Duell Specialized S-Works Enduro 29 gegen Trek Slash 9.9 Duell Specialized S-Works Enduro 29 gegen Trek Slash 9.9

Enduro-Test 2017: Specialized S-Works gegen Trek Slash

Duell Specialized S-Works Enduro 29 vs. Trek Slash 9.9

Peter Nilges am 15.06.2017

Wer ein potentes 29er-Enduro sucht, kommt an diesen beiden Bikes nicht vorbei. Slash 9.9 und Enduro S-Works buhlen im Highend-Sektor um die Enduro-Krone. Wir baten die beiden Platzhirsche zum Duell.

29er sind die schnelleren Enduros, behaupten Szene-Insider. Vor allem in rauem, unwegsamen Gelände sollen Twentyniner ihre Vorteile ausspielen. Dank neuer Standards wie Boost lassen sich die großen Laufräder zudem kompakt und steif in moderne Enduro-Rahmen mit großen Federwegen integrieren.
Für die, die sich bereits für 29 Zoll entschieden haben, führt an den beiden Bikes in diesem Duell kein Weg vorbei. Die für 2017 neu aufgelegten Modelle lassen sich die beiden Big-Player gut bezahlen – zumindest die Versionen mit Top-Ausstattung. 8699 Euro für das Enduro S-Works und 7499 Euro für das Slash 9.9 sind eine Ansage. Die Rahmen alleine kosten bereits 3499 und 3699 Euro. Als Alternative bietet Trek nur ein Modell für 5499 Euro an, während Specialized mit drei weiteren Modellen bis auf 3299 Euro für die Alu-Variante heruntergeht. 27,5-Zoll-Alternative oder Plus-Reifen-Kompatibilität gibt es nur bei Specialized.

Bei der Geometrie schenken sich die beiden Platzhirsche nichts. Kenngrößen wie Reach und Stack sind nahezu identisch, und auch die Kettenstrebenlänge variiert je nach Einstellung um nur einen Millimeter. Gleiches gilt für die Tretlagerhöhe. Einen markanten Unterschied gibt es dennoch. Das Trek besitzt einen spürbar flacheren Lenkwinkel (0,9 bis 1,3 Grad weniger), der über die Verstellung an der Wippe von super flachen 65 auf immer noch sehr flache 65,4 Grad verstellt werden kann. In Kombination mit den großen Laufrädern bevorzugten wir die auch bei Highspeed völlig ausreichende steilere Einstellung, in der der Hinterbau zudem den größten Federweg freisetzt.

Durch die ähnliche Sitzposition klettern die beiden Enduros ungefähr gleich gut. Wenn es richtig steil wird, steht dem Slash der Talas-Trumpf mit absenkbarer Gabel zur Seite. Ein Gesamtgewicht (ohne Pedale) von 13,2 Kilo für das Specialized bzw. 13,4 Kilo für das Trek sind gemessen am Preis jedoch keinesfalls rekordverdächtig. Im Wiegetritt reagiert der Trek-Hinterbau etwas mehr auf den Input des Fahrers als beim Specialized, dafür ist die zuschaltbare Plattform am Fox-Float-X2-Dämpfer effektiver als die Schnellverstellung am Öhlins-Dämpfer des Specializeds. Bergab schlägt die wahre Stunde der beiden Bikes. Die Laufruhe und Sicherheit, die die beiden Enduros vermitteln, begeistert und macht Racer glücklich. Richtig verspielt fahren sich beide aber nicht. Aufgrund des Lenkwinkels, aber vor allem auch wegen des feinfühligeren und satteren Fahrwerks liegt das Trek in Rumpelpassagen nochmals besser und hält das Specialized auf Distanz. Das Öhlins-Fahrwerk arbeitet zwar auf hohem Niveau, kann den Fox-Federelementen, die die Reifen förmlich am Boden kleben lassen, aber nicht das Wasser reichen. Dafür gibt das Specialized mehr Feedback und fährt sich etwas lebendiger.

FAZIT Peter Nilges, BIKE-Testleiter:
Bei beiden Bikes handelt es sich um Enduros der Spitzenklasse. Seitens der Geometrie gibt es nur wenige Unterschiede. Das Trek ist jedoch kompromissloser und extrem laufruhig auf Race getrimmt, während sich das Specialized etwas breitbandiger gibt. Den größten Unterschied macht das Fahrwerk. Öhlins performt nicht ganz auf Augenhöhe von Fox, wodurch das Trek die Praxiswertung gewinnt. Durch Details wie Swat, Garantieleistung und Ausstattung geht der Punktsieg dennoch klar an Specialized.

Peter Nilges

Peter Nilges, BIKE-Testleiter

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Peter Nilges am 15.06.2017
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