Test 2017: All Mountains mit 140-150 mm Federweg Test 2017: All Mountains mit 140-150 mm Federweg

Test 2017: All Mountains mit 140-150 mm Federweg

Test: All Mountain Fullys bis 3000 Euro

Peter Nilges am 04.07.2017

150 mm Federweg, bis 3000 Euro – die All Mountains der gehobenen Mittelklasse erfreuen sich größter Beliebtheit. Doch welches Modell hat das Zeug zum Volkshelden? 27,5 oder 29 Zoll? Carbon oder Alu?

Test 2017: All Mountains mit 140-150 mm Federweg

Gut bergauf und noch besser bergab. Mit 140-150 Millimeter Federweg ist das Einsatzgebiet dieser Bikes riesig.

All Mountain hier, Alleskönner da, und immer dieses Ein-Bike-Für-Alles-Getue. Mal ehrlich: Das Universal-Bike für alle Fälle – vom Cross-Country-Race bis Bikepark – wird es nie geben. Und dennoch: Die Bikes dieser Testgruppe verfügen über einen riesigen Einsatzbereich.

140 bis 150 Millimeter Federweg und zwischen 2700 und 3000 Euro teuer. Mit diesen Eckdaten treffen die acht Bikes dieser Testgruppe bei der Mehrzahl unserer Leser voll ins Schwarze. Die Mehrzahl? Genau. Das Gros unserer Leserschaft zählt sich laut BIKE-Umfrage zur Gattung der Touren-Fahrer und plant, in etwa diesen Betrag für ein Fully auszugeben. Bei der Frage, was man alles mit einem All Mountain dieser Preisklasse anstellen kann, wäre es wohl einfacher, kurz zu erklären, was es nicht kann. Es muss nicht unbedingt ein Marathon-Rennen sein und auch nicht der tägliche Bikepark-Besuch. Dazwischen ist prinzipiell jedoch alles möglich. In diesem Federwegsbereich bewegt man sich souverän durchs Mittelgebirge und macht auch beim Urlaub in den Alpen mit langen, technischen Abfahrten eine erstklassige Figur.

Diese All Mountain Fullys finden Sie im Test:

  • Canyon Spectral AL 7.0 (BIKE-TIPP: Testsieger)
  • Cube Stereo 140 C:62 Race 29
  • Focus Jam Evo
  • Giant Trance 1,5 Ltd. (BIKE-TIPP: Fachhandel)
  • Merida One-Forty 700
  • Rose Root Miller 2
  • Specialized Stumpjumper FSR Comp
  • Transalp Signature II X12 AM 2.0

Fotostrecke: Test 2017: All Mountains mit 140-150 mm Federweg

Bei der Frage, wie das optimale All Mountain für maximal 3000 Euro beschaffen sein sollte, unterscheiden sich die Ansätze der Hersteller. Im mittleren Federwegsbereich der Bike-Gattungen gibt es keine klaren Tendenzen bei Laufradgröße und Rahmenmaterial. Um die Vielfalt des Marktes abzubilden, mischten wir also fleißig und ergänzten das Ganze noch um die Variable Vetriebsweg: In unserem Testfeld treffen Versender- auf Fachhandelsmarken.

Thema Laufradgröße: Mit Cube, Rose und Specialized treten drei 29er an, der Rest des Feldes rollt auf 27,5 Zoll. Wenig verwunderlich: Die größeren Laufräder profitieren vom besseren Überrollverhalten, bringen aber auch mehr auf die Waage. Das Plus an Sicherheit beim Überrollen kommt jedoch erst zum Tragen, wenn auch das Gelände entsprechend fordernd und verblockt ist. Durch die im Vergleich zu den 29ern flacheren Lenkwinkel gleichen die 27,5er den Effekt der größeren Laufruhe zudem etwas aus. Eine konstruktive Herausforderung bei 29ern ist die Kettenstrebenlänge: je länger, desto schwieriger wird es, das Vorderrad anzuheben. Nicht alle Hersteller schaffen es, das große Hinterrad zu integrieren, ohne dass sich der Hinterbau in die Länge streckt. Bei Cube und Rose fallen die Kettenstreben am längsten aus, Specialized hat das Wachstum besser im Griff. Ein weiterer Nachteil der größeren Laufräder: das Mehrgewicht. Rose und Specialized stehen am Ende der Gewichtstabelle. Wer hier abspecken will, muss hochwertigstes Material einsetzen. Dass es in dieser Klasse bereits möglich ist, beweist Cube mit dem zweit leichtesten Bike und fast 900 Gramm leichteren Laufrädern als die im Specialized.

Thema Rahmenmaterial: Das gute Gesamtgewicht bei Cube wird auch durch den Vollcarbon-Rahmen möglich. Zwar sind die C:62-Rahmen die günstigsten im Carbon-Programm von Cube, dennoch ist der Gewichtsvorteil gegenüber der Alu-Konkurrenz mit 420 bis 860 Gramm sehr ordentlich. Bei der Steifigkeitsmessung im Labor bildet das Stereo 140 jedoch das Schlusslicht, was im Praxiseinsatz allerdings nicht negativ auffällt. Und in Relation zum Gewicht (STW) führt der Rahmen sogar knapp das Ranking an (Tabelle S. 34). Da Carbon nun mal Geld kostet, muss man allerdings Abstriche in der Ausstattung in Kauf nehmen. Wo andere bereits eine komplette Shimano-XT-Ausstattung inklusive Bremsen ans Bike schrauben, gibt es beim Cube einen SLX/XT-Mix mit gruppenloser Shimano-Bremse und die günstigere Erstausrüster-Rhythm-Gabel von Fox.

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Die neue Generation All Mountain rollt auf breiten Felgen und Reifen, wodurch das Abfahrtspotenzial besser genutzt wird.

Thema Vertriebsweg: Mit Canyon, Rose und Transalp sind drei Versender vertreten. Durch den Verzicht auf ein breites Händlernetzwerk und die Kosteneinsparung durch den Direktvertrieb fällt die Ausstattung bei allen drei Bikes überdurchschnittlich aus. Das beste Ausstattungspaket gibt es beim Signature II von Transalp, was sich wiederum mit 12,8 Kilo im niedrigsten Gewicht bemerkbar macht. Carbon-Lenker und Magura-MT7-Bremsen hat nicht mal die Versenderkonkurrenz. Kehrseite bei den Versender-Bikes ist oftmals der Service. Bei Schäden, Wartungsbedarf oder Einstellungsproblemen kann das zeitaufwändig oder kostspielig werden. Ein Argument, das vor allem technisch weniger Versierte nicht aus den Augen verlieren sollten.

Im direkten Vergleich zu den All-Mountain-Modellen aus dem Vorjahr hat sich das Ausstattungs-Niveau insgesamt nur geringfügig verändert. Die zum Teil etwas höheren Gewichte resultieren aus dem Trend zu breiteren Felgen und Reifen, was man für eine bessere Abfahrts-Performance gut verschmerzen kann. Dadurch stellen sich die neuen All Mountains noch breiter auf, was den Alleskönner-Anspruch untermauert.

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Drei 29er traten in dieser Testgruppe fünf 27,5-Zöllern gegenüber.

FAZIT von Peter Nilges, BIKE-Testleiter: Trotz unterschiedlicher Konzepte und Laufradgrößen zeigt sich die Testgruppe sehr homogen und auf einem durchweg hohen Niveau. Mit dem bewährten und universellen Spectral sammelt Versender Canyon die meisten Punkte. Bei den Fachhandels­marken hat Giant mit dem Trance das beste All Mountain im Programm.

BIKE Testredakteur Peter Nilges 11/2014

Peter Nilges, BIKE-Testredakteur

Test 2017: All Mountains mit 140-150 mm Federweg

Ortler im Hintergrund: Das Fotoshooting zu dieser Testgruppe fand dieses Mal in sonnigen Südtirol statt.


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Peter Nilges am 04.07.2017
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