So testet BIKE Saison 2016 So testet BIKE Saison 2016

Das Testsystem von BIKE im Detail

So testet BIKE: Status Quo Saison 2016

Christoph Listmann am 05.01.2011

Harte Praxistests, Prüfstandsorgien und Computer-Simulation – im BIKE-Test gehen wir dem Charakter der Mountainbikes mit allen Mitteln auf den Grund. Wie aufwändig wir testen, lesen Sie hier.

SO TESTET BIKE – SAISON 2016

"Offshore-Renner für heiße Bodenwellen", "nervöser Springinsfeld für mutige Cowboys" oder der "Offroad-Flitzer für den Opa und die Enkel". Als wir vor über 25 Jahren die ersten Testmethoden für Mountainbikes entwickelten, endeten die Testbriefe oft mit einem flapsigen Spruch.
Dass ein BIKE-Test flapsig ist, das kann heute keiner mehr behaupten. Unser Testsystem setzt seit Jahren  international den Maßstab, unsere Testmethoden zur Ermittlung von Steifigkeiten, Fahrwerkseffizienz, Sitzkomfort und Lackqualität haben viele Hersteller und andere Medien versucht zu übernehmen. Durch BIKE-Tests wurden Mountainbikes insgesamt besser, da wird kein Branchen-Kenner widersprechen.

Wir haben für 2016 unser Labor aufgerüstet, Testmethoden verfeinert, neue Kriterien addiert und Beurteilungen angepasst. Mit dem neuen Testsystem legen wir mehr Wert denn je auf den Nutzen eines Bikes für den Kunden – schließlich gibt der viel Geld für sein Sportgerät aus und erwartet höchste Qualität. Die Stichworte sind "Usability", Garantie oder Qualität – doch dazu später mehr.


SECHS BIKE-KATEGORIEN ALS BASIS

Nicht nur für Einsteiger ist das Angebot nahezu undurchschaubar geworden. Die Spielarten, Disziplinen und Ausprägungen des Sports haben sich extrem breit aufgefächert. Traditionell unterteilen wir Bikes in Kategorien. Für 2016 haben wir diese angepasst. Hardtails, Marathon-Bikes und Enduros bleiben unverändert (Racefullys bis etwa 100 Millimeter Federweg fallen unter die Kategorie Marathon).

So testet BIKE Saison 2016

Die BIKE-Kategorien – von Hardtail bis Plus-Format.

Die Kategorie "All Mountains", bislang intern unterschieden in AM Sport (120–130 mm Federweg) und AM Plus (140–150 mm), trennen wir nun in Trailbikes und All Mountains. Trailbikes (Achtung, nicht TRIALBikes) stehen für agile, leichte und sportliche Touren-Bikes mit Fahrwerken um 120/130 Millimeter Federweg. Als All Mountains bezeichnen wir jetzt die eher abfahrtsorientierten Bikes mit 140 bis 160 Millimetern Federweg. Damit tragen wir der Entwicklung Rechnung. Neu ist weiterhin die Kategorie "Fatbike/Plus-Formate".

DIE BIKE-KATEGORIEN IM ÜBERBLICK

HARDTAIL
WAS IST ES? Hardtails mit Federgabel testen wir gewöhnlich in den Preisklassen 1000 (Einsteiger) bis 2500 Euro, dazu hin und wieder sündteure Top-Modelle für den Renneinsatz (Hardtail-Test aus BIKE 12/15). Ab etwa 1600 Euro treten Test-Bikes mit Carbon-Rahmen an.
DARAUF ACHTEN WIR: Bei den Racebikes geht Gewicht über (fast) alles. Bei den preisgünstigen Modellen schauen wir genau auf die Qualität der Ausstattung (Bremsen, Schaltung, Gabel).

MARATHON-BIKE
WAS IST ES? Vollgefederte, sportlich orientierte Bikes (Fullys) mit Federwegen um 100 Millimeter. Je teurer, desto leichter und renntauglicher sind sie. In der Luxusklasse die Werkzeuge der Profi-Racer.
DARAUF ACHTEN WIR: Ein steifes, antriebsneutrales und leichtes Fahrwerk soll die Basis bilden. Schnelle Reifen, eine sportliche Sitzposition und hohe Fahrsicherheit bergab stehen im Lastenheft. Die Ausstattung hängt von der Preisklasse ab.

TRAILBIKE
WAS IST ES? Früher als All Mountain Sport bezeichnet, firmiert die Kategorie der 120/130-Millimeter-Fullys jetzt unter dem Begriff "Trailbike". Agiler und tourentauglicher Charakter. Siehe Trailbike-Test aus BIKE 1/16.
DARAUF ACHTEN WIR: die Fahrwerksfunktion, das Gewicht und die Ausstattung. Teleskopstützen sind erwünscht, Reifenbreite: nicht unter 2,2 Zoll. Das Fahrverhalten bergauf und bergab wird gleich stark gewichtet. Das ausgewogenste Bike gewinnt.

ALL MOUNTAIN
WAS IST ES? Ab 140 Millimeter Federweg (bei 29er-Bikes) geht der Spaß los. Bikes in 27,5 Zoll haben meist mehr Federweg – bis zu 160 mm.
DARAUF ACHTEN WIR: All Mountain heißt: Das Bike darf ruhig einen Tick mehr auf Downhill-Fahrspaß getrimmt werden. Im Handling gewichten wir die Abfahrt stärker. Auch vom Fahrwerk verlangen wir mehr Leistung als beim Trailbike. Teleskopstütze: Pflicht! Die Reifen sollten mindestens 2,35 Zoll breit sein.

ENDURO
WAS IST ES? Lässige Klamotten, Rucksack, Protektoren – wer so auftritt, hat meist ein Enduro unterm Hintern. Ab 160 Millimeter Federweg geht es los. Carbon macht mittlerweile leichte Bikes möglich.
DARAUF ACHTEN WIR: Handling-Faktor 1,5 zu 3, das sagt schon alles. Ein Enduro muss im Downhill glänzen, hier gibt es doppelt so viele Punkte zu holen wie bergauf. Robuste Parts und Bremsen, einstellbare Federung und stabile Laufräder zählen.

FATBIKE & PLUS-FORMATE
WAS IST ES? Modeerscheinung oder Trendsetter? Fatbikes kommen aus den schneereichen Regionen der USA, Plus-Bikes starten erst 2016 und haben noch keine klare Zielgruppe. Beiden gemein: die dickeren Reifen (2,8 bis 4,8 Zoll).
DARAUF ACHTEN WIR: Fatbikes und Plus-Hardtails sind zwar verschieden, wir bewerten sie dennoch nach dem gleichen Schema. Knackpunkte sind: Q-Faktor, Handling, Reifen und Bremsen.

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Christoph Listmann am 05.01.2011