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BIKE Junior Team – Feinschliff vor der Saison

Techniktraining und erste UCI Punkte fürs BJT

Ludwig Döhl am 06.04.2016

Das BIKE Junior Team holte sich beim Techniktraining im Bikepark Schöneck den Feinschliff für die Saison. Außerdem kämpfte Simon Schneller beim Volcat Stage Race in Barcelona um erste UCI-Punkte.

Unter ganz neuen Voraussetzungen, neuer Location und neuen Trainern sollen die neuen Teamfahrer des BIKE Junior Teams – aber auch die altgedienten Sportler – sich besser untereinander kennen lernen. Dabei soll der Sport nicht zu kurz kommen.

Bikewelt Schöneck: Wetter und Location optimal

Am Freitagvormittag hatte es noch April-typisch geschneit – wie zur Winterzeit im Hochgebirge. Doch der Wettergott war uns gnädig und ab Mittag wurde es wärmer und das Wetter lief zur Hochform auf. Wir hatten Samstag und Sonntag knapp 20 Grad und strahlenden Sonnenschein. Einzig der Wind blies etwas stärker, was aber nicht störte.

Die neue Location, die Bikewelt Schöneck, hat sich voll ausgezahlt. Unmittelbar neben unserer Unterkunft, der Pension Rosenhof, waren alle nur denkbaren Streckenvarianten zu finden. Unter anderem ein neu angelegter Übungsparcour mit einem Pumptrack, Spüngen und Anliegern. Beide Trainer, Andre Wagenknecht und Ludwig Döhl, erklärten dort die fahrtechnischen Grundlagen, damit die Fahrer zukünftig ihre Grenzen besser ausloten können. Mit hilfreichen Tricks zeigten die Trainer, wie man möglichst viel Geschwindigkeit aus einer Kurve mitnehmen kann oder kleine Sprünge meistert. Nachmittags ging es auf die Trails: Ob schneller Downhill, Wurzelpassage, Flowtrail oder knackiger Anstieg, alles war auf engstem Raum vorhanden, was das Training effizient gestaltete.

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Der Flowtrail in Schöneck war ideal für die Bulls-Hardtails.

Die Messlatte liegt hoch

Überrascht waren die beiden Trainer vom hohen fahrtechnischen Können des Cross-Country-Nachwuchses. Selbst die U13 Fahrerin Finnja Schmid meisterte Wurzelfelder, kleine Sprünge und Geländestufen ohne Probleme. Bei einem abschließenden, kleinen Rennen in Form einer gezeiteten Abfahrt kam dann das Rennfahrer-Gen der BIKE Junior Team-Fahrer zum Vorschein. Luftdrücke wurden angepasst und riskante Linien gewählt, um sich Team-intern keine Blöße zu geben. Das Techniktraining war der Abschluss der Vorbereitungszeit, denn ab Mitte April startet die Bundesliga-Saison für die U19- und U23-Fahrer. Die Rennberichte dazu finden Sie wie immer auf www.bike-magazin.de.

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Techniktrainer Andre Wagenknecht hilft beim Aufladen auf den Shuttle-Anhänger zum effizienten Training. 

Rennbericht von Simons ersten Etappenrennen

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Auch die Mädchen waren begeistert vom Streckenangebot in Schöneck.

Über Ostern machten sich Martin Frey vom Team Bulls und Simon Schneller vom BIKE Junior Team gemeinsam auf zum Volcat Stage Race nach Igualada (etwa 50 Kilometer entfernt von Barcelona), um UCI-Punkte zu sammeln.

Hier der Rennbericht von Simon Schneller

Wir legten die Reise mit dem Flugzeug zurück und hatten vor Ort einen Mietwagen und eine Ferienwohnung gemietet, da uns dies bequemer erschien. So ging es nach der Anreise am Mittwochabend, am Donnerstag erst einmal Einkaufen für die kommenden Tage und anschließend Startnummern holen, verbunden mit einer ersten Akklimatisierungsfahrt.

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Simon Schneller hatte bereits sein erstes Rennen in Spanien absolviert, bevor zum Techniktraining nach Schöneck kam. 

In den kommenden drei Tagen sollten uns drei Etappen mit insgesamt 175 Kilometern und 4800 Höhenmetern erwarten und das bei jeweils rund 20 Grad Celsius und Sonnenschein! Der Hauptgrund, diese Strapazen auf sich zu nehmen, war die Möglichkeit, UCI-Punkte zu sammeln, da es ein von der UCI in der Kategorie S2 ausgeschriebenes Rennen war. Dies sollte aber nicht einfach werden, da sowohl das komplette belgische Nationalteam als auch einige Weltklasse-Marathonfahrer am Start standen.

Etappe eins: Von Platz 170 in die Spitzengruppe

Nach einer ruhigen Nacht, wartete am Freitag schließlich die erste Etappe mit 55 Kilometer und 1450 Höhenmetern. Ich musste von Startposition 170 von über 400 Fahrern ins Rennen gehen, da ich aufgrund des Aufstiegs in die U23-Kategorie dieses Jahr noch keine UCI-Punkte besaß. So hatte ich am Anfang erst einmal die Aufgabe, mich nach vorne zu arbeiten. Glücklicherweise waren die ersten 15 Kilometer auf breiten Wegen, so dass ich nach einer 20-minütigen Energieleistung in der 30 Mann umfassenden Spitzengruppe angekommen war. Von nun an sollte es jedoch stetig auf und ab gehen und dies größtenteils auf schmalen Singletrails, die teilweise sehr anspruchsvoll waren und mir als Cross-Country-Fahrer daher entgegen kamen. Ich verlor zwar nach und nach den Kontakt zur Spitze, konnte mich jedoch unter den besten 25 einreihen und lange ein hohes Tempo mitgehen. Nach und nach musste ich jedoch ein wenig für mein hohes Anfangstempo büßen und konnte letzten Endes die Etappe nach zwei Stunden und 20 Minuten auf einem sehr starken 25. Rang in der Elite-Kategorie und auf dem 4. Platz in der U23-Kategorie beenden. So konnte ich das gesteckte Ziel schon mal erfüllen und konnte nun zuversichtlich in die kommenden zwei Tage gehen.

Etappe zwei: Völlig erschöpft und ohne Wasser

Am Samstag stand dann um neun Uhr eine harte Prüfung vor uns, nämlich 78 Kilometer mit knapp 2500 Höhenmetern. Man musste sich das Rennen also gut einteilen um am Ende nicht wegzuplatzen. Auch die Energieversorgung des Körpers war sehr wichtig. So wählte ich am ersten Berg einen Gang leichter als möglich. Dies machte sich bezahlt, da ich ab Kilometer 20 begann, Plätze gut zu machen. Ich konnte nun auf den vielen coolen Trails und Anstiegen ein sehr hohes Tempo gehen und sprang so von einer Gruppe zur nächsten. Dies gelang super bis ich in einer holprigen Abfahrt meine Flasche verlor. Es waren jedoch noch 20 Kilometer zu absolvieren und es kam keine Verpflegungsstelle mehr. So musste ich enorm kämpfen, konnte die Gruppe hinter mir jedoch auf Distanz halten und kam nach 3,5 Stunden völlig erschöpft auf Platz 23 ins Ziel, was weiterhin Platz 25 in der Gesamtwertung bedeutete. Nun galt es sich möglichst gut zu erholen für den nächsten Tag, obwohl man sich nicht vorstellen konnte, am folgenden Tag noch einmal im Sattel zu sitzen.

Etappe drei: Zur Belohnung gibt es UCI-Pukte

Am Sonntag dann waren die Beine morgens zunächst sehr schwer. Aber wir wussten, die anderen haben das gleiche Problem. So ging es um 9:30 Uhr auf die letzten 42 Kilometer mit "nur" 900 Höhenmetern. Nach einer hektischen Startphase lief es dann aber erstaunlich gut und ich konnte zusammen mit Martin den langen Anstieg in Angriff nehmen. Hier hielten wir uns immer in den Top 20 und als es dann in die Abfahrt ging, war mir klar, jetzt nur keinen Defekt einfahren. Denn das könnte mich eine Platzierung unter den besten 25 kosten. So fuhr ich vermeintlich langsam dem Ziel entgegen und konnte nach 1,5 Stunden erneut auf Platz 23 finishen. Überglücklich die Qualen jetzt hinter mir zu haben, konnte ich mich im Gesamtklassement sogar noch auf Rang 22 vorschieben und ergatterte somit sechs UCI-Punkte. Martin Frey konnte einen tollen 13. Platz feiern und gewann die U23-Kategorie, in der ich den dritten Platz belegte!

Den Sieg in der Herren-Klasse sicherte sich überlegen der Kolumbianer Hector Paez. Also einer, der schon zwei Mal den berühmten Sellaronda-Marathon im Grödnertal gewonnen hat. Für mich war es aber auch ein überaus erfolgreiches Rennen auf überragenden Strecken und einer tollen Organisation. Jetzt werde ich mir ein paar Tage Ruhe gönnen und dann in Bad Säckingen beim Bundesliga-Auftakt schauen, was geht.

Ride on!
Simon

Ludwig Döhl am 06.04.2016
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