2016er MTB-Reifen im Test - Teil 2 2016er MTB-Reifen im Test - Teil 2

2016er MTB-Reifen im Test - Teil 2

Reifen: Cross Country, All Mountain, Enduro, 27,5 Plus

Peter Nilges am 13.02.2017

Cross Country, All Mountain, Enduro und nun auch noch Plus-Reifen. Der Markt bietet eine wahre Fülle an neuen Modellen. Wir haben 23 neue MTB-Reifen in vier Kategorien in Labor und Praxis getestet.

Es ist ein sogenanntes 100-Prozent-Thema. 100 Prozent Interesse und damit 100 Prozent Relevanz. Diesen Status bekommen innerhalb der Redaktion nur die Belange, mit denen sich wirklich ein jeder auseinandersetzen muss. Als Verschleißteil und Performance-Träger Nummer eins stehen MTB-Reifen ganz oben auf dieser Liste. Egal, ob für den Cross-Country-Gebrauch, auf Touren oder im Enduroeinsatz: Jeder, der längere Zeit biket, braucht zwangsläufig irgendwann einmal neue Reifen für sein Mountainbike.

Mit Preisen zwischen 49 und stolzen 80 Euro (E13) pro Stück sollte die Wahl des nächsten MTB-Reifens allerdings gut überlegt sein. Bei den neuen Plus-Reifen mit 2,8 bis 3 Zoll Breite reicht die Preisspanne sogar bis an die Schallmauer von 100 Euro (Vittoria) heran. Geringere Stückzahlen und ein höherer Materialaufwand können diesen Mehrpreis aber nur zum Teil erklären.

Diese MTB-Reifen finden Sie im Test:

CROSS COUNTRY REIFEN 29 ZOLL:
• Bontrager XR0 29x2,0
• Continental Race King Race Sport 29x2,2 (BIKE-Tipp: Cross Country)
• Vredestein Black Panther Xtrac / Spotted Cat 29x2,2
• WTB Nine Line 29x2,25

ALL MOUNTAIN REIFEN 27,5 ZOLL:
• Mavic Crossmax Quest XL 27,5x2,4
• Onza Ibex 27,5x2,25 (BIKE-Tipp: All Mountain)
• Schwalbe Hans Dampf 27,5x2,35
• Vittoria Morsa 27,5x2,3
• Vredestein Bobcat 27,5x2,35

ENDURO REIFEN 27,5 ZOLL:
• E13 TRS Race / TRS Plus 27,5x2,35
• Kenda Honey Badger / Nevegal 27,5x2,4 / 2,35
• Michelin Wild Grip’r / Wild Race’r 27,5x2,35
• WTB Vigilante High Grip Tough / Fast Rolling Light 27,5x2,3

27,5 PLUS REIFEN:
• Schwalbe Nobby Nic 27,5x2,8 (BIKE-Tipp: 27,5+)
• Vee tire Crown GEM+ 27,5x3,0
• Vittoria Bomboloni 27,5x3,0
• WTB Trail Boss Fast Rolling 27,5x3,0

Wer genau weiß, was er mit seinem Bike machen will, kann bei der Suche nach dem neuen Reifen sehr gezielt vorgehen. Je nach Einsatzzweck sind folgende Dinge wichtig.

Cross Country/Marathon: In dieser Kategorie zählen für viele ambitionierte Fahrer nur Rollwiderstand und Gewicht. Bei der aktuellen Leistungsdichte und den zum Teil sehr langen Marathonstrecken kann ein Reifen definitiv über Sieg oder Niederlage entscheiden. Der Rollwiderstand ist ein permanent anwesender Gegner, der sich Kilometer um Kilometer seine Körner aus den Glykogenspeichern des Fahrers stiehlt. Ein Unterschied von zwölf Watt zwischen dem Besten (Continental Race King) und dem Schlechtesten in diesem Testfeld lässt Raum für Material-Tuning. Auch beim Gewicht sind über 250 Gramm pro Reifen möglich. Grip (zumindest am Vorderrad) und Pannensicherheit sollte jedoch auch in dieser Klasse kein Fahrer komplett aus den Augen verlieren.

All Mountain/Tour: Reifen für diesen Einsatzbereich werden oft als Allrounder bezeichnet. Wer einen Reifen für sein 150-Millimeter-Fully sucht, will sich nicht einschränken lassen und im Idealfall bei allen Bedingungen gut und sicher unterwegs sein. Der Reifen muss also einen gesunden Kompromiss aus Traktion, Rollverhalten und Pannenschutz bieten. Je nach Vorliebe (mehr bergauf oder bergab) kann jeder mit Hilfe der Testergebnisse in der Tabelle (unten) seinen Favoriten finden. Wem beispielsweise der Rollwiderstand egal ist und nur der Grip auf technischen Trails zählt, der sollte sich den Mavic Crossmax Quest genauer ansehen.

Enduro: Pannensicherheit und Traktion in jeder Situation werden in dieser Kategorie großgeschrieben. Selbstverständlich sollten auch lange Touren möglich und im Renneinsatz oftmals bis zu 1500 Höhenmeter gut pedalierbar sein. Um beiden Anforderungen gerecht zu werden, macht der Einsatz von unterschiedlichen Reifen an Vorder- und Hinterrad Sinn. Vorne satter Grip, hinten leichtes Rollen. Entsprechend haben wir vier Endurokombinationen getestet.

27,5+: extra breit, extra teuer und zum Teil extra schwer. Bei bis zu drei Zoll Breite pendeln sich die Gewichte dieser Pneus bei rund einem Kilo ein. In Kombination mit breiten Felgen lässt sich der fahrbare Luftdruck auf etwa ein bar absenken. Mit dem 2,8er-Nobby-Nic ist Schwalbe führend beim Gewicht, aber auch Schlusslicht im Durchschlagtest.

ALLE FAKTEN AUS DEM LABOR

2016er MTB-Reifen im Test - Teil 2

Rollwiderstand, Durchschlag und Durchstich: Hier alle Laborwerte der 23 MTB-Reifen im Test.

Alle Tests wurden von BIKE im Prüflabor von Schwalbe durchgeführt. Die Plus-Reifen wurden bei 1,2 und die übrigen Reifen bei 1,8 bar getestet. Teil 1 des großen Reifentests gibt es im Reifen-Spezial in BIKE 1/16.

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Peter Nilges am 13.02.2017
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