Adidas Zonyk Pro Teaser Adidas Zonyk Pro Teaser

Test: Adidas Sport Eyewear Zonyk Pro

Teil der Woche: Adidas-Brille mit Vario-Filter

Stefan Frey am 21.06.2017

Evil Eye war gestern. Die Zonyk Pro ist Adidas' neuester Sichtschutz für Mountainbiker, mit riesigem Blickfeld, Vario-Filter und umfangreichen Verstellmöglichkeiten. Wir haben die Zonyk Pro getestet.

Pünktlich zum Jahrtausendwechsel brachte Adidas Sport Eyewear mit der Evil Eye seine erste bikespezifische Brille auf den Markt. Mit einem Paukenschlag wurde die Brille damals auf dem brandneuen Evil Eye Trail am Geißkopf präsentiert. Die Optik der Brille war mindestens genauso rabiat, wie der damals erste Northshore Trail in Deutschland. 

Seit der ersten Evil Eye ist die Zeit natürlich nicht still gestanden und nach zahlreichen Updates und Schwestermodellen hat Adidas Sport Eyewear nun ein völlig neues Modell auf den Markt gebracht. Die Zonyk pro tritt ein schweres Erbe an und lockt Biker mit breiten Sichtfeld und zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten. Wir haben die Zonyk Pro in Größe L, mit nahezu unaussprechlichen LST Bright Vario Purple Mirror Filtern getestet.

Adidas Zonyk Pro Front

Die riesigen Filter decken die Augenpartie zuverlässig ab.

Adidas Sport Eyewear Zonyk Pro: technische Daten

  • Gewicht: 36 Gramm, inklusive Schweißfänger
  • abnehmbarer Schweißfänger
  • Bügel zweifach, Nasenflügel dreifach verstellbar
  • einfacher Scheibenwechsel durch Lens Lock-System
  • im Rahmen integrierte Belüftung
  • Filter: lila verspiegelt und selbsttönend
  • Lichtdurchlässigkeit: 13 % - 62 %
  • Größen: S und L (Testgröße L)
  • Lieferumfang: Brille, Etui, Beutel/Reinigungstuch, größerer Nasensteg

Preis: 249 Euro, Ersatzfilter ab ca. 40 Euro / Info: www.adidassporteyewear.com

Adidas Zonyk Pro – Retro Optik trifft aktuelle Funktion

Die wuchtige Zonyk Pro wird mit ihrem peppigen Retro-Look garantiert nicht jeden Geschmack treffen. Vor Allem, weil die riesigen Filter auf schmalen Gesichtern etwas unproportioniert aussehen dürften. Wem die neue Sportbrille jedoch passt, der bekommt ab 199 Euro (die Zonyk Pro ist in neun verschiedenen Farbvarianten erhältlich) eine wohlduchdachte Vollrahmen-Brille.

Adidas Zonyk Pro Bügel

Die Brillenbügel lassen sich dreifach Höhenverstellen und passen sich so an fast jedes Gesicht an.

Die Nasenstege lassen sich in zwei Positionen anpassen, die Bügel gleich dreifach in der Höhe verstellen. Über das so genannte Lens Lock System sollen sich die Filter schnell und unkompliziert wechseln lassen. In der Praxis funktioniert das gut aber nicht ohne die Filter mit den Fingern zu verschmieren. Zum Glück liegt ein Beutel, der als Putztuch fungiert in der stabilen Kunststoffhülle bei.

Adidas Zonyk Pro Nasensteg

Auch die Nasenstege lassen sich anpassen. Im Lieferumfang befindet sich zudem ein etwas größerer Ersatz-Steg.

Bei unserem Modell wird der Scheibenwechsel durch die lilanen Vario-Filter überflüssig – solange man nicht in absoluter Dunkelheit unterwegs ist. Die Lichtdurchlässigkeit deckt mit 13 bis 62 Prozent ein für Biker völlig ausreichendes Spektrum ab. Die LST Technologie (Light Stabilizing Technology) soll wie ein Farbausgleich wirken und Primärfarben verstärken. Dadurch soll nicht nur die Farbwahrnehmung verbessert, sondern auch Kontraste erhöht werden. Obendrauf gibt es bei der Pro-Version noch einen Schaumstoffbügel, der Schweißperlen von den Augen fernhalten soll. Na da sind wir aber mal gespannt.

Adidas Zonyk Pro Schweißpad

Der optionale Schaumstoff-Aufsatz sammelt zuverlässig Schweißperlen auf.

Die Zonyk Pro auf dem Trail

Mit 36 Gramm ist die Zonyk Pro nicht gerade ein Leichtgewicht. Sind Nasenstege und Brillenbügel aber erst einmal angepasst, sitzt sie wie angegossen und ist schon nach wenigen Metern fast vergessen. Auch in ruppigen Abfahrten sitzt die Zonyk rutschfest und ohne zu verwackeln. Die horizontal sehr stark gebogenen Filter bieten ein überragenes Sichtfeld. Um den Rahmen der Zonyk überhaupt wahrzunehmen, muss man sich schon mords anstrengen. Die Brilenbügel sind wir im Test fast ausschließlich auf der untersten Stufe gefahren. So wird der Fahrtwind effektiv von den Augen abgehalten und es weht nur ein zartes Lüftchen um die Wangenknochen. Den optionalen Schweißbügel gibt es schon lange im Adidas Sport Eyewear Zubehör. An besonders heißen Tagen hält er Schweiß effektiv von den Augen fern. Da er aber recht stark mit den Tester-Augenbrauen kollidierte, sind wir die Zonyk meist ohne den Schweißfänger gefahren.

Adidas Zonyk Pro seitlich

Sind die Nasensteg und Brillenbügel angepasst, sitzt die Zonyk dank gummietrer Bügel-Enden auch im Trail sicher.

Die leicht kontrastverstärkenden Filter geben ein klares Bild von der Umgebung und tauchen den Trail in ein angenehm warmes Licht. Der Wechsel von hell auf dunkel funktioniert im Test innerhalb weniger Sekunden und fällt in der Praxis nicht im Geringsten auf. Fährt man aus gleißender Sonne in ein dunkles Waldstück brauchen die Filter jedoch etwas Zeit, um den Ausgleich herzustellen. Das sind Biker von Vario-Filtern aber auch nicht anders gewohnt und es besteht ja die Möglichkeit auf einfarbige Filter zu wechseln. Dass die Zonyk auch in feuchten Bedingungen erst spät beschlägt liegt wohl mit an den kleinen Lüftungskanälen, die in den robusten Rahmen eingearbeitet sind.

Adidas Zonyk Pro Lüftung

Kleine Schlitze im Brillenrahmen soll verhindern, dass die Scheibe beschlägt.

Fazit: schicke Optik, breites Sichtfeld und gute Anpassungsmöglichkeiten: Die Neue von Adidas Sport Eyewear schlägt sich im Test souverän. Die hochwertigen Gläser bieten bei fast allen Lichtverhältnissen eine kontrastreiche und klare Sicht. Der Schweißfänger ist ein nettes und wirksames Zubehör, passt aber nicht auf allen Gesichtern. Der Scheibenwechsel geht zwar leicht aber nicht ohne Patzer im Glas vonstatten.

Pro

  • riesiges Sichtfeld und hoher Tragekomfort
  • gute Anpassungsmöglichkeiten
  • hochwertige Filter
  • zuverlässiger Schutz vor Fahrtwind und Gegenständen
  • große Auswahl an Farben und Filtern (auch ohne Schweißfänger erhältlich) 

Kontra

  • sehr teuer
  • langsamer Wechsel von dunkel nach hell

 

Stefan Frey am 21.06.2017
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