Wolfram Kurschats Grinsen glüht mit 420 Watt. Kaum hat er die Leistungsdaten vom Bike-Rennen auf Zypern analysiert, sagt er etwas zu nüchtern: „Ich bin wohl ganz gut drauf.“ 420 Watt bedeutet im Normalleben, 21 Energiesparlampe zum Leuchten zu bringen, vier LCD-Fernseher laufen zu lassen, oder den Staubsauger im Sparmodus über den Teppich zu schieben. Bei Radfahrern hat die Angabe der Leistung in Watt eine komplett andere Bedeutung: Sie ist ein unbestechliches Maß für die Fitness. Was das bringt? Vor allem zeigt es, in welcher Verfassung die Beine sind.
420 Watt sind Weltklasse
Hat man das Zeug zum Worldcup-Biker oder eher zum Cappuccino-Radler? Wer es genau wissen will, kommt an Powermetern nicht vorbei. Die Geräte zeichnen die Leistungsdaten (Watt, Geschwindigkeit und Herzfrequenz) während der gesamten Fahrt auf. Profis vertrauen schon seit Jahren auf diese Geräte, aber auch in der Amateurklasse können die Kraftmesser einen Trainingsvorteil bringen. Wie genau, das zeigt sich beim Vergleich mit dem klassischen Gradmesser: der Herzfrequenz. Der Puls unterliegt vielen Faktoren, die Verfälschungen verursachen. Emotionen, Wasserverlust, hohe Temperaturen oder die Ernährung beeinflussen unsere Pumpe. Auf dem Trail bedeutet das: Wer bei 38 Grad seinen Trail entlangfeuert, zwingt seinem Herzen Schwerstarbeit auf. Die gleiche Leistung bei 20 Grad weniger wäre weit weniger fordernd. Watt bleibt Watt, egal ob es Hunde vom Himmel regnet oder ob Sie 20 Espressi getrunken haben.
Spannend wird die Sache beim Intervalltraining, das gerade eine Wiederauferstehung erlebt. Anstatt ewig im Grundlagenbereich rumzugurken, brennen viele Profis und Amateure kurze, intensive Einheiten ab. Die Herzfrequenz ist dabei ein schlechter Indikator. Wer ein zehnminütiges Intervall mit dem Pulsmesser steuert, wird am Anfang zu schnell fahren und gegen Ende langsamer werden. Das liegt an der Trägheit des Herzens. Der Pumpmuskel braucht einige Zeit, um auf Rennmodus zu schalten. Bei Intervallen, die mit einem Pulsmesser gesteuert wurden, schwanken die Wattleistungen enorm. Das gibt es beim Watt-Training nicht.
Worldcup-Ass Wolfram Kurschat sieht noch einen weiteren Vorteil: „Wenn ich meine Trainingsrunde Vollgas abfahre, spielen das Wetter, der Boden oder meine Herzfrequenz keine Rolle – die Wattleistung ist unbestechlich und zeigt, wie fit ich wirklich bin. Manchmal fühle ich mich total mies beim Training und stelle später fest, dass ich die besten Werte bis dato gefahren bin.“ Wer mit Watt trainieren möchte, sollte seine Schwellenleistung ermitteln.
Alles über das Watt-Training, Software zum Analysieren Ihrer Daten, die besten Kurbeln und Radcomputern zur Leistungsmessung finden Sie unten im PDF-Download.
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