Die Fahndung nach dem besten Transalp-Bike läuft. Das Casting für unseren Acht-Tage-Extremtest überstanden nur acht von 25 gepimpten Modellen. Die mussten sich beim Recall über die Alpen warm anziehen.

Mit einer gesunden Portion Zuversicht rast Jochen auf die nächste Rechtskurve zu. Gefährlich weit trägt es ihn nach außen. Aber egal, denke ich mir, und konzentriere mich wieder auf meine tauben Zehen. Schließlich will ich alle zehn behalten und nicht wie Reinhold Messner auf Flipflops verzichten müssen. Mit bitterkalten 3° Celsius und einer Schippe Neuschnee hatte uns das Idjoch vor wenigen Minuten passieren lassen. Gnädigerweise.

"… Bremse … tot!", schnappe ich im nächsten Moment im Flattern meiner Windjacke auf. Dann schießt mein Transalp-Partner in der nächsten Schotterkurve mit gezogenen Bremsen in den Gegenhang – der zum Glück in einer Wiese ausläuft und nicht in einer Felswand hunderte Meter abbricht. Schwein gehabt. Wir jagen weiter Richtung Schweizer Grenze. Nur keine Zeit verlieren, schließlich zählt in der Gesamtwertung jede Minute.

Uns diente das Feuerwerk an Schotterrampen, Singletrails und Windschatten-Duellen als Teststrecke der Superlative. Unsere Mission: Nach diesen knochenharten acht Etappen werden wir den König der Transalp-Bikes krönen. Acht Bikes kamen für das Amt in Frage. Acht Highend-Modelle, welche die auserwählten Hersteller zusätzlich mit Tuning Tricks und Edelausstattung aufgepeppt hatten. Aus 25 Vorschlägen hatten wir bereits im Vorfeld die spannendsten Konzepte und heißesten Modelle ausgewählt:

Transalp-Bikes 2012

• BMC Fourstroke FS01 29
• Cannondale Scalpel 29 Ultimate
• Canyon Nerve CF
• Giant Anthem X Advanced SLO 29
• Poison Graphite Rohloff
• Rocky Mountain Element 999 RSL
• Specialized Camber Pro
• Stöckli Beryll Carbon RS 29

Stefan Loibl am 30.10.2012