Die besten 50 Ratschläge für E-Mountainbiker Die besten 50 Ratschläge für E-Mountainbiker

Auszug aus dem Buch "333 Tipps für E-Biker"

Die besten 50 Ratschläge für E-Mountainbiker

Gunnar Fehlau am 05.01.2017

Gunnar Fehlau ist E-Biker und Mountainbiker der ersten Stunde. EMTB präsentiert hier die besten 50 Ratschläge aus seinem Buch "333 Tipps für E-Biker".

GUNRÜBERLEGUNGEN UND KAUF

1. Vorsicht mit dem S-Pedelec

Es ist zwar wünschenswert, wenn der Motor bis 45 km/h mitschiebt, aber genau genommen handelt es sich dabei nicht mehr um ein Fahrrad, sondern um ein Leichtkraftrad. Und mit diesem darf man nur auf öffentlichen Straßen, nicht aber im Gelände fahren.

2. Von wegen Schnäppchen

Wer Geld sparen will, der greift oft zum Vorjahresmodell. Beim E-MTB eine schlechte Idee. Erstens haben die Modelljahre noch erheblich höhere Innovationssprünge als beim analogen MTB, zweitens kauft man einen bereits "runtergelagerten" Akku, das mindert die Reichweite. Gleiches gilt für den Gebrauchtkauf: (Ab)genutztes Material und betagte Technik mindern den Fahrspaß. In diesem Licht betrachtet, sind viele Vorjahresmodelle und Gebraucht-Bikes oft kein Schnäppchen mehr, sondern rausgeworfenes Geld.

3. Gewicht ist Geld

Ein Kilo Gesamtgewicht hin oder her kann schnell 1000 Euro kosten. Bei den Fahreigenschaften spürt man das deutlich. Bei der Qualität kaum. Im Klartext: Wer sein Bike ohnehin nicht wirklich sportlich im Gelände bewegt, der kommt mit ein paar hundert Gramm mehr auch klar, aber viel güns­ti-ger weg – bei kaum schlechterer Qualität.

4. Oft vergessen, beim E-MTB wieder zu empfehlen:

Erst der Blick in die Bedienungsanleitung bringt die wichtigen Fakten: maximale Zuladung, Anwendungsausschlüsse und Service-Intervalle zum Beispiel.

5. Nachrüsten

Vor dem Gesetzgeber wird jene Person, die das Fahrrad mit einem Motor nachrüstet, zum Hersteller desselbigen und geht in die Haftung. Solange alles gutgeht, mag dies okay sein und auf Privatgelände auch legal. Dennoch ein Risiko – da fängt der Adrenalin-Kick schon in der Werkstatt an.

Die besten 50 Ratschläge für E-Mountainbiker

Auf Schnäppchenjagd


PROBEFAHRT

6. Nehmen Sie die bevorzugte Touren-Ausrüstung mit zur Probefahrt...

...und checken Sie, ob Sie Pumpe, Trinkflasche usw. gut am neuen Rad unterbekommen. 

7. Dilemma

Eigentlich gilt die Maxime, auch das E-MTB möglichst unter "realen Bedingungen" Probe zu fahren, ansonsten ergibt die Probefahrt keinen Sinn. Das ist beim E-MTB im Fahrradladen nur selten möglich. Nutzen Sie Testivals, Fahrradmessen und Verleih-Bikes in Urlaubsregionen: Hier findet sich eine Auswahl an Rädern und nicht selten auch das Geläuf genau nach Ihrem Geschmack.

8. Mit dem Motor am Bike verwischen die klassischen Bike-Kategorien

Der Antrieb macht abfahrtsorientierte Räder zu Bergziegen. Insofern: Fahren Sie möglichst viele, unterschiedliche Bike-Typen und Motorenkonzepte Probe. Geben Sie auch dem Bike mit viel Federweg eine Chance!

9. Erst eine gute Fahrtechnik bringt den richtigen Spaß beim Biken

Der Motorantrieb hat auch Einfluss auf die eigene Fahrtechnik: Beispielsweise muss man sich genau damit vertraut machen, mit welcher Verzögerung beim Bremsen der Motor stoppt. Das ist etwa bei engen Kurven, die angebremst werden, oder beim Fahren in der Gruppe wichtig. Gleiches gilt auch für die Verzögerung, mit der der Motor bei Ihrem Antritt mitzuarbeiten beginnt: Besonders beim Beschleunigen aus einer Kurve heraus braucht man Feingefühl, um nicht herausgetragen zu werden.


AUSSTATTUNG UND ANPASSUNG

10. Wer aufs E-MTB steigt, ist bereit für Neues

Warum nicht auch bei der Ausstattung neue Schritte gehen? Getriebeschaltungen könnten am E-MTB bald eine wichtige Rolle spielen: im Stand schaltbar, faktisch kein Verschleiß, geringe Wartung, harmonische Gangsprünge, witterungsgeschützte Technik.

11. Hardtail mit Getriebeschaltung, dann doch bitte gleich mit Zahnriemen

Er komplettiert das wartungsarme E-Bike, rostet nicht, verdreckt weniger und soll laut Hersteller länger halten als eine Kette. Wer’s nicht eilig mit dem Kauf hat: Die Modellvielfalt dürfte größer werden.

12. Reifendruck

Beim Umstieg vom MTB aufs E-MTB, sollte man "seinen" präferierten Reifendruck leicht erhöhen. Das höhere Systemgewicht des E-MTBs sorgt ansonsten für ein höhe-res Durchschlagrisiko, insbesondere am Heck.

13. Achten Sie bei der Kettenschaltung auf eine große Gesamtübersetzung/-entfaltung

Die einzelnen Gangsprünge müssen nicht so eng gestaffelt sein wie beim CC-Hardtail, weil ja der Motor stets beim Beschleunigen hilft. Im Alpenraum sind Übersetzungen von 11/40 hinten und ca. 35 bis 37 Zähne vorne (bei Bosch: Ritzelzähne mal 2,5) angemessen.

14. Kräftige Scheibenbremsen

Das E-MTB ist schwerer, man fährt damit in der Regel schneller, und deshalb sollte man auf ein wirkungsvolles Bremssystem setzen. Das heißt: Scheibenbremse mit großen Scheiben. Wir empfehlen mindestens 180 mm Scheibendurchmesser. Um die Wartungsintervalle gering zu halten und für eine gute Dosierbarkeit, sollten es stets hydraulische Bremsen sein.

15. Breitere Reifen rollen in der Regel besser über Hindernisse, bieten mehr Traktion, Komfort und Pannenschutz

Damit sind sie auch für den E-Biker die bessere Wahl. Wechseln Sie auf die breitesten Reifen, die in Rahmen, Gabel und Co. passen. Auch relativiert der Motor die mitunter höheren Rollwiderstände eines breiten Reifens. Seine bessere Traktion und Stabilitätsreserven bringen aber viel Performance-Gewinn und damit Fahrspaß
und -sicherheit.

16. Auch die Federung am E-MTB will eingestellt sein

Als Richtwert für Einsteiger gilt: Das Fahrwerk sollte auf einer durchschnittlichen Geländefahrt mindestens ein- bis zwei Mal durchschlagen, ansonsten ist die Federung zu straff abgestimmt.

17. Wer mit dem E-MTB erstmals ein voll gefedertes Bike besitzt, der sollte seinen Fahrstil dem Flow der Federung anpassen

Ruckartige Sprints, unrunder Tritt und kantiges Manövrieren sind Relikte des ungefederten Rades.

18. Armaturen

Ziehen Sie die Anbauteile am Lenker – wie Display, Brems- und Schalthebel – nur so fest, dass sie sich unter Last noch verdrehen lassen. Im Falle eines Sturzes werden sich diese dann verdrehen, anstatt zu brechen.

19. Ob Handy, Computer, Kamera-Display oder E-Bike-Konsole...

...direkt beim Kauf eine Schutzfolie anbringen.

20. Inbetriebnahme

Der Akku muss vor der ersten Fahrt vollständig geladen werden. Seine volle Kapazität erreicht der Akku erst nach drei bis fünf Ladevorgängen – dabei am besten drei Mal vollends leerfahren.

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Gunnar Fehlau am 05.01.2017
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