Fatbike im Dauertest: Trek Farley 8 - Modell 2015 Fatbike im Dauertest: Trek Farley 8 - Modell 2015

Fatbike im Test: Trek Farley 8

Dauertest: mit dem Trek Farley 8 durch den Winter

Franz Fischer am 07.09.2015

Winterzeit, Fatbike-Zeit. Das dachte sich Dauertester Fischer und stieg für knapp 1200 Kilometer auf das Trek Farley 8 um. Seine Erfahrungen: ausnahmslos positiv.

Dauertest-Leistung 13.850 hm | 1.180 km

Das Trek Farley erinnert mich an meinen Traktor. Simpel aufgebaut, robust, nicht aufzuhalten. Das Farley hat sogar fast die gleiche Farbe wie der Claas Axos. Wobei, meistens war der giftgrüne Lack von Schlamm oder Schnee bedeckt. In meinen Augen ist ein Fatbike das perfekte Trainingsrad für den Winter. Zehn Zentimeter Neuschnee auf dem Trail? Kein Problem. Festgefahrene Schneedecke? Ein Traum. Zwei Stunden im Dreck oder Schnee spielen geht immer. Vorausgesetzt, man hat Skihandschuhe, Winterhose und Thermo-Schuhe.

Das Bike hat nur einen Schalthebel. Das erleichtert das Fahren, denn der Sram-Daumenschalter lässt sich auch mit dicken Handschuhen bedienen. Natürlich, man fährt langsamer, so etwa 15 km/h im Schnitt statt wie sonst mit 23 Sachen. Und mit dem Junior samt Schlitten hinten dran wird es noch gemütlicher. Aber: Ich fahre dort Rad, wo es für alle anderen unmöglich ist. Über den Luftdruck habe ich mich ans Handling auf Schnee herangetastet. Erst mit 0,8 bar, später dann mit nur noch 0,4 bar in den Reifen. An das wippende Fahrgefühl musste ich mich erst gewöhnen. Die Reifen federn zwar, dämpfen aber nicht. Mein Highlight war die Tour auf der mit sieben Kilometern längsten Rodelbahn des Zillertals: festgefahrene Schneedecke mit frischem Pulver drauf, brutal kraftraubend bergauf – aber eine Riesen-Drift-Gaudi bergab.

Fatbike im Dauertest: Trek Farley 8 - Modell 2015

Die 3,8 Zoll breiten Bontrager-Reifen des Trek Farley 8 Fatbikes kommen im Schnee erst ganz spät ans Limit. Fischer wünschte sich Spikes. Doch der Versuch, solche aufzutreiben, blieb bisher erfolglos. 

Mit einem Fatbike wird man auch automatisch zum Kommunikator. Die Leute glotzen, quatschen dich an, das Trek hat mehr Hälse verdreht als alle anderen teuren Bikes, die ich je zuvor gefahren bin. Außer Wassereimer, Bürste und Ölkanne habe ich in vier Monaten nichts anderes für die Wartung gebraucht. Kein Platten, nicht mal Schaltung justieren. Klar, wo es wenig Technik gibt, kann auch wenig kaputtgehen. Eine Federgabel finde ich im Winter übrigens nicht zwingend erforderlich, und mir hat auch die 160er-Bremsscheibe vorne gereicht, da man auf glattem Untergrund eh Feingefühl für Bremse und Lenkung braucht. Das 30er-Kettenblatt war ausreichend. Allerdings ist mein Oberschenkelumfang durch den nötigen Krafteinsatz messbar gewachsen. Wie das Trek auf einer echten Skipiste fährt, habe ich noch nicht getestet. Mal sehen, vielleicht besteche ich ja den Liftmann im Zillertal, damit er mich mitsamt dem Bike in die Gondel lässt.

Fazit: Stressfreier geht es nicht. Ein Fatbike wie dieses Trek verlängert die Bike-Saison und macht dabei mächtig Spaß. Als Dritt-Bike wäre es mir aber zu teuer.

Funtionalität *****
Haltbarkeit ******

(max. 6 Sterne)

TUNING

• 270 km – Schutzbleche montiert: Unverzichtbar bei ekligen Bedingungen. Die Reifen schleudern unglaublich viel Dreck hoch.

DEFEKTE

• 150 km – Bremse quietscht: Kein Wunder, bei 90 Prozent der Fahrten bei Nässe, Dreck und Schnee. Muss man hinnehmen.

Fatbike im Dauertest: Trek Farley 8 - Modell 2015

Auch die Minimal-Technik erreicht ihre Grenze. Wenn die Schaltung des Trek Farley einfriert, wird es auch beim Fatbike zäh.

Fatbike im Dauertest: Trek Farley 8 - Modell 2015

Da freut sich Junior Xavi: Mit den 350 Watt des Papas als Zugmaschine auf dem Trek Farley 8 kriegt Schlittenfahren einen ganz neuen Drive. Die Seile hat Franz in den Gepäckträgerösen fixiert.

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Testbrief: Trek Farley 8

Hersteller/Modell/Jahr Trek Farley 8/2015
Fachhandel/Versender Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos Bikeurope B.V./Trek Deutschland, 0180/3507010,
www.trekbikes.com
Material/Grössen/Testgrösse Alu/H: 14,5, 15,5, 17,5, 19,5, 21,5 / 17,5 "
Preis 2.699,00 Euro
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale 13,85 kg
Lenk-/Sitzrohrwinkel 69,0 °/72,2 °
Vorbau-/Oberrohrlänge 80,0 mm/594,0 mm
Radstand/Tretlagerhöhe 1.101,0 mm/315,0 mm
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max -/98,0 mm, -/-
Übersetzung 1-fach
BB Drop/Reach/Stack -48 mm/397 mm/604 mm
Ausstattung
Gabel/Dämpfer Rock Shox Bluto RL/ -
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel SRAM X11000/SRAM X1/SRAM X1
Bremsanlage/Bremshebel Avid DB-3/Avid DB-3
Laufräder/Reifen Bontrager Jackalope TLR 26/Bontrager Hodag 3,8, Bontrager Hodag 3,8
BIKE Urteil1 sehr gut
1 Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.
Franz Fischer am 07.09.2015
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