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MTB Jugend-EM in Graz/Stattegg 2015

BIKE Junior Team bei Jugend-EM in Graz

Gerhard Döhl am 19.08.2015

Zum fünften Mal fand im August 2015 in Graz/Stattegg die Jugend-EM im Mountainbiken statt. Dort wurden Europameistertitel in den Kategorien U15 und U17 vergeben. Als bester Deutscher wurde Pirmin 15.

Nach einem Jahr startet das BIKE Junior Team mit einem U17-Team in Graz bei der Jugend-EM 2015. Schon am Anreisetag zeigte sich, dass der Teamspirit wieder vorhanden ist. Bei glühender Hitze bauten wir gemeinsam die Team-Area auf, beim Nachmittagskaffee wurde schon einmal die Renntaktik für die Woche besprochen. Wie in alten Zeiten gab es ein gemeinsames Abendessen – für unsere Sportler natürlich schon auf die Wettkampftage abgestimmt. Es fehlte noch das legendäre Renneis, dass es zu früheren Zeiten immer gab. Aber daran werden wir noch arbeiten!

Montag: Team-Zeifahren zum Start in die Jugend-EM

In den ersten Wettkampftag starteten wir mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend wurden die Aufgaben verteilt: Verpflegung einkaufen für die Woche (Wasser, Cola, Nudeln, Obst), Team-Area wieder auf Vordermann bringen, Bikes checken und Setup finishen. Für unsere Sportler wurde ein Shuttle-Dienst eingerichtet und so konnten sie locker einige Male die schwere Abfahrt testen.
Nach dem Mittagessen wurde die Renntaktik besprochen und anschließend die Beine hochgelegt. Nach der Teamleiter-Besprechung begann der Ernst des Tages mit dem ersten Wettkampf: dem Team-Zeitfahren. Unsere Taktik ging auf: Unter 60 startenden National- und Länderteams fuhr das BIKE Junior Team, welches das ganze Jahr über in derselben Besetzung fährt, auf einen sensationellen vierten Platz!

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Beim Team-Zeifahren belegte das BIKE Junior Team einen sensationellen vierten Platz unter 60 National- und Länderteams.

Dienstag: Staffel-Rennen

Nach dem hervorragenden Ergebnis vom Vortag waren am Dienstagfrüh natürlich alle hochmotiviert. Schon vor dem Frühstück wurden noch einmal die Schlüsselstellen des X-Large-Cross-Country-Rennens begutachtet. Um 10 Uhr besuchten wir das Briefing für den morgigen Technik-Tag. Anschließend gemeinsames Mittagessen, Bike-Check, Besprechung der Taktik und Füße hochlegen. Um 15 Uhr wurde es dann ernst: Trinkflaschen befüllen, warmfahren und sich auf die schnelle Runde fokussieren. Um 15:30 Uhr fiel dann für Pirmin der Startschuss. Getrost kann man davon ausgehen, dass alle 60 Teams ihren stärksten Fahrer in die erste Runde schickten. Pirmin kämpfte also mit den besten U17-Fahrern Europas um einen guten Staffelwechsel. Auf Position 16 wechselte er schließlich auf Leonie, die in einem gemischten Feld gegen Mädchen und Jungs fahren musste. Gegen die Konkurrentinnen konnte sich Leonie tapfer behaupten, leider musste sie einige starke U17-Jungs ziehen lassen. Auf Platz 28 wechselte Leonie dann auf Janik, der den Auftrag hatte, wieder einige Plätze gutzumachen. Janik fuhr als 19. über die Ziellinie, was zugleich auch das Endergebnis des Renntages war.

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Der Wechsel in der Staffel von Leoni auf Janik.

Mittwoch: Mountainbike-Kombination – Fluch und Segen der EM

Der Mittwoch war wohl einer der spektakulärsten Wettkampftage der ganzen Jugend-EM. Liegen doch im Technikteil Freud und Leid so eng zusammen wie an keinem anderen Tag. Hat die eine oder andere Sektion beim Training über Wochen funktioniert, macht die Wettkampfnervosität das zunichte. Und schon startet man pro Fehler 20 Sekunden später ins spätere Cross-Country-Rennen. Als Erste hatte Leoni den Technik-Parcours zu meistern und ging mit gemischten Gefühlen an den Start. Von den möglichen 24 Punkten erreichte sie 17. Das heißt, sieben Fehlerpunkte zu je 20 Sekunden, was einen Startrückstand von zwei Minuten und 20 Sekunden bedeutete. Anschließend waren unsere zwei Youngsters an der Reihe. Ihre hochgesteckten Ziele erreichten sie beide knapp und so gingen sie mit einer Minute Rückstand ins Rennen. Nach der Mittagspause begann der zweite Teil der Mountainbike-Kombination: zwei schnelle Runden auf dem Cross-Country-Kurs. Leoni setzte alles daran, ihre Technikfehler wieder auszumerzen und machte auf der Strecke einige Plätze gut. Sie beendete das Rennen auf Platz 20. Bedenkt man, dass die besten Fahrerinnen Europas am Start waren und dass Leoni noch ein junger Jahrgang ist, sind wir mit diesem Ergebnis hochzufrieden.

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Leoni konzentriert an einem Hindernis in der Technik-Sektion.

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Pirmin beim Bunny Hop auf dem Technik-Parcours.

Pirmin und Janik starteten aus dem vierten Block. Ihre hervorragende Technikarbeit hatte zur Folge, dass mehrere starke CC-Fahrer hinter ihnen ins Rennen gingen. So wurden unsere Jäger wiederum zu Gejagten. Pirmin beendete das Rennen auf Platz 23. Janik war mit seinem Rennen nicht ganz zufrieden, obwohl es dazu überhaupt keinen Anlass gab. Der Jungspund vergisst immer wieder, dass er hier als junger Jahrgang gegen die Elite Europas fährt. Bei 120 Startern auf Platz 41 ins Ziel zu kommen, ist aller Ehren wert! Was an dieser Stelle noch einmal betont werden muss: Das BIKE Junior Team fährt das ganze Jahr über in derselben Besetzung – im Gegensatz zu den National-Teams, die hier am Start waren und ihre Mannschaften aus den besten Fahrern ihres Landes zusammenstellen.

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Janik auf dem Technik-Parcours.

Donnerstag: X-Large für Pirmin, Janik und Leoni

Der vierte Wettkampftag sollte für die Betreuer der entspannteste Tag werden: drei Starter in zwei Rennen. Noch während des Frühstücks besprachen wir die Wettkampftaktik und schnell wurde festgestellt, dass unsere Sportler ruhig einmal an ihre Grenzen gehen sollten. Pirmin, der seine Trainingsschwerpunkte auf die langen Renndistanzen legte, ging hochmotiviert an den Start. Schon im Anstieg hinauf zur Leber (Hausberg der Stattegger) konnte Pirmin locker mit der Gruppe mitfahren. Pirmin bog auf Platz 20 in den ersten Singletrail ein. Am nächsten Berg hatte er noch genug Körner, um noch einmal zu attackieren. Die Ziellinie überquerte er dann als 15., was heißt, dass er auch in der Abfahrt noch einige Fahrer überholt hatte. Dieses tolle Tagesergebnis spülte Pirmin in die Top 20, genauer gesagt auf Platz 16 in der Gesamtwertung.

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Pirmin musste sich im starken U17-Feld behaupten.

Sein Teamkollege Janik war angesichts des großen und internationalen Starterfeldes etwas verhaltener und wollte über die gesamte Strecke einen gleichmäßigen Rhythmus fahren. Im ersten Anstieg konnte er jedoch sehr gut mitfahren und hielt sich unter den ersten 40 Sportlern. Anscheinend verließen ihn die Kräfte im zweiten knackigen Anstieg und er musste einige Konkurrenten ziehen lassen. Mit Platz 69 war er am Ende des Rennens nicht zufrieden. Dennoch lag er damit in der Gesamtwertung auf Platz 49.
Leoni startete 25 Minuten nach den Jungs. Schon beim Frühstück sah man ihr an, dass sie heute nach vorne fahren wollte. Vom Start weg fuhr Leoni kontinuierlich nach vorne, am ersten Berg lag sie auf Position 18. Leider wurde ihr die steinige Abfahrt zum Verhängnis und sie kassierte einen Platten am Hinterrad. Dieser zwang sie zu einer langen Schiebepassage bis zur Tech-Zone. Leider wurde sie dabei fast vom ganzen Feld überholt und beendete das Rennen schließlich auf Platz 57. In der Gesamtwertung lag sie trotzdem noch auf Position 31 – und wie heißt es so schön: Was wäre wenn?

Freitag: Pirmin bester Deutscher am Ende der Jugend-EM

pirmin jugend-em graz 2015

Durch sein gutes Ergebnis im X-Large konnte Pirmin aus der dritten Startreihe ins Rennen gehen. Teamorder war, in der ersten Runde eine gute Gruppe zu halten und in den beiden darauffolgenden Runden alles zu geben. Natürlich gaben alle anderen Teamchefs dieselbe Order aus: letzter Tag, letztes Rennen, alles geben! Im großen Feld der Mitbewerber behauptete sich Pirmin auf Platz 25 und belegte am Ende der EM in der Gesamtwertung Platz 15 als bester deutscher Fahrer.

Janik war die ganze Woche über nicht 100-prozentig mit seiner Form zufrieden, zeigte aber im abschließenden CC-Rennen noch einmal, was in ihm steckt. Von Startposition 49 fuhr er kontinuierlich nach vorne und war kurzfristig sogar einmal unter den Top 30. Janik beendete das Rennen auf Platz 41 und landete in der Gesamtwertung auf Platz 44 der U17-Kategorie.

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Leoni erkämpfte sich mit einer starken Leistung  beim abschließenden Cross-Country-Rennen den 23. Platz.

Unser Pechvogel Leoni hatte durch ihren Plattfuß vom Vortag die schlechtesten Startbedingungen. Direkt nach dem Start fuhr sie von Position 57 vor auf Platz 30. Am Ende kämpfte sie sich auf Platz 23 nach vorne und belegte dadurch in der Gesamtwertung Platz 27.

Für das BIKE Junior Team war die Jugend-EM in Graz wieder ein sehr erfolgreiches Event.

Graz, wir freuen uns jetzt schon auf 2016!



 

Gerhard Döhl am 19.08.2015
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