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Volle Leistung dank Mentaltraining

Mental fit im MTB-Marathon

David Voll am 05.02.2017

Sie sind im Training schneller als im Rennen? Die Angst vor der Strecke oder dem Versagen hemmt Sie? Die Mentaltrainerin Eva Dollinger verrät im Interview, wie Sie im Wettkampf volle Leistung bringen.

BIKE: Mentaltraining, was bringt das?

Eva Dollinger: Mentaltraining kann helfen, die Leistungsfähigkeit voll auszuschöpfen, egal wie die Bedingungen rund herum sind. Häufig haben Sportler Blockaden, Verletzungen oder Erlebnisse, die sie hindern, ihr Potential abzurufen. Dann hilft das Mentaltraining diese Schwierigkeiten zu überwinden, neue Strategien zu entwickeln und dadurch wieder Sicherheit, Freude und Stärke zu erlangen.

Wie läuft ein solches Training ab?

Viele mentale Techniken kann man prinzipiell selber erlernen und durchführen. Wenn man allerdings wirklich ein mentales Problem hat, beispielsweise immer im Training besser als im Wettkampf ist, oder vor Wettkämpfen "zu" nervös ist, sollte man sich einen Spezialisten suchen. Viele „innere Sabotageprogramme“ kann man selber nicht entlarven – sie laufen unterbewusst ab und können sehr raffiniert sein.

Wie kann ich mir das konkret vorstellen?

Es bringt sehr viel Sicherheit und Selbstvertrauen, den Wettkampf vorab mental durchzugehen. Ich würde schon ein paar Tage bzw. Wochen vorher den optimalen Ablauf „formulieren“, niederschreiben und dann mit allen Sinnen simulieren. Es hilft zum Beispiel, sich für jeden Wettkampf Aufgabenziele zu setzen bzw. sich mehrere Strategien zu überlegen, wie der Marathon und die Strecke optimal bewältigt werden können. Dabei sollten auch Probleme wie Schmerzen oder schwierige äußere Bedingungen Beachtung finden. Seid nicht überrascht, wenn der Wettkampf dann tatsächlich genau so abläuft.

MTB Festival Achensee 2017

Wer mental vorbereitet in einen Wettkampf startet, kann seine volle Leistung abrufen.

Wie kann eine solche Strategie aussehen?

Teilen Sie eine lange Strecke in mehrere kürzere Abschnitte ein. Überlegen Sie dabei, wann Sie am besten essen, was Sie essen und auch wie Sie die Streckenabschnitte fahren und sich dabei fühlen möchten. Sehr hilfreich kann es auch sein, ein Wettkampfritual zu erstellen, mit dem Sie vor dem Marathon eine optimale Stimmung erreichen.

Gibt es so etwas wie den größten Fehler?

Es gibt Glaubensmuster, die Sportler stark blockieren. Wandeln Sie Ängste und Befürchtungen, wie zum Beispiel „Auf der Strecke war ich noch nie gut“ oder „Bei Regen/Hitze kann ich keine Leistung bringen“ in positive Muster um. Etwa: „Alles ist möglich.“

Ritual vor dem Start

Eva Dollinger

Eva Dollinger ist Mentaltrainerin und coachte unter anderem den zweifachen Marathon-Weltmeister Alban Lakata.

Stellen Sie sich ein individuelles Warm-Up-Programm für die letzten Minuten vor dem Start zusammen. Viele erfolgreiche Sportler verbringen diese Minuten immer auf die selbe Art und Weise und stimmen sich so auf die besondere Situation ein. Das Programm könnte folgendermaßen ablaufen:

  1. Führen Sie sich die Aufgabenziele noch einmal vor Augen wie eine To-Do-Liste für den Wettkampf. Zum Beispiel 1. Dosiert beginnen 2. Alle 20-30 Minuten essen, idealerweise vor dem Berg 3. Den Berg leichtfüßig hoch fahren 4. In den Abfahrten bewusst entspannen.
  2. Die Strecke bzw. das Höhenprofil noch einmal kurz visualisieren. Unterlegen Sie die wichtigsten Punkte oder Abschnitte mit kurzen Anweisungen. 
  3. Übung für Aktivität z.B. Beine abklopfen oder Übung, um sich zu entspannen (Bauchatmung, Vorstellung eines Entspannungsbildes)
  4. Führen Sie sich vor Augen, warum Sie das Ganze machen und machen Sie sich klar, warum es sich lohnt, durchzuhalten.
  5. Tauchen Sie komplett in das Hier und Jetzt ein und genießen Sie diesen Moment kurz vor dem Start.

Mehr zum Thema Training, Vorbereitung und Material gibt es im Marathon-Special in BIKE 3/2017 – ab 7. Februar am Kiosk. Die komplette Ausgabe können Sie auch in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder im DK-Shop bestellen:

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MTB Marathon vor Start

Schnelle Beine brauchen einen fitten Kopf.

David Voll am 05.02.2017
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