Test BH Bikes Rebel Lynx Test BH Bikes Rebel Lynx

Erster Test: BH Bikes Rebel Lynx 5.5 Plus

BH Rebel Lynx mit Yamaha-Motor im Fahrtest

Tobias Brehler am 15.02.2017

Das Rebel Lynx 5.5 von BH Bikes im Fahrtest. Die Eckdaten des All Mountain: 140 Millimeter Federweg, Plus-Reifen und Yamaha PW-X-Antrieb.

Für die neue Saison statten die Spanier von BH ihren Allrounder Rebel Lynx mit Yamahas neuem PW-X-Motor aus. Das optimierte Aggregat soll den Klassiker noch spritziger Richtung Gipfel bewegen. Der neue E-Antrieb verfügt über ein maximales Drehmoment von 80 Newtonmetern und soll gerade bei höheren Trittfrequenzen stärker unterstützen. Außerdem hat das Volumen abgenommen, der Akku hat weiterhin 500 Wh. Auch ein neues Display ist an Bord.

Der Split-Pivot-Hinterbau bietet am Rebel Lynx wie die Gabel 140 Millimeter Federweg. Auch die Plus-Reifen passen zum Einsatzbereich: Touren mit großem Trail-Anteil, unsere klassische All Mountain-Kategorie also. Das Rebel Lynx gibt's nur in den Rahmengrößen M und L. Der Reach misst in Rahmengröße L moderne 449 Millimeter, die Kettenstreben fallen leider etwas üppig aus: Mit 485 Millimeterm Länge halten sie selbst in steilen Passagen das Vorderrad am Boden, bremsen allerdings den Spieltrieb.

BH Bikes Rebel Lynx

Die Schwalbe-Pneus im Plus-Format vermitteln auf losem Untergrund viel Sicherheit.

Die Ausstattung fällt dem Preis von 4499 Euro nach angemessen aus: Fox 34 Float Rhythm-Federgabel und Float DPS Performance-Dämpfer puffern die Schläge. Die elf Gänge wechselt ein Shimano XT-SLX-Mix. Eine integrierte Kettenführung hält die Kette auch auf Rumpeltrails an Ort und Stelle. Auf den hauseigenen Laufrädern drehen sich Schwalbe Nobby Nics in 2,8 Zoll Breite und mit Apex-Schutz. Unsere Empfehlung: Die optional erhältliche Vario-Stütze von Kindshock mitbestellen. Sie versüßt den Fahrspaß ungemein.

Aktiviert man am Trailhead den Antrieb und schwingt sich in den Sattel, überrascht die Vehemenz, mit der der Yamaha PW-X-Antrieb den Piloten unterstützt. Der Motor stellt dem Fahrer fünf Unterstützungsstufen bereit. Gerade der High- und der Extrapower-Modus beeindrucken mit ihrer kraftvollen Unterstützung. Diese kommt besonders im mittleren Trittfrequenzbereich zur Geltung – also genau da, wo man sie als Fahrer am besten Nutzen kann. Die Geräuschentwicklung hält sich stark in Grenzen, nur in den höheren Modi entkommt dem PW-X ein leises Surren. Etwas gewöhnungsbedürftig zeigte sich folgendes Szenario: Man steht am Trail und wartet auf die Freunde, ein Fuß leicht aufs Pedal gelegt. In den höchsten Unterstützungsstufen stottert der Antrieb bei dieser geringfügigen Belastung, schiebt etwas an und lässt den Fuß leicht vibrieren.

BH Bikes Rebel Lynx

Auf den Trails von Mallorca macht das BH-All Mountain sichtlich Spaß.

Der Hinterbau zeigte sich in den Abfahrten von seiner angenehmsten Seite: Weich schluckt er (fast) alle Schläge. Auf flowigeren Trails bietet sich der Griff zum Plattformhebel an, die erhöhte Druckstufe lässt einen dann noch schneller über die Trails fliegen. Gerade ambitionierte Fahrer profitieren vom höheren Gegendruck und können aktiver fahren. Die günstige Fox 34 verrichtet ebenfalls einen guten Job, kann dem Hinterbau aber nicht ganz das Wasser reichen.

Bergauf erfreut die angenehme Sitzposition. Auch die Plus-Bereifung ist ein klarer Zugewinn: Schier endlose Traktion und ein hoher Komfort sorgen in Kombination mit dem starken Antrieb für Freude beim Uphill. Die Kehrseite der bequemen Sitzposition ist die (zu) hohe Front. Bergab fällt es so etwas schwer, genügend Druck aufs Vorderrad zu bringen. Dies dürften allerdings nur sehr aktive Piloten spüren, für die meisten bedeutet die hohe Front zusätzliche Sicherheit.

Test-Fazit zum BH Bikes Rebel Lynx 5.5

Das All Mountain der Spanier kann mit starkem Motor, durchdachter Ausstattung und fluffigem Hinterbau überzeugen. Aktive Fahrer bremst die hohe Front und die langen Kettenstreben, die meisten Biker finden mit dem Rebel Lynx einen treuen E-MTB-Begleiter für ihre Abenteuer.

BH Bikes Rebel Lynx

Die Front fällt etwas hoch aus. Besonders in Kurven muss man aktiv Gewicht aufs Vorderrad bringen.

Tobias Brehler am 15.02.2017
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