Tobi Woggon Tobi Woggon

Interview EMTB: Tobias Woggon

E-Endurist Woggon im Interview

Tobias Brehler am 13.01.2017

Tobias Woggon, einer der schnellsten deutschen Enduro-Racer, wechselte ebenfalls auf die dunkle Seite der Macht: Er bricht dieses Jahr auf spanischen EMTBs von BH-Bikes zu neuen Abenteuern auf.


EMTB: Du bist eigentlich Endurofahrer und warst einer der schnellsten deutschen Racer bei der Enduro World Series. Wie kam jetzt der Wechsel aufs E-Bike? Rennkariere an den Nagel gehängt oder wirst du jetzt auf E-Bikes Rennen fahren?

Tobias Woggon: Mich hat es schon immer begeistert alles auszuprobieren, was bei uns im Mountainbiken so ab geht. Ich war einer der ersten der 29-Zöller im Enduro-Rennsport gefahren ist. Als die EWS neu war, habe ich zwei Jahre lang Rennen bestritten und habe so gut wie alles mit gemacht was es gab.
Jetzt nutze ich gerne die Chance mit den BH E-Bikes im Gelände unterwegs zu sein, aber Rennen fahren werde ich sicher nicht. Zwar kann man niemals nie sagen, aber das E bike bietet für mich super viele Einsatzzwecke, aber Rennen fahren gehört in meinen Augen nicht dazu.

Du reist sehr viel mit dem Bike in fremde Länder. Wie genau passt das mit dem E-Biken zusammen? Wie machst du es, wenn du mit dem Flugzeug verreist?

Reisen mit dem E-MTB geht sehr gut. Gerade in Regionen, in denen es keine ausgeschrieben Mountainbike-Trails gibt, liegt der riesige Mehrwert von einem E-Bike. Wenn ich zum Beispiel nach Alaska oder Patagonien reise, weiß ich nie, ob ich in den Weg befahren kann oder ob er irgendwann in der Pampa endet. Jetzt mit dem E-MTB kann ich auch einfach mal auf gut Glück Wege ausprobieren - auch ohne zu wissen, wo er mich hin führt. Da das Fliegen mit dem E-Bike-Akku noch verboten ist, schaue ich immer, wo ich mir einen Akku besorgen kann. Mittlerweile gibt es viele Shops, die Akkus verleihen. Zur Not schicke ich den Akku einfach eine Woche voraus.

Viele sagen, dass E-Bikes für Rentner sind. Du bist jetzt 28 Jahre alt und sitzt trotzdem schon auf dem E-Bike. Bedeutet das, du hast dich schon vom sportlichen Radfahren verabschiedet?

Ganz im Gegenteil, ich trainiere auch heute noch sehr viel auf dem Rennrad oder fahre Touren mit dem Mountainbike. Ich glaube nicht daran, dass E-Biken das "normale" Biken ohne Unterstützung ersetzen wird. Ich sehe es als riesen Zugewinn an Spaß und Flexibilität. So kann ich auch bei Zeitmangel noch eine größere Tour fahren. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich nach einer E-Tour unausgelastet bin. Ich fahre einfach schneller auf den Trails und bin vor allem auf den mühsamen Lenkerbeißern schneller. Der Fitness-Faktor bleibt bei meiner Fahrweise aber immer noch sehr hoch.

Tobi Woggon

Tobias Woggon lässt's auf den portugiesischen Trails mächtig stehen.

Tobias Brehler am 13.01.2017
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