Test 2017: Federgabeln für Tour und Race Test 2017: Federgabeln für Tour und Race

Test 2017: Federgabeln für Tour und Race

7 Gabeln für Tourenbiker und Racer im Test

Peter Nilges am 26.07.2017

Leicht und mit bewährter Technik ausgestattet, präsentiert sich der neue Jahrgang der Cross-Country- und All-Mountain-Gabeln. Wir haben getestet, was Racer schnell und Touren-Fahrer glücklich macht.

Der erste Schlagabtausch findet auf der Waage statt. Was für Boxer zählt, gilt auch im Cross-Country-Rennsport. Zwar ist das Gewicht lediglich ein Indiz für die Form, facht aber so manche Wette an. Statt immer leichterer Gabeln ging die Spirale bei den Federgabeln in der Vergangenheit allerdings erst einmal nach oben. Zunächst sorgten Scheibenbremsen für mehr Gewicht, dann die Steckachsen und zu guter Letzt die größeren Laufräder. Alles im Dienste einer besseren Funktion, aber leider auch zu Lasten des Gewichts. Im Bereich der 100-Millimeter-29er-Gabeln schien die magische Grenze bei 1500 Gramm zu liegen. Inklusive Remote-Hebel markierte die DT Swiss O.D.L. Race mit 1540 Gramm den Top-Wert im letzten Jahr.


Diese Cross-Country- und All-Mountain-Gabeln haben wir getestet:

Cross-Country-Federgabeln (29 Zoll, 100 mm Federweg):

  • Fox 32 Float SC Factory (1159 Euro)
  • Marzocchi 320 LCR (819,99 Euro)
  • Rockshox SID Worldcup (1255 Euro)
  • Rockshox SID RL (655 Euro)

All-Mountain-Federgabeln (27,5 Zoll, 150 mm Federweg):

  • Fox 34 Float Factory (1159 Euro)
  • Fox 34 Float Performance (959 Euro)
  • Rockshox Pike RCT3 (1124 Euro)

Fotostrecke: Test 2017: Federgabeln für Tour und Race


In dieser Saison werden die Karten jedoch neu gemischt. Mit der neuen SID und der Neuauflage der 32 Float kontern die beiden Marktführer Rockshox und Fox mit vollem Einsatz. Beide unterbieten den Wert der DT, auch wenn die SID Worldcup an der 1500-Gramm-Hürde scheitert. Dank super schlankem, stufigem Casting setzt Fox mit 1375 Gramm (1445 Gramm mit Remote) die neue Benchmark bei den CC-Forken und unterbietet das Top-Modell der SID um immerhin 85 Gramm. Weitere Kandidaten im Kampf um die CC-Krone sind Marzocchis 320 LCR und die SID RL, die mit 655 Euro nur etwas mehr als die Hälfte der SID Worldcup kostet.

Im All-Mountain-Bereich mit 150 Millimetern Federweg geht es nicht weniger spannend zur Sache. Auch hier gesellt sich neben den Platzhirschen Rockshox Pike und Fox 34 Factory eine günstigere Fox in der Performance-Version für den markeninternen Vergleich hinzu. Mit nur drei verschiedenen Herstellern hält sich die Markenvielfalt in diesem Test allerdings in Grenzen. Der Grund: Viele der angefragten Federgabelhersteller (BOS, DT Swiss, Manitou, Magura, X-Fusion, SR Suntour) hatten keine Neuheiten in diesem Federwegsbereich oder konnten schlichtweg zum aktuellen Zeitpunkt nicht liefern. Der zweite Teil des Gabeltests mit langhubigen Enduro-Gabeln wird mit sieben unterschiedlichen Anbietern wieder vielschichtiger aussehen.

Test 2017: Federgabeln für Tour und Race

Die neue Generation der Cross-Country-Gabeln

Doch zurück zu den Race-Gabeln. Nur mit hohem konstruktivem Aufwand und dem Einsatz leichtester Materialien lässt sich die Gewichtsschraube weiter drehen. Was Fox bei der 32 Stepcast durch das schmale, filigran wirkende Casting mit Aussparungen für Scheibe und Speichen erreicht, versucht Rockshox bei der SID Worldcup mit Carbon-Krone und -Schaft wettzumachen. Beide Top-Gabeln liegen daher mit 1159 (Fox) bzw. 1255 Euro deutlich über 1000 Euro. Viel Geld, aber immer noch vergleichsweise wenig zur Upside-down-Gabel RS-1, für die Rockshox stolze 1946 Euro aufruft. Preis, Gewicht und ein schnellerer Radeinbau sprechen sowieso klar für die neue SID, weshalb es im Cross-Country-Einsatz ruhig um die RS-1 werden könnte. Etwas weniger spannend seitens des Gewichts, aber absolut überzeugend in der Fahr-Performance zeigte sich die Marzocchi. Zwar verfügt die 320 noch nicht wie die anderen über die aktuelle Boost-Einbaubreite (15x110-mm-Achse), kostet aber faire 819 Euro und wird seit der letztjährigen Krise unter dem Dach von Fox angeboten. Für Sparfüchse führt ohnehin kein Weg an der SID RL vorbei. Gewicht und Fahrleistung können sich überaus sehen lassen. Trotz unterschiedlichem Dämpfungsaufbau hätten wir sogar größere Unterschiede zum Top-Modell erwartet.

Bei den All-Mountain-Gabeln gibt es nur wenige Änderungen zum Vorjahr. Fox 34 und Rockshox Pike zählen zum Besten, was der Markt zu bieten hat. Im internen Fox-Duell mit Factory gegen Performance fallen die Fahrunterschiede durch die längeren Federwege etwas größer aus. Die Factory steht etwas besser im Federweg, ohne an Sensibilität einzubüßen, wobei die Performance gemessen am Preis ebenfalls eine sehr gute Alternative ist.

FAZIT Peter Nilges, BIKE-Testchef:
Durch das selektive Testfeld liegt das Niveau der Gabeln überdurchschnittlich hoch. Im Cross-Country-Bereich kommen alle vier Gabeln auf die Note "sehr gut" und scheitern zum Teil nur knapp an einem Super. Racer mit Fokus aufs Gewicht kommen an der neuen Fox 32 SC nicht vorbei. Sparer sollten zur SID RL greifen. Bei den 150er-Forken geht der Testsieg an die Fox 34 Factory, die sich knapp von der Rockshox Pike und der günstigeren Fox 34 Performance absetzen kann.

Peter Nilges

Peter Nilges, BIKE-Testleiter


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Peter Nilges am 26.07.2017
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