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Was hilft gegen Erkältung?

7 Tipps gegen Erkältung: „Abhärtung hilft!“

Laurin Lehner am 30.11.2017

Kratzen im Hals, triefende Nase, Gliederschmerzen: So eine fiese Erkältung will keiner haben. Unser Experte Dr. Gruhn spricht Klartext und verrät Tipps, wie man ohne Erkältung durch den Winter kommt.

Nass, kalt und windig. Dazu noch lange dunkel. Herbst und Winter haben definitiv ihre Schattenseiten. Außerdem hat jetzt die Erkältung Hochsaison. Wir haben Dr. Christian Gruhn nach Tipps gefragt. Er verrät, wie Sie Schnupfen und Husten vorbeugen können.

1. Was hilft wirklich am besten gegen eine Erkältung?

Am effektivsten schützt man sich durch vieles Trinken, viel Bewegung in der frischen Luft (Vitamin-D-Produktion durch Sonnenlicht) und ausgewogene Ernährung. Stubenhocker werden schneller krank – das ist bewiesen.

2. Vitamine stärken bekanntlich das Immun­system, vor allem Vitamin C. Gilt hier: Viel hilft viel?

Es schadet nicht. Überschuss wird allerdings ausgeschieden. Wer sein Immunsystem zusätzlich stärken will, kann Ingwer (wirkt anti-entzündlich) oder Zink-Tabletten einnehmen. Am besten, wenn man gefährdet ist, weil man z. B. viel mit anderen Menschen zu tun hat. Denn da lauern die meisten Viren. Häufiges Händewaschen hilft auch.

3. Was halten Sie von Vitamin-Tabletten?

Nicht viel, bis auf Zink-Tabletten. Wir sollten Vitamine in natürlicher Form zu uns nehmen. Gerade im Herbst und Winter ist die Zeit der Kohlsorten. Das sind absolute Vitamin-C-Bomben. Grünkohl, Wirsing. Ideal!

4. Ab wann sollte man auf Sport verzichten, wenn dann doch mal die Nase läuft?

Wenn die Nase etwas läuft, muss man nicht zwingend auf Sport verzichten. Hat es einen jedoch richtig erwischt, und man hat sogar Fieber, sollte man es unbedingt bleiben lassen. Richtig gefährlich wird es, wenn Sportler symptomlindernde Medikamente nehmen. So manipuliert man seinen Körper und dreht unbemerkt in den roten Bereich. Mögliche Folge: Herzmuskelentzündung.

5. Wie wichtig ist Schlaf?

Wer wenig schläft, ist weniger ausgeglichen. Was kaum einer weiß: Schlaf ist auch wichtig für einen gesunden Rücken. Die Bandscheiben brauchen ca. 6–7 Stunden, um sich voll Wasser zu saugen, dafür muss man in der Horizontalen liegen.

6. Manche schwören auf Abhärtung. Zum Beispiel kalt duschen. Sinn oder Unsinn?

Sinn. Abhärtung hilft, um sein Immunsystem zu stärken. Wer sich nicht überwinden kann, dem empfehle ich zumindest eine Wechseldusche. Also kalt, warm, kalt. Der Kältereiz härtet ab und stärkt das Immunsystem.

7. Und das Gegenteil – Sauna?

Auch regelmäßige Saunagänge sind in der Infektprophylaxe angesagt! Optimal wäre etwa ein Saunagang pro Woche, wobei nicht nur das Schwitzen sondern vor allem das anschliessende Tauchbad beziehungsweise die Kaltwasserdusche das Immunsystem stimulieren.

Übrigens: Die meisten Menschen denken, dass man sich in der Winterzeit wegen der kühlen Temperaturen erkältet. Dem ist absolut nicht so! Vielmehr ist es die trockene Heizungsluft, die die Ansiedlung von Viren auf den Schleimhäuten fördert und damit Infekte auslöst. Wer zu Hause oder im Büro die Luftfeuchte bei 55 bis 60 % hält, baut den Infekten wirksam vor.

Dr. Gruhn

Dr. med. Christian Gruhn aus München ist Facharzt für innere Medizin und für Allgemeinmedizin.

Laurin Lehner am 30.11.2017
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