Auch wenn wir es nicht immer hören wollen: Freeriding ist ein Risikosport. Damit nichts schief geht, werfen wir einen Blick auf die Panzerung.

BIKE Magazin am 16.03.2012

Helm – Fullface oder Halbschale?

Bei der Helmwahl sollte man sich nicht unbedingt an Profi-Fahrern in Videos orientieren, denn die segeln häufig mit Skater-Helmen und T-Shirts über enorme Klüfte – schließlich soll der Sport nach Leichtigkeit und Spaß aus-sehen, das Verletzungsrisiko wird ausgeblendet. Ein sinnvolles Maß für die passende Helmwahl ist der gesunde Menschenverstand. Natürlich muss es kein Vollvisierhelm sein, wenn man zur Hausrunde ausrückt.

© Cosmic Sports Im Bikepark und für Downhiller obligatorisch: ein Vollvisierhelm

In Bikeparks dagegen sollte dieser Rundumschutz selbstverständlich sein, schließlich stört er hier auch kaum noch den Fahrgenuss. Aus gutem Grund sind in vielen Bikeparks Vollvisierhelme vorgeschrieben. 

Eine clevere Alternative stellen variable Helme dar, Halbschalenhelme also, an denen sich bei Bedarf ein Kinnbügel befestigen lässt. Falls man unterwegs auf einer „normalen“ Tour also eine Mutprobe findet oder sich für eine Downhilleinlage entscheidet, kann man sich fix das Sicherheitsplus an den Helm klemmen. Zwar sind diese Helme nicht so stabil wie ein echter Vollvisierhelm, doch vor Zahnausfall schützen sie allemal.

© Cosmic Sports Von den Skatern abgeschaut: Halbschalenhelm.

Bei der Wahl eines Vollvisierhelms kommt es neben der optimalen Passform vor allem auf eine ordentliche Durchlüftung an. In diesem Punkt gibt es enorme Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen. Ist der Helm nicht optimal durchlüftet, kommt es im Hochsommer schnell zum Hitzestau, denn auch eine Freeride-Abfahrt kann enorm schweißtreibend sein. Bereits bei der Anprobe im Shop lässt sich im Vergleich gut erahnen, unter welchem Helm man einen kühlen Kopf behält.

Protektoren – Anzug oder Einzelteile?

Eines vorweg: Wer plant, häufi g in Bikeparks zu fahren, sollte sich einen Protektorenanzug zulegen. Rücken- und Ellenbogenprotektoren sind dort ohnehin Pflicht. Und die zusätzliche Polsterung an Brust und Schulter, die Protektorenjacken bieten, erweist sich meist schon beim ersten Sturz als sinnvoll. Zudem sitzen die einzelnen Polster einer Protektorenjacke deutlich besser. Momentan sind solche Jacken von etwa sieben Herstellern auf dem Markt. Die Preise liegen zwischen 150 und 230 Euro. Unterschiede gibt es vor allem in der Belüftung, die vom Trägermaterial und der Größe der Schutzpolster abhängt.

© Cosmic Sports Biken ist eine Risikosportart. Eine solche Jacke minimiert das Risiko.

Wichtig ist, dass die Polsterung unter den Plastikplatten üppig ist, denn sonst schützen diese nur vor den gröbsten Verletzungen, und es bleiben dennoch Schürfungen zurück. Passform und Verzurrung sind weitere Aspekte, denen man bei der Anprobe Beachtung schenken sollte. Einige Modelle erlauben es, den Rücken-protektor einzeln zu tragen. Dies ist eine gute Lösung für Touren, bei denen man auf Rückenschutz Wert legt.

Knieschoner

© Cosmic Sports Ein derart massiver Beinschutz zahlt sich auf lange Sicht immer aus.

„Das kann doch nicht so schwer sein“, denkt man sich beim Anblick eines Schienbeinprotektors. Und dennoch stellen die FREERIDE-Tester immer wieder fest, dass viele Knie- und Schienbeinschoner zum Verrutschen neigen oder ihre Befestigungsriemen in die Kniekehle einschneiden. Andere Modelle hinterlassen nach Stürzen heftige Schürfwunden, wenn die Polsterung unter den Plastikplatten ungenügend ist. All diese Makel lassen sich bereits bei einer Anprobe im Bikeshop abschätzen – im Zweifelsfall dadurch, dass man sich mit an-gelegten Schonern beherzt vor die Füße des Verkäufers wirft.

© Cosmic Sports Dieser Leichtprotektor fürs Knie ist ideal für Touren.

Selbst aufwendige Modelle mit Scharnier schützen nicht unbedingt vor Schrammen. Eine rutschfeste Version stellen getrennte Schützer für Schienbeine und Knie dar, wie sie beispielsweise Sixsixone anbietet. Manche Fahrer sind neuerdings, angeregt von Fotoaufnahmen von Profis, mit reinen Knieschonern unterwegs. Für eine Vielzahl von Stürzen reicht ein solcher Schutz durchaus, zumal diese Modelle kaum auftragen und selbst beim Bergauffahren kaum stören.

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BIKE Magazin am 16.03.2012
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