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Test Specialized Rockhopper Comp

Wie teuer muss Bike-Spaß sein?

Florentin Vesenbeckh am 03.04.2017

Gerade Edel-Bikefirmen übertrumpfen sich mit Hightech-Maschinen zu Rekord-Preisen. Günstige Preisregionen stehen unter dem Regiment der Versender. Was kann das Specialized Rockhopper für 799 Euro?

Specialized Rockhopper Comp

13,35 Kilo, 2x9-Schaltung, 29 Zoll, konifiziertes Steuerrohr. Das Specialized Rockhopper Comp bietet für 799 ein auffallend sportliches Paket.

Ab welchem Preis fängt Bike-Spaß an? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Wer sich viel mit den aktuellsten Entwicklungen der MTB-Technik beschäftigt, landet bei der Antwort schnell in schwindeleregenden Höhen, denn Hightech lassen sich die Hersteller teuer bezahlen. Das Gute: In den meisten Fällen gibt es für den Mehrpreis auch spürbar mehr Leistung, Komfort oder Fahrspaß. Im direkten Vergleich bieten Steckachsen, leichte Carbon-Rahmen und Top-Federgabeln ein deutliches Plus. Beim Test von 11 günstigen Hardtails unter 800 Euro war es erfrischend, wieder einmal zu merken, dass auch diese Mountainbikes gute Laune bereiten und auch verwöhnten BIKE-Testern ein Grinsen ins Gesicht zaubern.

Test günstige MTB Hardtails 700 Euro

Die gemäßigten Trails im Vinschgau verlangten von den Bikes sportliche Eigenschaften. Die Chance herauszufinden, ob Eisdielen-Bomber oder sportliches Mountainbike hinter dem Konzept steckt. Viele Testkandidaten meisterten die Herausforderung mit Bravour.

Technisch sind die Räder dieser Klasse auf dem Stand von vor gut zehn Jahren: Schnellspann-Achsen an Vorder- und Hinterrad, schwachbrüstige Federgabeln, Umwerfer mit Schellenbefestigung, zum Teil Neunfach-Schaltungen und 1 1/8-Zoll-Steuerrohre. Den Unterschied spürt man in vielen Fällen allerdings erst im direkten Vergleich mit aktuellen Highend-Bikes. Auf dem Specialized Rockhopper Comp nimmt man sportlich gestreckt Platz, keine Spur von Eisdielen-Bomber. Gut rollende Reifen, ein vergleichsweise geringes Gewicht und das lange Oberrohr sorgen für gute Klettereigenschaften und ordentlich Vortrieb. Mit diesen Voraussetzungen ist das Bike auch für längere Touren gewappnet. 

Specialized Rockhopper Comp

Steckachsen sucht man in dieser Preisklasse vergebens. Im direkten Vergleich ist der Steifigkeitsverlust spürbar – Einsteiger und Gelegenheits-Biker werden aber auch mit Schnellspanner glücklich.

Specialized Rockhopper Comp

In dieser Preisklasse sind Dreifach-Kurbeln üblich. Specialized baut auf die sportlichere Zweifach-Variante, kombiniert mit einer Neunfach-Kassette.

Die SR Suntour XCR Air-Luftfedergabel ist optimal auf das Fahrergewicht abstimmbar und bietet eine einstellbare Zugstufe – beides ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Dennoch bleibt die Gabel eines der markantesten Mankos im Vergleich zu teureren Bikes. Das Ansprechverhalten ist mittelmäßig, das Vorderrad neigt zum Springen. Der vom Lenker zuschaltbare Lockout unterstreicht die Bergauf-Ambitionen des roten 29-Zoll-Bikes. Der steile Lenkwinkel (70,8°) macht das Bike agil, in engen Kurven aber auch etwas kipplig. Dafür bringt das gelungene Cockpit mit kurzem Vorbau (70 mm) und breitem Lenker (750 mm) ordentlich Ruhe in Trailfahrten. Die harte Gummimischung der 2,1er-Specialized-Reifen limitiert den Trail-Drang etwas.

Specialized Rockhopper Comp

Erfreulich: Die günstigen Shimano-Scheibenbremsen arbeiten hydraulisch und bringen ausreichend Biss für sanftes Gelände. Mehr braucht es in dieser Klasse nicht! Die langen Hebel sind allerdings gewöhnungsbedürftig.

Specialized Rockhopper Comp

Auf eine interne Zugverlegung müssen Sparer verzichten – am Rockhopper laufen die Züge aber sauber am Unterrohr und sind durchgehend geschlossen. Keinerlei Funktionseinbußen!

Specialized Rockhopper Comp

Kennzeichen eines Günstig-Hardtails: Multifunktions-Ausfallenden, die die Montage von Schutzblechen erlauben. Da zieht auch das sportliche Specialized-Hardtail mit.

Wie sich das preisbewusste Specialized im Vergleich zur Konkurrenz zwischen 699 und 800 Euro schlägt, lesen Sie im großen Einsteiger-Test in BIKE 5/2017 – ab 4. April am Kiosk. Elf Bikes im Vergleich: Bergamont Revox 6.0, Felt Nine 60, Kona Fire Mountain, Kreidler Dice 27,5 5.0, KTM Ultra Fire 29, Radon ZR Team 29, Rocket Bikes Race Sport 27,5, Silverback Sola 4, Specialized Rockhopper Comp, Superior XC 879, Univega Summit 6.0.

BIKE 5_2017 Cover

BIKE 5/2017 – ab 4. April am Kiosk, in der BIKE-App und als digitale Ausgabe erhältlich.

Florentin Vesenbeckh am 03.04.2017
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