Mountainbike-Fahrtechnik: Bunny Hop Mountainbike-Fahrtechnik: Bunny Hop

Mountainbike-Fahrtechnik: Bunny Hop

So meistern Sie den Bunny Hop mit ihrem Bike

Laurin Lehner am 26.08.2017

Show-Einlage? Bloße Spielerei? Sicher nicht! Der Bunny-Hop gehört zu den wichtigsten Manövern beim Mountainbiken.

Nur, wer locker über Hindernisse hopsen kann, bleibt im Gelände immer im Fahrfluss. Fahrtechnikexperte Stefan Herrmann weiß genau, worauf es beim Hasensprung ankommt: 

Fotostrecke: So meistern Sie den Bunny Hop mit ihrem Bike

DER BUNNY HOP

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1. Sei vorbereitet! Der Sattel ist ganz abgesenkt. Benutze Flatpedals zum Üben. Ein Finger liegt über die gesamte Zeit auf der Hinterradbremse und greift zu, wenn nötig. Fokussiere bereits schon einige Meter zuvor das Hindernis.

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2. Spannung aufbauen: Fahre mit genügend Schwung an. Die Kurbelstellung ist waagerecht. Beine und Arme werden gebeugt, um Spannung aufzubauen. Jetzt willst Du den Körper im Rahmen verkeilen. Dafür gibst Du besonders Druck auf das hintere Pedale, das leicht angestellt ist. 

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3. Vorne hoch: Kurz bevor das Vorderrad auf das Hindernis trifft, leitest Du die Bunny-Hop-Bewegung ein. Strecke dynamisch Beine und Arme und lehne Dich nach hinten oben (Manual-Impuls). Folge: Das Vorderrad steigt …

Das machen die meisten hier falsch!

• Falsches Timing – Folge: Das Vorderrad stößt gegen das Hindernis.

• Schweine-Hop. Sie ziehen ihr Bike nur hoch. – Folge: maximaler Kraftaufwand, minimale Höhe.

• Zu schwacher Manual-Impuls

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4. Hüftschwung: Sobald das Vorderrad oben ist, soll das Heck folgen. Drücke Dich mit den Beinen ab und schwinge die Hüfte dynamisch Richtung Vorbau. Folge: Das Hinterrad wird leicht und folgt. Wichtig hierbei: Gib viel Druck auf das hintere Pedal, die Fußspitzen zeigen nach unten. So erzeugst Du zusätzlich Spannung und bekommst das Heck hoch. 

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5. Hop & Drüber: In dem Moment entscheidet sich, ob das Timing passt. Wenn ja, hüpfst Du über das Hindernis. Falls nicht: prallt das Hinterrad auf die Kante. Um eine maximale Höhe rauszukitzeln, ziehst Du die Beine leicht an. Um dabei den Pedalkontakt nicht zu verlieren, sind die Pedale leicht angestellt. Die Arme sind intuitiv dezent gebeugt, für eine möglichst waagerechte Flugphase.

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6. Landen: Im Idealfall landest Du mit beiden Rädern gleichzeitig. Puffer die Aufprallenergie durch Beugen der Beine und Arme ab. Und wiederhole das gleich am besten noch mal. Wer die Technik draufhat, feilt am idealen Timing und kitzelt so zusätzliche Zentimeter heraus.

DREI SCHRITTE ZUM ERFOLG

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Ein Move – zwei Bewegungen – Der Bunny-Hop besteht aus zwei Manövern.

Bild 1: Vorderrad hoch! Das klappt mit dem Manual Impuls. Also erst beugen, dann entschlossen und impulsiv mit der Hüfte/Rumpf nach hinten oben lehnen. 

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Bild 2: Hinterrad hoch. Das gelingt, indem Du Dich mit Körperspannung und mit angestellten Pedalen im Rad verkeilst. Dein Schwerpunkt geht nach vorne, oben. Folge: Das Hinterrad wird leicht. Beim Bunny-Hop gilt es, diese beiden Bewegungen dynamisch zusammenfließen zu lassen.

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Spannung – Entspannung! Beim Bunny-Hop dreht sich alles um Koordination, Timing und Körperspannung. Letzteres lässt sich bequem und gefahrlos üben.

• Diese Trockenübung hilft: Stelle Dich übers Rad.

Ein Fuß steht auf dem Boden, der andere gibt viel Druck auf das hintere Pedal bei waagerechter Kurbelstellung. Als Gegendruckpunkt gilt der Lenker, den Du durch Armeinsatz nach vorne schiebst. Dieser Druck erzeugt die Spannung zwischen Biker und Rahmen, die Du beim Bunny-Hop brauchst. Klappe nun das Bein zur Seite. Aufgrund der erzeugten Spannung zwischen Fahrer und Bike, hebt das Rad ab. 


Den Film zum Move findest Du hier -> 


DER SCHWEINE-HOP

Der Schweine-Hop ist die einfachere, aber auch uneffektivere Variante des Bunny-Hops. Hierbei heben beide Räder gleichzeitig ab. Das Motto des Schweine-Hops: maximaler Kraftaufwand bei minimaler Effizienz. Ihn wendet man nur dann an, wenn man bei hoher Geschwindigkeit Bodenvertiefungen überwinden will. Wie geht’s? Zentrale und impulsive Gewichtsverlagerung von unten nach oben.


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Stefan Herrmann, Fahrtechnik-Experte: "Der Bunny-Hop ist Pflicht-Move und Spaßmanöver zugleich. Hast Du ihn drauf, musst Du bei quer liegenden Baumstämmen nie wieder absteigen. Zugegeben: Die Bewegung scheint anfangs komplex. Die Kunst des Bunny-Hops ist es, zwei Bewegungen ineinanderfließen zu lassen. Mit viel Übung hast Du den Bunny-Hop in drei Wochen drauf."

>>Übe anfangs ohne Gegenstände.<<

Wie gehe ich den Bunny-Hop am besten an?
Der Bunny-Hop besteht aus zwei Bewegungen. Die solltest Du bereits draufhaben. Also: 1.) Das Vorderrad anheben und 2.) das Heck mithilfe des Hüftschwungs nachziehen. Hast Du die beiden Dinge drauf, kannst Du anfangen, die Bewegungen zusammenfließen zu lassen und am passenden Timing zu feilen.

Wo übe ich den Move am besten?
Viele meiner Schüler wollen gleich über Hindernisse springen. Das ist Quatsch! Übe den Sprung anfangs ohne Gegenstände. Es geht erst mal darum, Dich auf die Koordination der beiden Bewegungen zu konzentrieren.

An welchem Punkt tun sich die meisten schwer?
Oft hapert es an der Koordination: nämlich beide Bewegungen zusammenfließen zu lassen. Andere versuchen es mit zu viel Krafteinsatz. Ohne Frage: Der Bunny-Hop ist anfangs kniffelig und verlangt viel Übung.

Ist der Bunny-Hop also nur talentierten Bikern vorbehalten?
Nein. Natürlich tun sich Bewegungstalente leichter, doch das beeinflusst nur die Zeit der Lernphase. Ich glaube, wer viermal die Woche für eine halbe Stunde übt, hat den Bunny-Hop in drei Wochen drauf. Voraussetzung dafür: die richtige Herangehensweise. Mein Tipp: Filmt Euch, um Fehler zu erkennen. Und jetzt, raus aufs Bike!


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Laurin Lehner am 26.08.2017
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