden im Sattel war ich nicht nur fix und fertig sondern auch sehr stolz, diese schwierige Etappe gemeistert zu haben.


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Michelle Himbert am 19.07.2017
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