Test 2017: Trailbike Klassiker Test 2017: Trailbike Klassiker

Test 2017: Trailbike Klassiker

Klassiker-Treffen: 3 Trailbikes im Vergleich

Florentin Vesenbeckh am 25.07.2017

Trailbikes sollen schlichtweg alle Disziplinen beherrschen. Ist das auch im mittleren Preissegment zu schaffen? Scott, Specialized und Cannondale wollen mit ihren Trail-Klassikern den Beweis antreten.

Kaltern in Südtirol. Ein ideales Terrain, um die interdisziplinären Qualitäten unserer drei Testkandidaten auf die Probe zu stellen: knackige Anstiege, wendige Trails und holperige Karrenwege werden bloßlegen, welches der drei Bikes am Ende des Tages die größte Spaßausbeute verspricht. Drei Klassiker großer Fachhandelsmarken hatten den Weg ins Testlabor der BIKE gefunden: Cannondale Habit, Scott Spark und Specialized Camber. Einmal 27,5 Zoll, zweimal 29 Zoll. Das Rüstzeug unserer drei Supersportler: Federwege um 120 bis 130 Millimeter und moderne Geometrien, mit denen die Bikes ebenso versiert durch enge Kehren zirkeln wie in steile Abfahrten donnern sollen.


Diese Trailbikes finden Sie im Test:

  • Cannondale Habit Carbon 3
  • Scott Spark 930
  • Specialized Camber Comp Carbon

Fotostrecke: Test 2017: Trailbike Klassiker


Die ersten Sonnenstrahlen blinzeln durch den lichten Bergwald auf dem Anstieg zum Mendelkamm, Entspannung macht sich breit. Dazu tragen auch die Fahrwerke der drei Test-Bikes bei: Bergauf bleiben sie ruhig, kein Wippen stört den Tritt. Dafür schlagen die Gewichte von Cannondale und Specialized auf den Puls. Fahrfertig fast 14 Kilo sind für Bikes dieser Preis- und Federwegsklasse üppig. Lediglich das Scott Spark kann sich merklich absetzen, erkauft den Gewichtsvorsprung aber auch mit einer 1x11-Schaltung und damit geringerer Bandbreite. Auf langen Anstiegen und Touren ist das nicht jedermanns Geschmack. Die Chassis der drei Kontrahenten könnten ähnlicher kaum sein: Carbon-Hauptrahmen mit Alu-Hinterbau. Der Kohlefasereinsatz bedeutet Abstriche bei der Ausstattung, ein Knackpunkt, der in dieser Preisklasse gerade den Fachhandelsmarken anhängt. Eine komplette Ausstattung auf Shimano-XT-Niveau suchen wir vergebens. Bei den Bremsen geht es noch ein Stockwerk tiefer: Scott und Specialized verbauen gruppenlose Shimano-Bremsen, Cannondale immerhin Deore-Modelle. Funktional schlagen die günstigeren Shimano-Parts zum Glück nicht negativ zu buche, in puncto Gewicht schon eher. Und: An einem Bike für 3500 Euro wünschen sich Käufer sicher etwas mehr Glanz. Wer zu günstigen Federelementen greift, bekommt die Quittung hingegen direkt auf dem Trail. Das zeigt das Beispiel Specialized, an dem die nicht gerade feinfühlige Rockshox Revelation RL den ansonsten gelungenen Gesamteindruck trübt.

Mit den hauseigenen Syncros-Komponenten kommt das Scott Spark optisch wie aus einem Guss daher. Auch funktional hinterlässt das Spark einen runden Eindruck: Trotz limitierender Einfach-Übersetzung decken die Schweizer mit ihrem Traditionsmodell das breiteste Einsatzspektrum ab – und dürfen sich auch nach Punkten die Krone des besten Allrounders aufsetzen. 

Test 2017: Trailbike Klassiker

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Florentin Vesenbeckh am 25.07.2017
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