Test 2017: Trailbikes mit unterschiedlichen Konzepten Test 2017: Trailbikes mit unterschiedlichen Konzepten

Test 2017 – Trailbikes: Norco Optic A9.1

Norco Optic A9.1 im Test

Stefan Frey am 15.04.2017

Optisch wird das Norco seinem Namen nicht ganz gerecht. Farbe und Design sind Geschmackssache. Aber lieblos verlegte Züge und dicke Schweißraupen will man für über 3000 Euro eigentlich nicht sehen.

Sobald man aber im Sattel sitzt, verblasst der erste Eindruck, und das Grinsen im Gesicht wird umso breiter, je länger sich der wellige Trail durch den Fichtenwald schlängelt. Norco integriert den Fahrer zentral ins Bike und schafft ein Fahrgefühl, das einen nur schwerlich ein 29er unter sich vermuten lässt. Die Balance zwischen Laufruhe und Wendigkeit gefällt und passt perfekt zum Einsatzbereich. Das straffe Fahrwerk giert nach Geschwindigkeit und lässt sich gut durch die Kurven drücken – bis die Performance-Bereifung von Schwalbe die Bodenhaftung verliert. Was leider viel zu früh passiert. Zudem fehlt es der Auslaufbremse von Sram an Biss. Trotzdem möchte man mit dem Norco gleich noch mal zurück zum Trail-Einstieg treten. Kein Problem, die entspannte Sitzposition nimmt selbst langen Anstiegen den Schrecken. Lediglich das hohe Gewicht verlangt nach etwas Kraft in den Beinen. Fazit: moderner 29er mit ausgeprägtem Spieltrieb und sportlich ausgewogenem Fahrwerk. Perfekt für Trail-Touren.

Die Alternative   Für 3599 Euro steht das Optic C9.3 mit etwas leichterem Carbon-Rahmen im Laden. Der kann als Basis für ein gewichtsoptimiertes und spaßiges Trailbike dienen. Die Anbauteile sind bis auf Gabel und Bremsen identisch. 

Test 2017 – Trailbikes: Norco Optic A9.1

Die Avid DB3 am Norco ist Auslaufware und nicht
besonders bissig. Ähnlich schwach war im Test ansonsten nur noch die gruppenlose Shimano-Bremse am Kona.

Test 2017 – Trailbikes: Norco Optic A9.1

Wenig Liebe zum Detail: Obwohl es am Norco gar keine Möglichkeit gibt, einen weiteren Zug zu verbauen, kommt eine klobige Zweifach-Klemme zum Einsatz. Auch die Schweißnähte sind etwas unregelmäßig und wulstig geführt.

Test 2017 – Trailbikes: Kona Process 134

Am Kona (im Foto) und Norco müssen sich Biker mit 100 Millimetern Hub an der Teleskopstütze begnügen. Auf welligen Trails kein Problem. Wird die Abfahrt aber sehr steil, würde man sich über etwas mehr Verstellbereich freuen.

Test 2017 – Trailbikes: Norco Optic A9.1

Norco Optic A9.1 – Kennlinien: Auch wenn der Hinterbau hinten raus etwas progressiver wird, passen die eher straffen Federelemente vom Charakter her gut zusammen.

Test 2017 – Trailbikes: Norco Optic A9.1

Norco Optic A9.1

Test 2017 – Trailbikes: Norco Optic A9.1

Norco Optic A9.1

Testbrief: Norco Optic A9.1

Hersteller/Modell/Jahr Norco Optic A9.1/2016
Fachhandel/Versender Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos LTP Sports Group Inc. (Norco Bicycles),
www.norco.com
Material/Grössen/Testgrösse Alu/H: S, M, L, XL / M
Preis 3.099,00 Euro
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale 13,62 kg
Lenk-/Sitzrohrwinkel 68,7 °/75,5 °
Vorbau-/Oberrohrlänge 50,0 mm/593,0 mm
Radstand/Tretlagerhöhe 1.143,0 mm/327,0 mm
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max -/120,0 mm, -/115,0 mm
Übersetzung 1-fach
BB Drop/Reach/Stack -39 mm/439 mm/602 mm
Ausstattung
Gabel/Dämpfer Fox 34 Float Performance/Fox Float DPS Performance Evolve 3pos
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel Race Face Aeffect/SRAM GX/SRAM GX
Bremsanlage/Bremshebel SRAM DB3/SRAM DB3
Laufräder/Reifen SRAM MTH 716 15x110, Alexrims DP23, SRAM MTH 746 12x148, Alexrims DP23/Schwalbe Nobby Nic performance 2,25, Schwalbe Racing Ralph performance 2,25
BIKE Urteil1 sehr gut
1 Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.
Stefan Frey am 15.04.2017
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