Einzeltest 2016: Orange Five RS Einzeltest 2016: Orange Five RS

Einzeltest 2016: Orange Five RS

All Mountain: Orange Five RS im Test

Ludwig Döhl am 16.04.2017

Aggressiv blitzt das Orange Five heraus – der Markenname ist Programm. Und auch auf dem Trail zeigt das Bike sofort, dass es sich nicht mit gemütlichem Forstwegrollen zufriedengibt.

Für ein All Mountain hat es stark ausgeprägte Abfahrtsgene. Das liegt vor allem an dem 65,8 Grad flachen Lenkwinkel, wie man ihn auch an aktuellen Enduro-Bikes finden kann. Ebenso der 40 Millimeter kurze Vorbau und der 780er-Lenker. Entsprechend laufruhig zieht das Five seine Bahnen, bergab animiert es zum Gasgeben. Die Geometrie positioniert den Biker angenehm zentral. Im Vergleich zur potenteren Enduro-Konkurrenz fordert das 140-Millimeter-Fahrwerk im groben Geläuf den Fahrer natürlich deutlich mehr. Der Eingelenkerhinterbau fällt progressiv aus und vermittelt aggressiven Fahrern ein sehr agiles Gefühl. Wir mussten den Dämpfer mit viel SAG (30–35 Prozent, sowohl 75 als auch 85 kg Fahrergewicht) fahren, um sein Potenzial auszuschöpfen. Durch das lange Oberrohr ist die Sitzposition, trotz Stummelvorbau, relativ gestreckt, so klettert das Five fleißig, und das Vorderrad klebt am Boden. Lediglich das höhere Gewicht animiert nicht gerade zum Berg-Sprint. Die Züge verlaufen aufgeräumt auf dem Unterrohr und verschwinden nur partiell im Rahmen. Am 2017er-Modell rüstet Orange auf eine komplett innen verlegte Zugführung um. Der Alu-Rahmen mit der massiven Hinterbauschwinge wird in England handgefertigt: gefaltetes Alu statt Rohr. Das versprüht britisches Flair, fordert aber auch seinen Preis – und so fällt dafür die Ausstattung (Schaltung und Bremsen) nicht gerade prall für diese Preisklasse aus. Achtung bei der Größenwahl: Das Oberrohr fällt lang, das Sitzrohr kurz aus.

Einzeltest 2016: Orange Five RS

Orange Five RS

FAZIT von Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur:
Der handgefertigte Alu-Rahmen mit der massiven Schwinge polarisiert – Geschmackssache. Auf dem Trail gibt es keine Diskussionen: Mit dem Five kann man es bergab richtig fliegen lassen. Auf schnellen, nicht zu ruppigen Trails ist es die erste Wahl. Und auch bergauf macht das Bike dank ausgewogener Geometrie Laune. Nur für gemütliches Cruisen fällt es etwas straff und sperrig aus.

Ludwig Döhl

Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur

Einzeltest 2016: Orange Five RS

Orange Five RS: Der massive Hinterbau kommt ohne Kettenstreben aus und nimmt elegant Schaltzug und Bremsleitung auf.

Einzeltest 2016: Orange Five RS

Orange Five RS: Orange baut auf ein geschraubtes, wartungsfreundliches BSA-Innenlager und einen klassischen Eingelenker.

Einzeltest 2016: Orange Five RS

Orange Five RS

Einzeltest 2016: Orange Five RS

Orange Five RS

Testbrief: Orange Five RS

Hersteller/Modell/Jahr Orange Five RS/2016
Fachhandel/Versender Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos Orange Deutschland, 07034-21221,
www.orangebikes.co.uk
Material/Grössen/Testgrösse Alu/H: S, M, L, XL / L
Preis / Preis (Rahmen) 5.299,00 Euro / 2.299,00 Euro
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale 13,65 kg
Lenk-/Sitzrohrwinkel 65,8 °/73,4 °
Vorbau-/Oberrohrlänge 40,0 mm/634,0 mm
Radstand/Tretlagerhöhe 1.200,0 mm/336,0 mm
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max -/140,0 mm, -/142,0 mm
Übersetzung 1-fach
BB Drop/Reach/Stack -12 mm/449 mm/609 mm
Ausstattung
Gabel/Dämpfer Rock Shox Pike RCT3 140/Rock Shox Monarch RT3 HV DebonAir
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel Race Face Turbine/SRAM GX/SRAM GX
Bremsanlage/Bremshebel SRAM GUide R/SRAM Guide R
Laufräder/Reifen Hope Pro 2 Evo, Alexrims Volar 2.5, Hope Pro 2 Evo, Alexrims Volar 2.5/Maxxis Minion DHF 3C Max Terra Exo 2,3, Maxxis High Roller II Exo TR 2.3
BIKE Urteil1 sehr gut
1 Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.
Ludwig Döhl am 16.04.2017
Kommentare zum Artikel