Schaltzüge leiten die Befehle der Finger direkt ans Schaltwerk. Wie zuverlässig und präzise sie ihre Arbeit verrichten, zeigt unser Test. Auf dem BIKE-Prüfstand beweisen zehn Züge ihre Qualitäten.

Letztens hatte ich einen Albtraum. Ich wurde an beiden Armen auf eine Streckbank gespannt. Anschließend zogen mich zwei Henker mit schwarzen Kutten und grimmigen Gesichtern abwechselnd links und rechts in die Länge. Kurz bevor es mich zerrissen hat, bin ich klatschnass aufgewacht. Kam mir irgendwie bekannt vor. So ähnlich erging es nämlich auch den zehn Schaltzügen in unserem Test. Diese wurden ebenfalls an beiden Enden in unsere Zugmaschine gespannt. Danach zerrte ein Pneumatikzylinder insgesamt 5600 Mal an ihnen. Zwischendurch wurden sie mit Waterboarding gefoltert, durch den Dreck zurückgeschleift und immer wieder ausgehorcht. Solange, bis sie endlich aufgaben und das Geheimnis ihrer Schaltfunktion preisgaben.

Der Test der Schaltzüge deckt auf, welche präzise die Befehle weitergeben

Antiquierte Technik, nichts weiter ist das System, mit dem wir unsere Gänge einlegen. Ein ellenlanger Schaltzug leitet die Befehle, die wir dem Schalthebel geben, ans Schaltwerk. Unterstützt wird der Zug von einer Außenhülle. Diese hält ihn zwischen den Rahmenanschlägen auf Spannung. Schon hier zeigen sich erste Unterschiede. Flext die Hülle beim Schaltvorgang zu stark, wechselt das Schaltwerk nur noch unpräzise von Gang zu Gang. Es entsteht ein schwammiges Gefühl am Schalthebel.

Die Testergebnisse der Schaltzüge- und Außenhüllen sowie eine ausführliche Montageanleitung finden Sie unten als PDF-Download.

Diese zehn Schaltzüge haben wir auf unserem Prüfstand getestet:

  • Alligator Super Fortress
  • Gore Ride On Ultra Light Sealed
  • Gore Ride On Sealed Low Friction
  • Jagwire Ripcord
  • Nokon Universal Cable Kit
  • Nokon Slimline
  • Shimano MTB PTFE Shift Cable Set
  • SRAM Slickwire
  • XLC Derailleur Cable Kit
  • Xtreme Easycable Pro
Stefan Frey am 23.05.2012