Wolrdcup Albstadt Schneller Wolrdcup Albstadt Schneller

BIKE Junior Team: UCI Worldcup Albstadt & La Bresse

BIKE Junior Team im Worldcup-Fieber

Ludwig Döhl am 02.06.2016

National fahren die Fahrer des BIKE Junior Teams powered by Bulls ganz vorne mit, aber wie schlagen sich Simon Schneller und Pirmin Sigl bei den Worldcup-Rennen in Albstadt und La Bresse?

Simon Schneller zeigte bei seinen ersten Worldcup-Einsätzen in der U23-Klasse sein volles Potential. Ergebnis: Rang 67 in Albstadt und Rang 49 in La Bresse. Auch Pirmin Sigel präsentierte sich stark bei seinem ersten Worldcup in der U19-Kategorie in Albstadt. Platz 63 gab's für ihn zum Einstand.

Hier die Rennberichte der beiden Nachwuchstalente des BIKE Junior Teams powered by Bulls:

Simons Rennbericht vom U23-Worldcup in Albstadt

Vergangenes Wochenende war es so weit. Das erste große Highlight des Jahres stand an: der Heimweltcup in Albstadt. Es war für mich eine Ehre dort mit den besten U23-Fahrern einen Wettkampf zu bestreiten, zumal es mein erster Weltcup in dieser Klasse war. Da ich die Strecke gut kannte, reiste ich erst am Samstag an, um ein letztes Mal alles abzustimmen für den Sonntag. Alles verlief gut und ich war recht zuversichtlich für den kommenden Tag, nicht zuletzt weil mein Bulls-Bike wie immer hervorragend lief.

Wolrdcup Albstadt Schneller

In der Startrunde herrschte großes Gedränge im 150 Mann starken U23-Feld. Simon Schneller stand gleich an zwei Engstellen im Stau.


Am Sonntag sollte es dann bereits um neun Uhr in der Früh losgehen. Das hieß um 6:00 Uhr aufstehen und eine letzte Mahlzeit zu sich nehmen. Danach bereitete ich die Verpflegung für das Rennen vor, entspannte mich noch ein bisschen und dann ging es auch schon zum Warmfahren im Zielbereich. Alles verlief nach Plan und ich war bereit einige Positionen gutzumachen, denn ich startete auf Position 96 im 150 Mann starken Feld.

Wolrdcup Albstadt Schneller

Die Devils Corner ist eine der Schlüsselstellen auf dem WC-Kurs in Albstadt. 


Nach dem Startschuss kam ich gut weg und konnte mich auf den ersten Metern gleich ein paar Positionen nach vorne schieben. Kaum gewonnen, so zerronnen. Ein Sturz im Feld direkt vor mir spülte mich wieder nach hinten. Aber egal, weiter ging es mit der Startrunde und zwar geradeaus das berühmte Bullentäle hinauf. Zwei Engpässe brachten das große Starterfeld in den hinteren Teilen zum Stocken. Ich musste natürlich an beiden Stellen vom Rad und warten, bis sich alles sortiert hatte. So ging ich etwa um Position 90 in die erste Abfahrt.

Wolrdcup Albstadt Schneller

Simon Schneller kämpfte sich über sechs Runden konstant nach vorne, am Ende landete er auf Rang 67.

In der Hektik unterlief mir ein kleiner Fahrfehler, ich musste kämpfen, um mein Bike noch in Zaum zu halten. Aber ich blieb auf dem Rad, doch meine Kette sprang vom Kettenblatt. So musste ich anhalten und das Malheur beheben, während einer nach dem anderen an mir vorbeischoss. Resultat: Nach der Startrunde lag ich mit über zwei Minuten Rückstand auf Platz 118. Doch ich wusste: das Rennen ist mit weiteren sechs Runden von vier Kilometer Länge und  je fast 200 kräftezehrenden Höhenmetern noch lang. So kam es, dass ich Runde für Runde etliche Fahrer hinter mir ließ und am Ende auf einem starken 67 Platz ins Ziel kam.

Damit war ich unter den besten zehn Deutschen. Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit meinem Worldcup-Einstand in der U23-Klasse. Eine Woche später ging es für mich gleich weiter mit dem nächsten Weltcup im französischen La Bresse in den Vogesen. Hier hoffte ich auf eine ähnliche Leistung mit einem noch besseren Resultat.

Pirmins Rennbericht von der World Series der Junioren in Albstadt

Am Samstag war mein erster Weltcup-Start in Albstadt. Das Starterfeld war mit 160 Startern sehr groß, da es für die ersten 20 Fahrer begehrte UCI-Punkte zu erringen gab. Durch einen Tumult am Start verlor ich wertvolle Plätze und kam lediglich auf Position 80 aus der Startrunde. Dennoch konnte ich mich im weiteren Rennverlauf konstant nach vorne arbeiten. Meine schnellen ersten Runden brachten mich gegen Mitte des Rennens auf Platz 53. Die Strecke gefiel mir gut. Vor allem in den Anstiegen konnte ich Zeit gutmachen, aber auch in der ein oder anderen Abfahrt habe ich Fahrer überholt.

Dass die Strecke in Albstadt körperlich anspruchsvoll ist, merkte ich in der fünften und letzten Runde: Ein Fahrfehler in der Devils Corner – der Schlüsselstelle in Albstadt – zwang mich zu Boden. Wahrscheinlich war ich zu diesem Zeitpunkt extrem erschöpft. Jedenfalls kostete mich das Malheur circa zehn Plätze. So kam ich als 64. ins Ziel. Mit diesem Ergebnis bin ich nicht ganz zufrieden, ohne den Sturz wäre deutlich mehr drin gewesen. Aber die Form stimmt, ich weiß zu was ich in der Lage bin und freue mich auf die nächsten Rennen.

Wolrdcup Albstadt Sigl

Pirmin Sigel (Nr. 60) stellt sein Können zum ersten Mal bei einem U19-Worldcup unter Beweis.

Wolrdcup Albstadt Sigl

Pirmin machte auch in den Abfahrten immer wieder Plätze gut.

Simons Rennbericht vom U23-Worldcup in La Bresse

Nach Albstadt stand für mich eine Woche später der nächste UCI Mountainbike Weltcup in La Bresse an. Dies ist ein kleiner Skiort in den Vogesen . Von Schnee war aber keine Spur, stattdessen gab es einen der coolsten Rennkurse, auf denen ich jemals gefahren bin und ein begeistertes französisches Publikum.


Bereits am Freitag reiste ich an, da ich schon mitbekommen hatte, dass der Kurs dort sehr anspruchsvoll sein sollte – vor allem in den Downhills. Diese Vermutungen sollten sich auch bestätigen. Ein langer Anstieg von 6-7 Minuten Dauer und dann eine super anspruchsvolle Abfahrt mit kurzen Gegenanstiegen, Sprüngen, Steinfeldern und krassen Felspassagen mit diversen Möglichkeiten, diese zu bewältigen. Gerade die vielen Linien in den Steinfeldern galt es zu testen und abschließend die sicherste und schnellste ausfindig zu machen. Es machte extremen Spaß, aber eins war klar: Mit der Belastung des Anstieges und möglichem Regen würde es sehr schwierig werden, ohne Sturz oder Defekt durchzukommen.

Worldcup La Bress

Die Felspassagen und technischen Abfahrten verliehen der Strecke in La Bresse einen besonderen Charme.


Am Samstag stand dann noch eine schnelle Runde auf dem Programm, um das Rennfeeling auf der Strecke kennen zu lernen. Danach fühlte ich mich gut vorbereitet und war bereit für die fünf Runden, die wir im Rennen zu bewältigen hatten. Jetzt galt es, sich möglichst gut zu erholen und dann alles rauszuhauen.


Am Sonntag war wie in Albstadt wieder frühes Aufstehen angesagt und es hatte tatsächlich ein starkes Gewitter in der Nacht gegeben, so dass die Strecke komplett nass war. Dies sah ich aber als Vorteil, da ich nasse Bedingungen im Rennen liebe. Nach dem Warmfahren ging es dann um 8:45 Uhr zur Startaufstellung. Als 88 von über 140 Fahrern rief mich der Streckensprecher in den Startbereich. Wie immer löste sich die Anspannung mit dem Startschuss. Und los ging's: zuerst durch die Straßen von La Bresse, bevor der knackige Anstieg auf uns wartete. Im Weltcup ist es leider immer ziemlich schwer am Anfang viele Plätze gutzumachen, da alle Fahrer ein hohes Niveau aufweisen. So kommt es oftmals auf das Glück an, die richtige Lücke zu finden. Dies gelang mir besser als in der Woche zuvor in Albstadt und so konnte ich die erste Runde um Platz 70 herum abschließen.

Worldcup La Bress

Trotz schlechtem Wetter feierten die französischen Fans am Streckenrand.

Von nun an ging es nur noch nach vorne und ich holte einen nach dem anderen Fahrer ein. Dies machte riesig Spaß vor den tausenden begeisterten französischen Fans, die natürlich vor allem ihre Landsleute anfeuerten. Aber auch ich wurde einmal gefeiert, als ich gerade so einen Sturz in der spektakulären Felspassage vermeiden konnte. Sonst lief alles glatt – im Vergleich zu vielen anderen Fahrern. Besonders die rutschigen Bedingungen und die vielen Steine verursachten viele Stürze und Defekte.

Ich konnte die Konzentration hoch halten und am Ende auf einem sehr guten 49. Platz ins Ziel fahren. Besonders die Rundenzeiten ab der dritten Runde gaben Anlass zur Freude, da ich hier jeweils unter den 33 schnellsten Fahrern war.
Alles in allem war der zweite Weltcup meiner Karriere ein voller Erfolg!

Worldcup La Bress

Simon Schneller hat gut lachen: Er beendete sein zweites Worldcup-Rennen in der U23-Klasse auf Rang 49.

Ludwig Döhl am 02.06.2016
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